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Veröffentlicht am 13.08.2026 09:55

Ernte-Tricks: So bleiben Obst und Gemüse monatelang frisch

Bei Obst unterscheidet man bei der Ernte zwischen Baumreife und Genussreife. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn)
Bei Obst unterscheidet man bei der Ernte zwischen Baumreife und Genussreife. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn)
Bei Obst unterscheidet man bei der Ernte zwischen Baumreife und Genussreife. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn)

Vom ersten Sprießen bis zur vollen Pracht: Monate hat man sein angebautes Obst und Gemüse gehegt und gepflegt, jetzt kommt die Zeit, die Erträge einzufahren. Ob reife Beeren, Pflaumen, Wurzelgemüse oder Kräuter - wann sollte wie geerntet und gelagert werden? 

Gartenbauexperte Lutz Popp vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege hat Tipps parat. Sein Motto ist: „Eine erfolgreiche Lagerung beginnt bereits bei der Ernte.“ 

Wann ist der richtige Erntezeitpunkt fürs Gemüse?

Bei Gemüse habe der Zeitpunkt großen Einfluss auf die Qualität. „Vor allem kühle Abende nach einem sonnigen Tag bieten sich an, denn dann ist das Aroma am intensivsten, der Vitamingehalt am höchsten und der Nitratgehalt am niedrigsten“, erklärt er. „Grundsätzlich sollte stets bei trockenem Wetter geerntet werden“, rät Popp. 

Genuss- oder Baumreif? Zeichen, wann Äpfel und Birnen ab müssen 

Beim Obst müsse zwischen Baumreife und Genussreife unterschieden werden. Während Beeren und frühe Sorten vollreif gepflückt werden sollten, erreichen Winteräpfel, etwa Boskoop, und Winterbirnen, etwa Alexander Lucas, ihre Genussreife erst nach einer gewissen Lagerphase. Baumreif sind sie aber schon eher. Und zwar dann, „wenn sich beim vorsichtigen Anheben und Drehen der Frucht der Stiel leicht vom Ast löst“, so der Profi. 

Druckstellen am Obst sollte man dabei unbedingt vermeiden, da diese Lagerfäulnis begünstigen. Es hilft auch, einen Test-Apfel oder eine Test-Birne aufzuschneiden: „Braun gefärbte Kerne sind ein sicheres Zeichen für die Erntereife.“

Gemüse waschen oder nicht waschen?

Bevor Gemüse ins Lager wandert, sollte es auf keinen Fall gewaschen werden, denn Feuchtigkeit begünstigt die Ausbreitung von Schimmel, erklärt Popp.

Blätter abdrehen oder abschneiden?

Bei Karotten, Rettichen, Sellerie und Pastinaken muss das Laub laut Popp komplett abgedreht werden, da die Blätter den Rüben sonst Feuchtigkeit entziehen. 

Bei Roten Rüben, Schwarzwurzeln und Chicorée hingegen belässt man das Grün etwa daumenbreit dran. Kohlarten werden am besten mit Strunk und den schützenden Außenblättern eingelagert. 

Einlagerung - auf keinen Fall alles zusammen

Obst und Gemüse sollten getrennt lagern. Reifendes Obst verströmt das unsichtbare Reifegas Ethylen. Dieses Gas beschleunigt den Alterungsprozess von Gemüse maßgeblich.

Ein Lagertipp: „Wer über einen kühlen, dunklen und gut zu lüftenden Keller mit einer optimalen Temperatur zwischen drei und fünf Grad und 70 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit verfügt, kann Wurzelgemüse in Kisten mit feuchtem Sand einschichten“, rät Popp. 

Der Gefrierbeutel-Trick

Für Äpfel und Birnen empfiehlt er die Folienlagerung in dünnen Gefrierbeuteln. Dabei ist aber entscheidend, nach zwei Wochen kleine Löcher in die Folie zu piksen. „Es reichen zwei kleine Nadelstiche pro zwei Kilo Obst aus, um überschüssiges Kohlendioxid entweichen zu lassen und die Früchte monatelang frisch zu halten“, erklärt der Fachmann.

Drei unterschiedliche Konservierungsmethoden und ein No-Go

Soll die Ernte langfristig haltbar gemacht werden, bieten sich bewährte Verfahren an:

  • Trocknen: Kräuter bei rund 20-28 Grad in einem dunklen, gut belüfteten Raum, Obst bei 30 bis 50 Grad, etwa in einem solarbetriebenen Dörrgerät.
  • Tieffrieren: Eignet sich vor allem für Gemüse. Es wird vor dem Einfrieren kurz blanchiert und dann kalt abgeschreckt.
  • Fermentieren: Das Einlegen von z. B. gehobeltem Kohl oder geraspelten Möhren mit Salz setzt eine Milchsäuregärung in Gang. Das Gemüse wird haltbar, bekömmlich und ist eine absolute Wohltat für die Darmflora.

Aber Achtung: Vom unzureichend kontrollierten Einlegen und Konservieren in purem Öl raten das Bundeszentrum für Ernährung und das Bundesinstitut für Risikobewertung Privathaushalten ab, weil das Öl luftdicht abschließt und sich darin das lebensgefährliche Bakterium Clostridium botulinum vermehren kann und so das starke Nervengift Botox produziert. Auch reines Einlegen in milde Essig-Öl-Mischungen ohne verlässlichen Säuregrad und erforderlicher Kühlung kann den Verderb nicht zuverlässig stoppen.

© dpa-infocom, dpa:260813-930-522966/1


Von dpa
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