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Veröffentlicht am 30.01.2026 06:00

Ehingen im Blick: Eine Gemeinde mit vielen Facetten

Für die Turnhalle muss ein Sanierungskonzept erstellt werden.  (Foto: Fritz Zinnecker)
Für die Turnhalle muss ein Sanierungskonzept erstellt werden. (Foto: Fritz Zinnecker)
Für die Turnhalle muss ein Sanierungskonzept erstellt werden. (Foto: Fritz Zinnecker)

Bei der Kommunalwahl im März wird für den nach zwölf Jahren ausscheidenden Bürgermeister Friedrich Steinacker ein Nachfolger gewählt. Der amtierende Rathauschef zeigte sich sehr zuversichtlich, dass sich die Kommune auch künftig gut weiterentwickelt.

Der einzige Bewerber Markus Prokopczuk wurde von der Ehinger Liste nominiert. Zur politischen Gemeinde Ehingen mit Bergmühle und Hesselberghaus kamen bei der Gebietsreform in den 1970er-Jahren die vormals selbstständigen Gemeinden Beyerberg mit Brunn, Ehrenschwinden, Friedrichsthal, Hüttlingen und Kaltenkreuth sowie Dambach mit Hammerschmiede und Lentersheim mit Klarhof, Klarmühle, Kussenhof und Schwandmühle hinzu. Ehingen erhielt den Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Hesselberg, zu welcher auch Gerolfingen, Röckingen, Unterschwaningen und Wittelshofen gehören.

Ländlich, aber in modern

In der 47 Quadratkilometer umfassenden, ländlich geprägten, aber modernen Gemeinde mit fast 2000 Einwohnern, davon 930 im Kernort Ehingen, gibt es vielfältige soziale Einrichtungen. So stehen der Bevölkerung eine 1991 erbaute und für die nächsten Jahre im Bestand gesicherte Grundschule, die im Juli 2022 neu eingeweihte Kindertagesstätte „Arche Noah“ in Ehingen und der Kindergarten in Beyerberg, ein Zahnarzt, ein Autohaus, ein Heimatmuseum und eine Diakoniestation mit Tagespflege zur Verfügung.

Trotz großer Bemühungen ist es bisher nicht gelungen, die Nachfolge der ausgeschiedenen Allgemeinärztin zu regeln. Die Firma Rehart ist der größte Arbeitgeber der Kommune und hat 10.000 zusätzliche Quadratmeter für die Erweiterung des Betriebs erworben. In den gemütlichen Gasthäusern lässt es sich gut essen und trinken. Die örtliche Metzgerei bietet frische Fleisch- und Wurstwaren an sowie einige weitere Artikel des täglichen Bedarfs, da es keinen Bäcker mit Lebensmittelladen mehr gibt.

Die Bestrebungen, einen Dorfladen zu installieren, sind in vollem Gang, aber noch nicht endgültig umgesetzt. Das Sportgelände mit Vereinsheim und Hesselbergstadion, die Turnhalle sowie das Schützenhaus werden von den Sportlern des VfL Ehingen mit seinen Abteilungen und von den Sportschützen fleißig genutzt.

Die dicksten Brocken

Die dicksten Brocken für den Gemeinderat waren in der zu Ende gehenden Amtsperiode der Bau des Kindergartens mit einem Volumen von 3,4 Millionen Euro und die Kläranlage für die Gesamtgemeinde. Diese ist seit dem Vorjahr in Betrieb und auch offiziell eingeweiht, allerdings fehlt noch die Schlussabrechnung.

Das Baugebiet „Hopfenpeint“ im Nordwesten des Ortes ist nach einer vom Denkmalschutz veranlassten Unterbrechung mit Bodenuntersuchung komplett erschlossen, die dortigen Straßen wurden unlängst gewidmet. Einige der 25 Bauplätze sind verkauft, das erste Grundstück ist bereits bebaut.

Relikte aus vergangenen Zeiten

Etwas mehr als fünf Kilometer verläuft der römische Grenzwall „Limes“ auf Gemeindegebiet. Im Bereich des Hammerschmiedweihers wurden mehrere Relikte des Kulturerbes gefunden und der Nachwelt erhalten. Wie Ausgrabungen ergaben, befand sich auch eine römische Kultstätte in diesem Areal. Eine ehemalige Arena ist im Waldgebiet noch immer sichtbar. Mit einer Beschilderung wird auf diese Besonderheit hingewiesen, sodass Touristen und auswärtige Gäste sich vor Ort informieren können.

Das Naturerlebnis Kappelbuck mit grünem Klassenzimmer in Beyerberg, Brunner Weiher und Klarweiher, der Lentersheimer Stausee und natürlich der zu einem beträchtlichen Teil auf Ehinger Gebiet liegende Hesselberg mit dem neuen Kiosk auf dem Gipfelplateau erfreuen sich weithin großer Beliebtheit.

Dorferneuerung angelaufen

Die vor Jahren beantragte Dorferneuerung ist mittlerweile angelaufen. Sie soll für die Gesamtgemeinde in zwei Etappen durchgeführt werden. Den Start bildeten Ehingen und Dambach, während Beyerberg und Lentersheim im zweiten Abschnitt folgen werden. In Dambach wurden im vergangenen Sommer der Bevölkerung die Zwischenergebnisse der Arbeitskreise vorgestellt.


Von Fritz Zinnecker
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