Der Stadtrat hat festgelegt, welche Projekte für die Städtebauförderung im kommenden Jahr angemeldet werden sollen. In erster Linie handelt es sich um Maßnahmen, die schon lange auf dieser Liste stehen – allen voran die ehemalige Brauerei Hellein.
Wirklich relevant sind immer nur jene Ausgaben, die tatsächlich fürs kommende Jahr vorgesehen sind, erklärte Bürgermeister Stefan Bach (Bürgerforum). „Wenn die Baumaßnahme voraussichtlich noch nicht im Jahr 2026 erfolgt, sondern erst Sanierungsgutachten in Auftrag gegeben werden, sollen die Mittel gesondert ausgewiesen werden”, macht die Sitzungsvorlage deutlich. Die Mittel können dann gesondert abgerufen werden. In Merkendorf sind hiervon die beiden Projekte Hauptstraße 3 und Keller Steingruberhaus betroffen.
Im sanierten Steingruberhaus gibt es seit Jahren ein Problem mit Feuchtigkeit im Keller. Günther Simon (Bürgerallianz) beklagte, dass die Maßnahme mit einem Gutachten unnötig in die Länge gezogen werde. Es handle sich um einen alten Gewölbekeller. Ohne eine entsprechende Temperierung in den Räumen sei das Problem nicht in den Griff zu bekommen. Daran ändere auch ein Gutachten nichts und man könne das auch so in Angriff nehmen.
Ganz so einfach sei die Sache leider nicht, widersprach der Bürgermeister. Ein Fachmann habe bei einer Begehung festgestellt, dass das Feuchtigkeitsproblem im Bereich der Fallrohre besonders stark bemerkbar sei. Somit könnte noch eine weitere Schwachstelle vorliegen. Außerdem seien die Heizung angegriffen, die Treppe feucht und es gebe ein Käferproblem. Auch das soll in dem Gutachten untersucht werden.
Für das Anwesen Hauptstraße 3 plant die Stadt Merkendorf eine Sanierung. Das Gebäude liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Oberen Tor der Stadt.
Der größte Brocken, den die Stadt fürs kommende Jahr anmeldet, ist das Brauereiprojekt. Die förderfähigen Gesamtkosten liegen bei geschätzten 10,4 Millionen Euro. Im Jahr 2026 sollen für das bayerische Programm „Innen statt außen” (80 Prozent Zuschuss vom Freistaat) 500.000 Euro angemeldet werden. Die Gesamtkosten für den Umbau der einstigen Brauerei zu einer Gastwirtschaft mit Übernachtungsmöglichkeit und zusätzlichen Büroflächen für die Stadtverwaltung betragen 14,2 Millionen Euro.
Günther Simon nutzte die Gelegenheit, um erneut den Druck bei dem Projekt zu erhöhen. „Wir sollten einen vorzeitigen Baubeginn beantragen. Dann können wir die Abbrucharbeiten ausschreiben.” Es wäre fatal, wenn die Stadt hier die im Winter günstigeren Preise der Baufirmen nicht nutze.
Auch Roland Lenz (Bürgerforum) wünscht sich mehr Tempo von den Architekten. So manche Detailplanung könne aus seiner Sicht auch später er noch erstellt werden. „Ich habe den Eindruck, es wird ein bisschen auf Zeit gespielt.” Im Februar hat der Stadtrat das Vorhaben grundsätzlich beschlossen. Da wurde als Ziel genannt, im Winter mit den Ausschreibungen beginnen zu können.
Bürgermeister Stefan Bach kündigte an, Simon zur nächsten Besprechung mit dem Architekten im Dezember einzuladen. Dann könnten die beiden Baufachleute direkt miteinander besprechen, woran es hakt.