Containerdorf für Geflüchtete soll auf Dietersheimer EKA-Gelände | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 08.09.2023 14:33

Containerdorf für Geflüchtete soll auf Dietersheimer EKA-Gelände

Auf dem ehemaligen EKA-Gelände, etwa in der Höhe des Dietersheimer Bahnhalts, soll nach dem Willen des Landkreises ein Containerdorf für Geflüchtete entstehen. (Foto: Tizian Gerbing)
Auf dem ehemaligen EKA-Gelände, etwa in der Höhe des Dietersheimer Bahnhalts, soll nach dem Willen des Landkreises ein Containerdorf für Geflüchtete entstehen. (Foto: Tizian Gerbing)
Auf dem ehemaligen EKA-Gelände, etwa in der Höhe des Dietersheimer Bahnhalts, soll nach dem Willen des Landkreises ein Containerdorf für Geflüchtete entstehen. (Foto: Tizian Gerbing)

Nachdem das Containerdorf im Neustädter Gewerbegebiet Kleinerlbach vom Investor nicht verwirklicht werden kann, hat der Landkreis nun einen neuen Standort ins Auge gefasst: Das ehemalige EKA-Gelände in Dietersheim.

Wie Bastian Kallert, Pressesprecher des Landratsamtes, auf Anfrage bestätigte, sei das Gelände zu Beginn des Jahres schon einmal angedacht gewesen. Mittlerweile hätten weitere Gespräche stattgefunden und man habe sich dafür entschieden, das Projekt in Dietersheim umzusetzen. „Es wird ein Betreibermodell“, so Kallert auf Nachfrage. Das bedeutet: Ein Investor kümmert sich um die Aufstellung der Container sowie um die hausmeisterlichen Aufgaben. Das Sicherheitspersonal wird vom Landratsamt beauftragt.

Dietersheim sei nicht auf Landratsamt in Neustadt/Aisch zugegangen

Wolfgang Bachmann, stellvertretender Bürgermeister Dietersheims, der aktuell den im Krankenstand befindlichen Jürgen Meyer vertritt, bestätigte gegenüber der Redaktion, dass der Landkreis die Kommune informiert habe. Das Thema sei zuletzt im nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung diskutiert worden – Einzelheiten dazu könne er nicht nennen.

„Ich weiß, dass der Landrat nicht zu beneiden ist“, äußerte Bachmann Verständnis für die Situation von Helmut Weiß. „Er steht in der Pflicht, Unterkünfte zu finden.“ Eine Bewertung zum Standort in Dietersheim wollte er nicht vornehmen, nur so viel: „Nein, wir sind nicht von uns aus auf das Landratsamt zugegangen.“

Info-Veranstaltung über Geflüchteten-Unterkunft

Am Donnerstag, 14. September, wird Landrat Helmut Weiß im Dietersheimer Schützenhaus die Bevölkerung des Ortes informieren. Beginn der Veranstaltung ist um 18.30 Uhr. Als Weiß im Juni eine entsprechende Informationsveranstaltung zum damals noch angedachten Standort in Kleinerlbach abgehalten hatte, wurde er von zahlreichen Anwesenden unter anderem als „Lügner“ beschimpft und massiv angefeindet, obgleich er mehrfach darauf verwiesen hatte, dass die menschenwürdige Unterbringung für Geflüchtete für ihn nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine moralische Pflicht sei.

Die Scheinfelder Notunterkunft sei chronisch überbelegt und aufgrund ihrer räumlichen Situation nicht dauerhaft zumutbar. Für Kleinerlbach war bis zum Scheitern des Projekts angedacht gewesen, dort rund 110 bislang in Scheinfeld lebende Geflüchtete unterzubringen – mit einer ähnlichen Größenordnung dürfte nun auch in Dietersheim zu rechnen sein.


Patrick Lauer
Patrick Lauer
Redakteur
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