Dass sich in Dinkelsbühl dieser Tage alles um die Kinderzeche dreht, zeigt sich auch im Eingangsbereich des Hauses der Geschichte. Dort können die Besucher und Besucherinnen in einer Vitrine Szenen des Festspiels sehen, dargestellt mit Lego-Figuren.
Vermutlich sei er einfach Kind geblieben, vermutet der 79-jährige Rainer Henke, während er die kleinen Figuren in die Vitrine im Haus der Geschichte räumt. Rund 200 dürften es sein, mit denen der Sammler die verschiedenen Gruppen wie etwa die schwedische Reiterei, die Knabenkapelle, Trommler und Pfeifer oder auch das Fußvolk darstellt. Eindeutig zu erkennen ist auch der Bäuerlinsturm, wenngleich das markante Bauwerk hier von einem speziellen Design geprägt ist.
Dass sich Rainer Henke der Kinderzeche in besonderem Maße verbunden fühlt, liegt daran, dass er in Dinkelsbühl geboren ist. Bis zu seinem fünften Lebensjahr lebte er in der Steingasse. Onkel und Tante haben in der Altstadt ein Stahlwarengeschäft betrieben. Doch die Familie zog fort und fand in Neu-Ulm ein neues Zuhause.
Natürlich hat Rainer Henke bereits als kleines Kind das historische Festspiel in seiner Heimatstadt erlebt, inzwischen hat er den Umzug 50 bis 60 Mal gesehen, wie er im Gespräch mit der FLZ sagt. Das Sammeln kleiner Lego-Figuren hat es ihm seit Langem angetan. Er ist Mitglied der „Klötzlebauer“, die sich einmal im Monat in Ulm zum Stammtisch treffen, wo sich Lego-Fans bis zum Bodenseeraum, aber auch aus Mittelfranken bei regelmäßigen Treffen austauschen.
Die Figuren, die jetzt in der Vitrine im Haus der Geschichte zu sehen sind, hat Rainer Henke entweder auf Flohmärkten erworben oder mit den Klötzlebauern beim Stammtisch getauscht.
So gut es geht, hat er ihnen eine Kinderzechen-Optik verpasst. Schließlich lassen sich deren Hüte und Köpfe verändern oder auch Arme und Beine abnehmen. Wer genau hinschaut, kann in der Vitrine auch den Obristen oder die Kinderlore erkennen. Mit dabei in der kleinen Ausstellung ist auch Roland Kechelen aus Jagstzell. Der 70-Jährige begeistert sich für die Tradition des Kartonschnitts. Als Kind habe er einst von seiner Mutter solche Kartonschnitte erhalten. Bei den von ihm bemalten Figuren hat er sich an Vorbildern aus dem Jahr 1948 orientiert.
Bis Mitte der 60er-Jahre seien solche Kartonschnitte bei Kindern beliebt gewesen, berichtet er. Für die Vitrine im Haus der Geschichte hat Roland Kechelen 28 bemalte Figuren mitgebracht. Die kleine Ausstellung wird über die Zeit der Kinderzeche hinaus im Eingangsbereich des Gebäudes am Altrathausplatz zu sehen sein.