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Veröffentlicht am 29.07.2026 11:22

Brombeeren und Co.: Ist Naschen vom Strauch echt so schlimm?

Die Eier des Fuchsbandwurms können an Beeren haften, allerdings kommt eine Infektion beim Menschen relativ selten vor. (Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn)
Die Eier des Fuchsbandwurms können an Beeren haften, allerdings kommt eine Infektion beim Menschen relativ selten vor. (Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn)
Die Eier des Fuchsbandwurms können an Beeren haften, allerdings kommt eine Infektion beim Menschen relativ selten vor. (Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn)

Es gibt Warnungen vor Gefahren, die halten sich über Generationen. Etwa, wenn kleine Kinder durch Gärten stapfen und reife Beeren von Sträuchern und Stauden pflücken und sich in den Mund schieben wollen. „Nein, nein! Nicht essen! Wegen Fuchsbandwurm“, heißt es dann von besorgten Müttern und Vätern. 

Doch ist es wirklich so schlimm, wenn man hier und da in Omas oder Opas Garten Brombeeren, Stachelbeeren oder kleine wilde Erdbeeren nascht? 

Auch Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl hat diese Warnung von ihren Eltern und Großeltern gesagt bekommen: „Iss keine Beeren direkt vom Strauch - da könnte der Fuchs drüber gelaufen sein.“ Ein Satz, der sich hartnäckig hält, so die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. 

Ihr Urteil: „Ganz falsch ist er nicht - aber er erzählt nur die halbe Geschichte.“ Das klingt nach einer kleinen Entwarnung für gelegentliches Naschen. Doch einen Freifahrtschein geben will sie dennoch nicht. 

Theoretisch könnten Eier an bodennahen Beeren haften 

„Der Fuchsbandwurm ist tatsächlich ein gefährlicher Parasit. Die Eier werden über den Kot infizierter Füchse ausgeschieden und können theoretisch an bodennah wachsenden Pflanzen oder Beeren haften“, erklärt Krehl. Die gute Nachricht sei aber: „Eine Erkrankung beim Menschen kommt selten vor.“ 

Dass heute mehr Fälle diagnostiziert werden als früher läge vor allem an modernen Bildgebungsverfahren, die die Erkrankung häufiger entdecken. „Das persönliche Risiko bleibt aber insgesamt sehr gering: ca. 40-50 Neuinfektionen gibt es im Jahr. Besonders betroffen sind Süddeutschland sowie Teile Österreichs, der Schweiz und Frankreichs.“

Fast noch wichtiger: Händewaschen nach Kontakt mit Erde 

Aber der heimische Garten sei halt kein Hochsicherheitslabor - und daher schade ein wenig Küchenhygiene auch nicht, findet die Ernährungsfachfrau. Insbesondere für Schwangere, kleine Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sei es sinnvoll, die Beeren vor dem Verzehr zu waschen. 

Doch viel wichtiger als die einzelne saubere Himbeere ist Daniela Krehl zufolge, dass nach der Gartenarbeit oder nach dem Kontakt mit Erde die Hände gründlich gewaschen werden. 

Als erste Beschwerden nach einer Infektion mit Fuchsbandwurm treten häufig Schmerzen im Oberbauch auf, so die „Internisten im Netz“. Mit zunehmender Krankheitsdauer fühlen sich die Betroffenen schlapp und müde und verlieren an Gewicht. Manche haben Fieber, einige leiden unter Blutarmut, beschreibt der Berufsverband der deutschen Internisten und Internistinnen erste Symptome. Sie treten allerdings erst 10 bis 15 Jahre nach der Infizierung auf. Daher ist der Ansteckungsweg für Betroffene dann oft nicht mehr nachvollziehbar. 

Unklar, wie Eier des Fuchsbandwurms in den Menschen gelangen

Eier des Fuchsbandwurms sind laut Deutscher Leberhilfe winzig und mit bloßem Auge nicht erkennbar. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sei bisher ungeklärt, wie die Eier des kleinen Fuchsbandwurms überhaupt in den Menschen gelangen. 

Das LGL schreibt: „Naheliegend, aber noch nie nachgewiesen, ist eine Aufnahme mit Waldfrüchten, die mit Fuchskot verunreinigt sind. Allerdings konnte das Sammeln und Essen von Waldbeeren und Pilzen bislang noch nicht als Risikofaktor identifiziert werden.“

© dpa-infocom, dpa:260729-930-454241/1


Von dpa
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