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Veröffentlicht am 13.08.2026 03:36

E-Auto-Reichweite: Was Fahrer selbst beeinflussen können

Effizienz ist Fahrersache: Hersteller feilen an der Aerodynamik – aber das größte Sparpotenzial sitzt hinterm Lenkrad. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn)
Effizienz ist Fahrersache: Hersteller feilen an der Aerodynamik – aber das größte Sparpotenzial sitzt hinterm Lenkrad. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn)
Effizienz ist Fahrersache: Hersteller feilen an der Aerodynamik – aber das größte Sparpotenzial sitzt hinterm Lenkrad. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn)

Viele Autohersteller versuchen, auch bei der Entwicklung von E-Autos immer mehr Reichweite herauszuholen. Mehr Effizienz unter anderem bei der Aerodynamik anstelle immer größer Akkus ist eine Möglichkeit. Die Effizienzbemühungen der Hersteller in alle Ehren. Aber das größte Sparpotenzial liegt beim Fahrer, sagt Marcus Zacher.

Der Chefredakteur des Fachmagazins „Elektroautomobil“ fasst wichtige Hinweise und Tipps zusammen, wie sich Energie sparen und die Reichweite erhöhen lässt:

  • Die richtige Reisegeschwindigkeit: Gerade auf der Autobahn hat der Luftwiderstand den größten Einfluss auf den Verbrauch. Der Einfluss wächst quadratisch. Das heißt, wenn sich die Geschwindigkeit verdoppelt, wird der Energieaufwand, den Luftwiderstand zu überwinden, viermal so groß. Zachers Team hat im Test ermittelt, dass es effektiv nur zu einer geringen Zeitersparnis führt, wenn man 150 statt 130 km/h fährt, die Reichweite im Schnitt aber um 20 Prozent sinkt. 
  • Vorkonditionierung verkürzt den Ladevorgang, steigert aber den Verbrauch: Speziell bei kühleren Temperaturen sei eine Vorkonditionierung des Akkus ratsam, wenn man einen kurzen Ladevorgang erreichen möchte. Vor allem bei neueren Autos wird die abhängig von der Routenplanung automatisch gestartet. Oft kann auch der Fahrer den Prozess anstoßen.Allerdings kostet das Aufheizen des Akkus relativ viel Energie. Anschließend lade man zwar schneller. Wenn aber ein kurzer Ladevorgang etwa während eines Essens unterwegs gar nicht erforderlich ist, könne man die Vorkonditionierung auch deaktivieren und so die Energie für den Vorgang lieber für zusätzliche Kilometer nutzen. 
  • Auf der Autobahn lieber rollen lassen: Die Rekuperation, also Energierückgewinnung beim Ausrollen, ist bei E-Autos laut Zacher wichtig, um den Verbrauch zu verringern. Das hat besonders dann einen großen Einfluss, wenn man häufig abbremsen muss, vor allem also in der Stadt. Hier können Funktionen wie One-Pedal-Driving bzw. eine hoch eingestellte Schubrekuperation beim Loslassen des Fahrpedals hilfreich und komfortabel sein. Auf der Autobahn ist es dem Chefredakteur zufolge aber ratsamer, die eingesetzte Energie nicht ständig hin- und herzuschieben, sondern lieber vorausschauend zu fahren und das Auto rollen zu lassen, die Schubrekuperation also auf „niedrig“ oder „aus“ zu stellen. 
  • Klimaanlage hat geringen Einfluss, der Einfluss der Heizung ist erheblich höher: Aus Effizienzgründen auf die Klimaanlage zu verzichten, hält Zacher für nicht ratsam. Ein kühler Kopf sei wichtig, um nicht zu ermüden und konzentriert zu bleiben. Gerade bei einer Autobahnfahrt ist der Einfluss der Klimaanlage vernachlässigbar, die Fahrwiderstände sind deutlich wichtiger. „Klimaanlagen arbeiten heute sehr effizient“, sagt Zacher.Bei der Heizung kann es anders aussehen. Wärmepumpen könnten den Verbrauch zwar gerade in der Aufheizphase etwas senken, Wunder dürfe man davon aber vor allem bei Temperaturen deutlich unter null Grad davon nicht erwarten. Wer wirklich sparen will, nutzt auf Kurzstrecken lieber Lenkrad- und Sitzheizung, weil die für weniger Energie mehr Wohlgefühl bieten können, als eine Heizung, die den ganzen Wagen aufwärmt.

© dpa-infocom, dpa:260813-930-521696/1


Von dpa
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