An ihren Schwerpunkten sollt ihr sie erkennen: So, oder zumindest so ähnlich, könnte das Motto lauten, unter dem die drei Bewerber für den Posten des Landrates durch die Region touren und dabei auch diverse Unternehmen besuchen: Uwe Kekeritz (Grüne) auf dem Bio-Bauernhof, Dr. Birgit Kreß (Freie Wähler) im Weinparadies und Christian von Dobschütz (CSU) beim Automobilzulieferer Mekra Lang.
Was sind die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) im ländlichen Raum? Das war nur eine von vielen Fragen, die sich Experten von Mekra Lang zusammen mit Landratskandidat Dr. Christian von Dobschütz bei dessen Besuch in Ergersheim gestellt haben. Teilnehmer der Diskussionsrunde waren neben von Dobschütz, Bernd Dehner (Standortleiter Mekra Lang), Dr. Johannes Tröger (Elektronikentwicklung), Dr. Felix Hellwig (Produktmanager Elektronik) und Felix Scholl (Software-entwicklung). Moderiert wurde die Veranstaltung von Elea Lang.
Einen Ein- und Ausblick, wo KI in Mekra-Produkten eingesetzt werden kann, gab Standortleiter Bernd Dehner. Dabei geht es sehr stark um das Thema Sicherheit. KI könne demnach hier als Helfer für den Fahrer genutzt werden – als Assistenz und Unterstützung. Gerade letzteres kann aber auch in der Produktion von Vorteil sein, wenn KI erkennt, dass das Produkt fehlerhaft ist. Elea Lang machte allerdings direkt im Anschluss auch klar: „Wir nutzen KI nicht, um Arbeitsplätze zu ersetzen, sondern um Mitarbeiter für andere Anforderungen einsetzen zu können.“
Auch Dr. Christian von Dobschütz nutzt KI in seinem Diespecker Bürgermeisteralltag und betonte, dass KI-Programme sich ausgezeichnet für die Erststrukturierung oder kleinere Aufgaben eigneten. Für ihn gehe es momentan vor allem darum, auszuloten, welche Programme man auch in der Verwaltung nutzen kann. Dies gelte natürlich sowohl in Unternehmen, als auch im öffentlichen Dienst. Vom in Neustadt angesiedelten Technologie-Transfer-Zentrum (TTZ), das mit Mekra Lang bereits in Kontakt steht, erhoffe er sich zusätzliche wichtige Impulse in Sachen KI.
Im Zuge der Diskussion ging es schnell auch um den Landkreis. Glasfaser- und Mobilfunkausbau sind Themen, die auch die Mitarbeiter des Ergersheimer Unternehmens beschäftigen. Wie bekommt man Fachkräfte und Akademiker aus den Städten in ländliche Regionen, wie macht man Standorte wie Ergersheim oder Bad Windsheim attraktiv? Christian von Dobschütz zeigte sich dabei zuversichtlich: „Unser Landkreis hat – obwohl er so ländlich geprägt ist – keine schlechte Position im Vergleich mit anderen.“
Im Gespräch mit der Redaktion begründete von Dobschütz seine Ansicht. Demnach werde der Landkreis im jährlich erscheinenden Prognos-Zukunftsatlas in der dritten von fünf Kategorien aufgeführt: „Deutschlands solide Mitte.“ Gleichzeitig aber biete die Lage zwischen den Wachstumspolen Würzburg und Umland sowie Herzogenaurach/Erlangen durchaus die Möglichkeit, in naher Zukunft von diesen dynamischen Standorten verstärkt zu profitieren. „Wir müssen den Landkreis in diesen Zentren einfach bekannter machen. Der Landrat oder die Landrätin muss aus meiner Sicht eine Art erster Vertriebsmitarbeiter sein und sich beim Standortmarketing engagieren.“
Ein Thema für die nahe Zukunft sei es, neue Technologien im Landkreis anzusiedeln. „Politik und Wirtschaft müssen zusammenarbeiten“, so von Dobschütz. Auch das Thema Infrastruktur müsse verstärkt angegangen werden, um Fachkräfte und Akademiker in die Region zu holen – frei nach dem Motto: .„Toll, dass Sie hier arbeiten. Der nächste Schritt wäre, dass Sie hier leben.“
Erstaunt sei er, so von Dobschütz, dass sein Besuch bei Mekra Lang unter anderem auch ergeben habe, dass das höchst innovative Rufbussystem NEA-Mobil noch längst nicht allen bekannt sei. „Das müssen wir noch deutlich bekannter machen“, so der Landratskandidat. Zudem müsse beim bisherigen Zonierungssystem nochmals nachgebessert werden.
Leerstände in den Städten und Kommunen müssten mit Hilfe von innovativen Ansätzen mit Leben gefüllt werden. Laut Dr. Christian von Dobschütz geht es da auch viel um positive Kommunikation nach außen.