Peter Stegmüller ärgert sich. Er führt es auf eine Umleitung im Sommer 2021 zurück, dass jetzt die Kreisstraße AN5 saniert werden muss. Und – so ist er überzeugt – der gleiche Fehler werde nun wieder gemacht. Das Landratsamt Ansbach weist die Vorwürfe zurück.
Vor drei Jahren war eine Zufahrt im Industriegebiet Seiderzell monatelang gesperrt. Die Umleitung wurde über mehrere Dörfer unter anderem auf der Kreisstraße AN5 geführt. „Dass diese Straße jetzt für 444.000 Euro, das sind Steuergelder, saniert werden muss, dürfte ganz klar eine Folge der Umleitung des Zulieferverkehrs von täglich über 300 Schwerlastzügen sein, da sie für einen solchen Verkehr nicht ausgelegt war“, argumentiert Peter Stegmüller.
Darauf habe er schon seinerzeit in Schreiben an das Landrats- und das Straßenbauamt hingewiesen. „Kurzsichtig“ sei das Handeln der Behörden damals gewesen. Die Folgen sehe man jetzt.
Im Landratsamt sieht man die Sache allerdings ganz anders. Schon bei einer Zustandserfassung von Kreisstraßen 2015, also sechs Jahre vor der Baustelle im Jahr 2021, habe sich bei dem Streckenabschnitt der AN5 zwischen Tribur und Larrieden, der jetzt saniert wird „kurz- bis mittelfristiger Handlungsbedarf“ gezeigt, teilte Pressesprecher Fabian Hähnlein auf Anfrage der FLZ mit.
Darauf habe man in Sitzungen der Kreisgremien und gegenüber der Stadt Feuchtwangen mehrfach hingewiesen, um „Behauptungen, wie jetzt vorliegend, vorzubeugen.“
2021 eine Baustraße zu errichten, die 150.000 Euro bis 200.000 Euro gekostet hätte, hätte sich deswegen nicht gelohnt. Der Vorteil wäre, so das Landratsamt, nur eine kürzere Umleitung gewesen. Nach Abschluss der Maßnahme wäre die Baustraße wieder zurückgebaut worden. Nur Mehrkosten ohne bleibenden Wert wären entstanden. Die Baustraße hätte, so der Pressesprecher, zudem über Privatgrundstücke führen müssen. Ein Strommast samt Leitung hätte außerdem verlegt werden müssen. Auch bei der aktuellen Umleitungsstrecke über Marktlustenau und Kühnhardt liege kein Fehler vor, so Fabian Hähnlein.
Die Maßnahme werde im Anschluss an die Arbeiten an der AN40 ausgeführt. Mit den jeweils zuständigen Behörden sei die Umleitungsstrecke abgestimmt und freigegeben worden, so dass sich diese Trasse dafür eigne.
Zwar sei die Strecke für Fahrzeuge über sechs Tonnen Gesamtgewicht normalerweise gesperrt. Vorübergehend verkrafte sie aber auch schwerere Laster, hieß es vom Landratsamt. Die Beschilderung wurde erst mit leichter Verzögerung angepasst, ist inzwischen aber erfolgt, berichtete Peter Stegmüller.
Verkompliziert wird die Situation hier dadurch, dass ein Teil der Verbindung auf dem Gebiet der Gemeinde Kressberg im Landkreis Schwäbisch Hall und damit im Nachbarland Baden-Württemberg liegt. Peter Stegmüller, der selbst in Kühnhardt wohnt, fürchtet dennoch, dass am Ende Kosten auf die Stadt Feuchtwangen zukommen, da es sich um eine Gemeindeverbindungsstraße handle.
Die Kommune sei jedoch schon jetzt finanziell nicht in der Lage, die bereits seit Jahren bestehenden Straßenschäden innerhalb von Kühnhardt zu beheben.