„Das geht ja gut los!“ – und das am letzten Tag des Jahres. Das Theater Ansbach hatte unter diesem Motto zu einer Silvestergala in das Theater hinterm Eisernen eingeladen. Eingeladen waren auch weitere Künstlerkolleginnen und -kollegen unterschiedlicher Sparten aus Ansbach, um gleichzeitig auf 2026 einzustimmen.
Der Abend, den die Mitwirkenden zweimal hintereinander präsentierten, hatte alles, was man an Silvester erwarten durfte: Musik (am Flügel Paul Sturm), Theater, Tanz, Humor, ein wenig Cabaret-Feeling, Zauber und Glitter, Lebensfreude, aber auch einen melancholisch gelassenen Blick zurück.
Nicht fehlen durften auch Miss Sophie (Nicole Schneider) und Butler James (Frank Siebenschuh), die den schon legendären Silvester-Filmklassiker „Dinner for One“ wunderbar komisch auf die Bühne zauberten. Dem Publikum servierten sie das trinkfreudige Geburtstagsessen zum Neunzigsten in kleinen Häppchen, die quasi als roter Faden durch das Programm führten. Mit „Willkommen, Bienvenue, Welcome“ oder auch der Vorstellung „Life is a Cabaret“ aus dem gleichnamigen Musical hatte Arnold markante Songs an Anfang und Ende des Abends gesetzt.
Dazwischen wurde getanzt, gesungen oder über Dies und Das, etwa die Entsorgung der WC-Hinterlassenschaften aus Zügen, sinniert. Wo die abgeworfenen „Klumpen“ denn nun wirklich herkämen? Robert Arnold und Sophie Weikert dachten darüber nach. Nicht alles musste Sinn ergeben an so einem Abend. Aber auch Lieder hatten beide im Silvester-Gepäck. Arnold etwa interpretierte Georg Kreislers „Zu leise für mich“ und Otto Reutters „In 50 Jahren ist alles vorbei“, eine schmunzelnde Aufforderung zu mehr Gelassenheit. Sophie Weikert unterhielt bestens mit ihrer berlinerisch inspirierten Darbietung von „Wegen Emil seine unanständ'ge Lust“.
Für die Tanzeinlagen sorgte die Ansbacher Dance Company eMotion, an diesem Abend mit Andrea Greul, Olivia Schneider, Pauline Greim, Tina Rabus, Dominic Braunersreuther, Jacob Winter sowie Oskar und Moritz Greul, den beiden jüngsten Mitgliedern der Crew. Ihre Darbietungen ließen an klassisches Ballett, an Show-Dance à la Cabaret, aber auch an Modern Dance denken, gewürzt mit einem humorvollen Augenzwinkern.
Mit Akrobatik verzauberte Lukas Aue vom Spiel.Werk.Ansbach das Publikum. Wo anderen Menschen sitzen, bot er waghalsige Akrobatik, untersuchte Kippfähigkeit und Standfestigkeit der Sitzmöbel. Nicht weniger herausfordernd war sein imaginäres Duell mit einem, auf der Rückwand projizierten Stuhl und dessen intensivem Eigenleben.
Claudia Kucharski, die Leiterin des Theaters Kopfüber, und Puppenspielleiterin Sabine Effmert ließen die Puppen tanzen, Eda Sengül blickte mit dem Lied „Es war einmal im Dezember“ auf den letzten Monat des Jahres.
Paul Sturm gehörte der Part am Klavier, als feinsinniger Lied- und Puppenspielbegleiter, Tasten-Entertainer sowie als Solist etwa mit einem Chopin-Walzer.
Abwechslungsreich und spritzig serviert, bot das Theater mit seinen Gästen eine großartige Silvester-Show, die nebenbei auch die Vielfalt der Ansbacher Kulturszene spiegelte.