Urgestein, Legende, fränkischer Gitarrengott – wer von Wolfgang Keilhofer, den alle nur Keili nannten, spricht, dem fallen solche Begriffe ein. Wie jetzt bekannt wurde, ist Keili Keilhofer am Anfang der Woche im Alter von 70 Jahren verstorben.
„Er war ein außergewöhnlicher Musiker und einfach ein guter Typ“, sagt Wolfgang Bartusch, der Vorsitzende der Ansbacher Kammerspiele, über den Gitarristen, der auch als bildender Künstler auf sich aufmerksam gemacht hat. Er hätte, findet Bartusch, in jeder großen internationalen Band mitspielen können. Keili Keilhofer blieb in Franken.
Demnächst wäre er wieder in den Kammerspielen gewesen, wie fast jedes Jahr seit 1994. Denn dort tritt am ersten Weihnachtsfeiertag die Ansbacher Band Ample Tang auf. Dieser Konzerttermin hat Kult-Status.
Für Keili Keilhofer, der in Nürnberg lebte und in Heilsbronn aufgewachsen ist, war das Weihnachtskonzert in gewisser Weise eine Rückkehr zu den Wurzeln, denn 1970 gründeten er, Hansjörg „Donald“ Kerler und Evert Fraterman in Ansbach das Prog-Rock-Trio Parsih Nag, die Urzelle von Ample Tang.
Wegweisend für Keili Keilhofers künstlerische Entwicklung war die Art, wie Jeff Beck Rockgitarre spielte. Seine eigene Virtuosität und Ausdruckskraft ließen den Musiker zu einer festen Größe der fränkischen Rock- und Bluesszene werden. Er spielte unter anderem in der NC Brown Blues Band und in der Kevin Coyne Band. Und er ging mit Jack Bruce, dem Mitgründer der britischen Rockband Cream, auf Tour.
Beim Windsbacher Kulturverein WindsArt war Keili Keilhofer mit Doc Knotz und Patrick Wirschnitzer noch im vergangenen April zu Gast. Ein schwerer Bühnenunfall im Jahr zuvor hatte ihm zugesetzt. „Vom Gehen her gehandicapt“, sagte damals Doc Knotz, „aber von den Fingern her – wunderbar.“