Orgelrenovierung in Aufkirchen: Ein besonderes Beispiel ehrenamtlichen Engagements | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 06.03.2026 11:00

Orgelrenovierung in Aufkirchen: Ein besonderes Beispiel ehrenamtlichen Engagements

In der Kirche (von links): Ruth Illner, Rainer Schülein (beide Kirchenvorstand), Sonja Hofer, Lore Burger (beide Förderverein), Bürgermeister Karl Fickel, MdL Gabi Schmidt, Pfarrer Christian Dellert und Nicole Ströhlein (Kirchenpflegerin). (Foto: Friedrich Zinnecker)
In der Kirche (von links): Ruth Illner, Rainer Schülein (beide Kirchenvorstand), Sonja Hofer, Lore Burger (beide Förderverein), Bürgermeister Karl Fickel, MdL Gabi Schmidt, Pfarrer Christian Dellert und Nicole Ströhlein (Kirchenpflegerin). (Foto: Friedrich Zinnecker)
In der Kirche (von links): Ruth Illner, Rainer Schülein (beide Kirchenvorstand), Sonja Hofer, Lore Burger (beide Förderverein), Bürgermeister Karl Fickel, MdL Gabi Schmidt, Pfarrer Christian Dellert und Nicole Ströhlein (Kirchenpflegerin). (Foto: Friedrich Zinnecker)

In ihrer Funktion als Ehrenamtsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung besuchte die Landtagsabgeordnete (MdL) Gabi Schmidt die Kirchengemeinde Aufkirchen, um sich vor Ort ein Bild vom außergewöhnlichen Engagement der Dorfgemeinschaft zu machen.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand die derzeit stattfindende Renovierung der denkmalgeschützten Orgel. Dafür muss die Kirchengemeinde rund 430.000 Euro aufbringen. Als weitere Kosten fallen für die Ertüchtigung des Fundaments und der Empore zusätzlich etwa 95.000 Euro an. Wie es bei dem Ortstermin zusammen mit Pfarrer Christian Dellert, Bürgermeister Karl Fickel und Mitgliedern des Kirchenvorstands (KV) und des Orgelfördervereins hieß, bekomme man dafür keine Zuschüsse.

Konzerte, Aktionen und „Pfarrsäue”

Mit zahlreichen Konzerten und weiteren Aktionen wurden gute Spendenergebnisse erzielt, so dass die Finanzierung aber inzwischen gesichert ist. Große Aufmerksamkeit habe dabei eine gemeinschaftlich getragene Initiative der Gemeindeglieder hervorgerufen: Im Pfarrgarten wurden drei „Pfarrsäue“ aufgezogen. Eine Versteigerung des Fleisches brachte über den Losverkauf 8000 Euro ein, weitere 3500 Euro wurden bei der Schlachtschüssel erlöst.

Gabi Schmidt zeigte sich tief beeindruckt von der „Sisyphus-Arbeit“ der Ehrenamtlichen in der kleinen Gemeinde und sprach den anwesenden Verantwortlichen einen Dank aus. „Ihr seid ein Musterbeispiel dafür, wie man bei der Stange bleibt, und habt trotz zunächst ungewisser Finanzierung nie resigniert.“

Seit der Gründung des Fördervereins im Jahr 2004 kümmert sich Kirchenvorsteher Rainer Schülein als Orgelbeauftragter des Gremiums um die Renovierung. Diese Arbeiten werden seit März im ostfriesischen Leer ausgeführt. Eine Busfahrt zum Orgelbauer ist im Mai geplant, der Aufbau und die Intonation sind bis Mitte Juni vorgesehen. Die offizielle Einweihung ist am Erntedankfest mit dem Landesbischof festgelegt.

Instrument stammt aus frühem Barock

Schülein erläuterte das zu den seltenen Zeugnissen frühbarocker Orgelkunst gehörende Instrument. Die Orgel wurde 1663 in Eichstätt erbaut und kam 1816 in die evangelischen Kirche St. Johannis nach Aufkirchen. Mit ihren bis in die Renaissance zurückreichenden Pfeifen sei die Orgel ein einzigartiger Klangkörper, so Schülein.

Mehrere Umbauten, zuletzt in den 1960er Jahren, führten zu einer Verschlechterung der Mechanik und Disposition, so dass Klangfarbe und Register undeutlicher wurden. Bei der umfassenden Restaurierung werden die original erhaltenen Pfeifen gereinigt und stabilisiert. Wie der Orgelexperte des Weiteren erläuterte, wird das Klangbild der Frühbarockzeit wieder erlangt, damit sich die Zuhörenden auf eine klare Solostimme, eine leuchtende Oberstimme und ein nuancenreiches Bassfundament freuen dürfen.

Die Gemeinde in Aufkirchen werde nicht nur ein technisch erneuertes Instrument erhalten, sondern dürfe sich auf eine Klangwelt einstellen, welche die Liturgie, Kirchenmusik und kulturelle Identität des Ortes über Jahrhunderte geprägt habe. Schülein geriet ins Schwärmen: „Mit der wieder zum Leben erweckten Orgel bekommt unsere kleine Gemeinde ein lebendiges, klingendes Denkmal zurück.“

Pfarrer Christian Dellert und Bürgermeister Karl Fickel freuten sich mit dem gesamten Team: „Wir befinden uns jetzt auf der Zielgeraden!“ Ehrenamtsbeauftragte Gabi Schmidt brachte abschließend nochmals ihren Respekt für die Leistung und für die Geduld zum Ausdruck. Sie empfahl, sich mit diesem bewundernswerten Engagement für die Teilnahme am Fränkischen Sommer zu bewerben.

north