Der FLZ-Ehrenamtspreis 2025 geht an Ruth Heisinger aus Ansbach | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 21.01.2026 17:18

Der FLZ-Ehrenamtspreis 2025 geht an Ruth Heisinger aus Ansbach

Zum dritten Mal hat die FLZ bei der Aktion „Mein Ehrenamt” den Jahrespreis vergeben. Er ging an Ruth Heisinger aus dem Ansbacher Ortsteil Hennenbach für ihr vielfaches Engagement. Bei der Preisverleihung in den Räumen der Firma Köstner in Neustadt erklärte sie, an welche Institution die 2500 Euro Preisgeld gehen: ans Ansbacher Frauenhaus.

Heisinger gehörte zu den Gründerinnen des Frauenhauses und ist die einzige aus der damaligen Gruppe, die dort nach wie vor ehrenamtlich mitarbeitet. 34 Jahre dauert ihr Einsatz für diesen besonderen Schutzraum unter Trägerschaft der Caritas schon. Anfangs packte sie überall mit an, wo es dort etwas zu tun gab, half bei der Kinderbetreuung im Haus oder sogar bei Umzügen, wenn die Frauen eine eigene Wohnung gefunden hatten. Heute liegt ihr Schwerpunkt auf den Rufbereitschaftsdiensten. In der Nacht, an Feiertagen und Wochenenden sorgen die derzeit 28 Ehrenamtlichen dafür, dass schutzsuchende Frauen rund um die Uhr aufgenommen werden können.

Ruth Heisinger ist seit Jahrzehnten engagiert

Doch das Engagement von Ruth Heisinger begann schon viel früher. Ab Ende der 1970-er Jahre leitete sie Kuren für Kinder, organisierte für Kolping Mutter-Kind-Freizeiten und Frauenseminare. Später engagierte sie sich als ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht und am Sozialgericht, war Mitglied des Kolping-Orts- und Diözesanvorstands, half bei der Schüler-Mittagsbetreuung und im Kleiderlager der Caritas, beim Lions Flohmarkt in Ansbach und beim Charity Flohmarkt in Rügland. Bei der Caritas sitzt sie inzwischen im Vorstand und auch im Alpenverein hilft sie mit.

Engagement ist ein wichtiger Teil von Ruth Heisingers Leben. (Foto: Andrea Walke)

FLZ-Auszeichnung: Ruth Heisinger ist Ehrenamtliche des Monats November

Seit Jahrzehnten engagiert sich die 75-Jährige aus dem Ansbacher Ortsteil Hennenbach. Einer ihrer Schwerpunkte liegt auf dem Ansbacher Frauenhaus.

„Das alles konnte ich nur machen, weil ich nicht mehr gearbeitet habe und weil meine Familie immer hinter mir stand und auch mitgeholfen hat”, sagte sie bei der Preisverleihung. Heisinger ist zwar ausgebildete Textil-Einzelhandelskauffrau sowie Hauswirtschaftsmeisterin. Doch ihre Berufstätigkeit gab sie auf, widmete sich ganz der unbezahlten und ebenso unbezahlbaren Hilfe.

Durch die vielen Ämter schuf sie sich ein dichtes Netzwerk. „Meine Mama ist eine Umverteilerin”, fasste Eveline Lattermann, die älteste ihrer beiden Töchter, das zusammen. „Wenn man etwas braucht, sie hat es oder sie weiß, wo man es herbekommt.” Auch davon profitiert unter anderem das Frauenhaus. Wer heimlich fliehen und sich verstecken muss, kann nur das Nötigste mitnehmen. Vieles von dem, was dadurch beim Neuanfang fehlt, beschafft Ruth Heisinger. „Immer wenn irgendwo etwas übrig ist, überlege ich, ob es was fürs Frauenhaus ist”, beschrieb sie.

Richard Köstner AG würdigt das Ehrenamt

Die Jury der FLZ-Aktion „Mein Ehrenamt” hatte die Aufgabe, die Person, die den Jahrespreis bekommt, aus der Riege der zwölf Monatspreisträgerinnen und -preisträger auszuwählen. „Die Entscheidung fiel schnell”, erklärte Jurymitglied und FLZ-Redakteurin Andrea Walke. Dr. Norbert Teltschik, ebenfalls Jurymitglied und geschäftsführender Gesellschafter der Richard Köstner AG, die das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro stiftet, würdigte den Einsatz der 75-jährigen Heisinger.

Ehrenamt mache „die Gesellschaft lebenswerter und reicher”, sagte Teltschik. Die Menschen, die sich engagieren, bekämen für dieses Engagement aber immer auch etwas zurück. Wer sich nicht für andere einsetze, verpasse etwas – wobei es traurig sei, dass ein Frauenhaus „überhaupt nötig ist”.

FLZ-Chefredakteurin Gudrun Bayer erklärte, wie sehr sie sich bei der Durchsicht der Bewerbungen für den Preis jedes Mal über die Vielfalt des Ehrenamts in Westmittelfranken freut. „Da finde ich immer wieder etwas, was ich noch nicht kannte und was mich überrascht.” Wer im Frauenhaus mithelfe, müsse besonderen Mut mitbringen, um den Frauen bei der Flucht vor ihren gewalttätigen Partnern beizustehen. Ruth Heisinger konnte im Gespräch in kleiner Runde nach der Preisverleihung einige Anekdoten erzählen, die das bestätigen.

Die weiteren
Preisträger 2025

Bei der FLZ-Aktion „Mein Ehrenamt“ wurden 2025 zwölf Monats-Preisträger für ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. Aus diesen hat die Jury die Jahrespreisträgerin Ruth Heisinger gewählt. Alle Monats-Preisträgerinnen und -Preisträger:

  • Januar:
    Gerhard Obenauf, Immeldorf
  • Februar:
    Kerstin Seitz-Knechtlein,
    Mitteleschenbach
  • März:
    Johannes Walter, Uffenheim
  • April:
    Christoph Goth, Vestenberg
  • Mai:
    Bernd Lörler, Wasserzell
  • Juni:
    Petra Loscher, Bergtheim
  • Juli:
    Manfred Riedel, Neuendettelsau
  • August:
    Elly Albaner, Ansbach
  • September:
    Harald Trabert, Gollhofen
  • Oktober:
    Anna-Lena Hofmann, Diespeck
  • November:
    Ruth Heisinger, Hennenbach
  • Dezember:
    Gabriel Kastner, Rothenburg

Sie kennen auch eine Person aus der Region, deren ehrenamtliches Engagement einen Preis verdient hätte? Alle Infos und Portraits der bisher Ausgezeichneten finden Sie hier.

Gruppenbild mit Ehrenamts-Preisträger (von links): Neustadts Bürgermeister Klaus Meier, Gabriele Stirnweiß (Lebensgefährtin des Preisträgers), FLZ-Chefredakteurin Gudrun Bayer, Carmen Stanke (Tochter des Preisträgers), Lothar Stanke, Dr. Norbert Teltschik und Markus Leng (DLRG). (Foto: Andrea Walke)

Verleihung des FLZ-Preises: Lothar Stanke ist Ehrenamtlicher des Jahres

Der 58-Jährige aus Neustadt, der sich in der DLRG engagiert, ist der Jahres-Preisträger der von der Köstner AG unterstützten Aktion „Mein Ehrenamt“.

Von gub
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