Die Zukunft des Ansbacher Theaters ist düster. Vorstandsvorsitzender Heribert Schmidt kündigte bei der Generalversammlung der Genossenschaft an, dass aus seiner Sicht eine Weiterführung des Intendanz- und Ensembletheaters auf lange Frist nicht mehr machbar sein wird. Doch es gab auch positive Signale bei der Versammlung.
Heribert Schmidt wird Ende 2024 als Vorstandsvorsitzender aufhören, kündigte er vor rund 60 Zuhörern im Kleinen Haus des Theaters an. Es gibt eine Altersbegrenzung in der Satzung. Zwölf Jahre hat er dann Verantwortung für die Genossenschaft „Theater Ansbach – Kultur am Schloss“ getragen. Er wollte deshalb jetzt schon klar die Situation der Genossenschaft darstellen.
Ein enges Finanzkorsett begleitet das Theater Ansbach seit jeher. Doch weil die finanziellen Aussichten der Stadt miserabel sind, steht auch das Theater mit dem Rücken an der Wand. Schließlich ist die Stadt der Hauptgeldgeber. Eine gute Million Euro bucht sie jedes Jahr in den Haushalt der Genossenschaft.
Schon vor einem Jahr dachte Heribert Schmidt angesichts von nicht gewährten Mitteln durch den Stadtrat halblaut über die Auflösung der Genossenschaft und das Ende des eigenen Ensembles nach. Dazu kam es nicht; aber Einschnitte im Programm gab es.
Es fehlt jeglicher Puffer, um weitere Kürzungen aufzufangen, machte Schmidt deutlich. „Es werden eventuell Einschnitte bei der Anzahl der Schauspieler und dem künstlerischen Personal vorgenommen werden müssen.“ Auch weniger und kleinere eigene Produktionen sowie ergänzende Gastspiele könnten aus seiner Sicht der Ansatz für eine Lösung sein.
Der drohenden Entwicklung lasse sich nur mit mehr Einnahmen entgegentreten. Doch das sei gar nicht so einfach, befand Schmidt. Es gebe weitere Theaterangebote in der Stadt. Und angesichts der steigenden Inflation sei das Kultur-Budget mancher Familie heute schnell erschöpft.
Wenn es gelänge, die Konzerte der Genossenschaft vom Onoldiasaal ins Theater zu verlegen, könnte man sich die Miete sparen. Aber: Es gibt am Theater keinen Lagerraum. Stehen auf der Bühne Kulissenteile einer laufenden Produktion, müssten diese abgebaut und weggefahren werden, erklärte Intendant Axel Krauße. Das ist viel Aufwand.
Immerhin steigen die Besucherzahlen, wie Krauße berichtete. Die Spitzenzeiten mit mehr als 25.000 Besuchern sind es zwar noch nicht wieder, doch mit 80 Prozent der Vor-Corona-Zeit ist Krauße ganz zufrieden. „Da wären manche anderen Theater froh.“
„Wir haben uns sehr bemüht, ein Hallo-Wach-Zeichen zu setzen“, sagte der Intendant. Er nannte gut laufende Stücke wie „Die Dreigroschenoper“ oder aktuell „Nils Holgersson“ als Beispiele, die ihr Publikum fanden. Solche Produktionen seien ein Kraftakt, der mit dem kleinen Ensemble auf Dauer nicht zu stemmen sei. Doch es sei nötig gewesen, um die Menschen zurück ins Theater zu holen.