Eine Jubiläumsfeier in Rothenburg mit Dudelsack und Filmmusik | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 29.12.2023 15:17

Eine Jubiläumsfeier in Rothenburg mit Dudelsack und Filmmusik

Seit zehn Jahren steht er dem Orchester vor: Dirigent Jan-Peter Scheurer; hier mit den Musikerinnen und Musikern des Stadt- und Jugendblasorchesters. (Foto: Margit Schwandt)
Seit zehn Jahren steht er dem Orchester vor: Dirigent Jan-Peter Scheurer; hier mit den Musikerinnen und Musikern des Stadt- und Jugendblasorchesters. (Foto: Margit Schwandt)
Seit zehn Jahren steht er dem Orchester vor: Dirigent Jan-Peter Scheurer; hier mit den Musikerinnen und Musikern des Stadt- und Jugendblasorchesters. (Foto: Margit Schwandt)

Hymnenhafte Klänge erfüllen die Reichsstadthalle, das Stadt- und Jugendblasorchester entführt die Zuhörenden ins Universum. Mit einem Hör-Erlebnis vom Feinsten eröffnet Dirigent Jan-Peter Scheurer den ersten von insgesamt zwei Abenden am Mittwoch und Donnerstag.

In der Orchestersuite „Die Planeten“ von Gustav Holst widmet er sich dem Jupiter. Ein stimmungsvoller, gelungener Auftakt des Weihnachtskonzertes, das den Höhepunkt und Abschluss des Jubiläumsjahres bildet. Denn das Stadt- und Jugendblasorchester feiert 40. Geburtstag.

Der Komponist Gustav Holst ist Brite. Die Musik des Vereinigten Königreiches prägt den Abend. Rhythmisch mitreißend und äußerst präzise mit sauber herausgearbeiteten Stimmgruppen, zeigen die jungen Musikerinnen und Musiker ihr Können. Dann betritt die historische Dudelsack-Spielgruppe Mummenschanz die Treppe in der Reichsstadthalle. Sie interpretiert den Merseburger Zauberspruch auf ihre eigene Weise.

Viel Applaus und Bravorufe

Pfarrer i. R. Peter Noack moderiert das Konzert. Geschickt baut er gedankliche Brücken zu den Dudelsackklängen, die das Publikum eintauchen lassen in die schottische Lebensart. „Highland Cathedral“ erklingt zunächst mit Zimbeln und Trommel, dann übernimmt das Orchester. Erste Bravorufe sind zu hören und es gibt viel Applaus.

Temperamentvoll geht es hinein in die Englisch Folk Song Suite, die vor 100 Jahren uraufgeführt wurde und das englische Lebensgefühl vermittelt. Es sind bekannte Melodien zu hören, einzelne Stimmgruppen sind fein herausgearbeitet, immer wieder eingebettet in den vollen Orchesterklang.

Keltische Folklore und James Bond

Nach der Pause tritt das Nachwuchsorchester mit Dirigent Dirk Semmler auf. Neun Jungen und fünf Mädchen spielen traditionelle keltische Folklore. Mitreißend ist auch ihre Darstellung beschwingter Jazz-Melodien aus den 1930er-Jahren, deren Sound sie geschickt einfangen und auf die Bühne bringen.

Der zweite Teil des Abends gilt der Filmmusik. Peter Noack kündigt die Titelmelodie der James-Bond-Filme an. Fetzig und frech, temporeich und laut, bringt das Orchester mit dem unverwechselbaren Sound Actionfilm-Feeling in die Halle.

„The Best of Ed Sheeran“

Das abschließende Potpourri über „The Best of Ed Sheeran“ gehört den Saxophonen, die immer wieder solistisch aus dem Orchester hervortreten – mit ihrem unverwechselbaren Sound. Jetzt holen Dr. Wolfgang Scheurer und Anja Endress von der Vorstandschaft drei Personen auf die Bühne. Sie danken Dirk Semmler für die hervorragende Arbeit mit dem Nachwuchsorchester. Herausragend sei zudem die Entwicklung des Stadt- und Jugendblasorchesters unter dem Dirigat von Jan-Peter Scheurer. Seit zehn Jahren steht er dem Orchester vor. Parallel dazu habe Peter Noack die Konzerte moderiert und das immer charmant, hintergründig und unterhaltsam getan.

Jan-Peter Scheuer überlässt Peter Noack zum Abschluss das Dirigenten-Pult, um das letzte Stück des Abends – die Filmmusikbearbeitungen zu Ben Hur – zu dirigieren. Doch Noack holt Scheurer zurück. Die Moderation liege ihm doch mehr als das Dirigieren, meint er.

Jetzt zeigt das Orchester noch einmal sein ganzes Können und darf sich nicht ohne eine Zugabe verabschieden. Die Filmmusik von „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ haben sie im Repertoire und zaubern damit noch einmal Weihnachtsstimmung auf die Bühne. Und zum bevorstehenden Jahreswechsel? Da gibt es noch etwas zum Mitklatschen – traditionell, mit dem Radetzky-Marsch.


Von Margit Schwandt
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