Beim dritten Offenen Atelier im Rahmen des Kunstprojektes „Art Residency Wildbad 2024“ konnten Interessierte am Sonntag Einblick in die Arbeit der Berliner Künstlerin Zuzanna Czebatul gewinnen. Das fertige Kunstwerk wird bald übergeben – am Donnerstag, 19. September.
Fragen wirft seit Kurzem eine frisch betonierte, mit rot-weißem Absperrband abgegrenzte Fläche im Park des Wildbads auf. Was da wohl geplant ist? Antworten erhielten Interessierte im Gespräch mit der Künstlerin.
Ihre Werkstatt hatte Zuzanna Czebatul in der ehemaligen Schwimmhalle des Wildbads eingerichtet. Die Arbeit dort ist weitgehend abgeschlossen. Am Boden hat die Künstlerin zwei Mosaik-Flächen aufgelegt. Auf den ersten Blick konnte man an Marmor, hell und dunkel marmoriert, denken. Aber das täuscht.
Die einzelnen, zum großen Teil exakt übereinstimmenden Puzzleteile hat Czebatul selbst hergestellt aus einer ganz speziellen, von ihr entwickelten Betonmischung. Sand und Zement sind Bestandteile, Wasser natürlich und dann noch einige „Zaubermittel“-Zutaten, wie die Künstlerin andeutet. Verraten wollte sie die genaue Rezeptur nicht.
Die Masse hatte sie in eine selbst gebaute Form gegossen, deren Boden eine Plexiglasschablone ist. Damit sich die Form während des Trocknungsprozesses nicht lockern kann, fixierte sie die PVC-Band-Umrahmung mit einem ausgeklügelten Holzklötzchen-System.
So ließen sich genau übereinstimmende Platten herstellen, die dann wie Puzzleteile aneinandergesetzt werden konnten. „Das Material und der absolut ebene Plexiglas-Unterboden“, erläuterte sie, „machen es möglich, dass diese Oberflächenbeschaffenheit 1:1 auf die Betonoberfläche übernommen wird.“ Der Glanz der fertigen Betonfläche bestätigte dies. „Die Färbung entsteht durch die Zugabe von Pigmenten“, sagte Czebatul. Einzelheiten verriet sie verständlicherweise auch hier nicht.
Dennoch ging die Künstlerin sehr weit auf Fragen von Besucherinnen und Besuchern ein, erzählte von der Inspiration zu dieser Idee sowie den Anknüpfungspunkten in der Historie des Hauses. Sie ging auf die Bedeutung des Wildbads als Heilbad ein. Daher sei der Gedanke, ein Kunstwerk in einem solchen Kontext zu fertigen, naheliegend gewesen. Als inspirierendes Pendant habe sie die Neptun-Therme in Rom gewählt. Auch hier habe die Bäder-Heilkunst im Zentrum gestanden.
Angeregt durch die auffälligen Mosaike, etwa mit mystischen Gestalten aus der Wasserwelt oder auch die Wegestruktur mit Mustern aus Steinfliesen, die durch die einzelnen Abschnitte geführt hätten, sei eine Vorstellung ihrer Arbeit für das Wildbad entstanden. Eine mystisch märchenhafte fischähnliche Gestalt werde auch ihr Bild enthalten, ebenso eine an Fischschuppen erinnernde Wegführung andeuten. Einen Richtungswechsel möchte Czebatul auch einbauen. Vielleicht eine Anspielung an die bevorstehenden Umbrüche in der weiteren Geschichte des Wildbades?
Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, nun können die einzelnen Teile auf der vorbereiteten Bodenplatte im Park verlegt werden. Die Fugen zwischen den Fliesen werden mit feinkörnigem Basaltsplitt gefüllt, alles nochmal gereinigt und poliert.
Dann ist das achte und letzte Werk für den Skulpturenpark der „Art in Residence“-Reihe, die mit den bevorstehenden Verkaufsplänen enden wird, fertig für die offizielle Übergabe an das Wildbad. Sie ist für Donnerstag, 19. September, um 17.30 Uhr geplant.