Erster Hand-Nachweis Nordbayerns einer besonderen Fledermaus | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 25.04.2025 19:00

Erster Hand-Nachweis Nordbayerns einer besonderen Fledermaus

Der weiße Rand ist namensgebend. Bei manchen Exemplaren fehlt er jedoch. Da helfen dann nur die Lupe und Erfahrung. (Foto: Lenka Stepanek)
Der weiße Rand ist namensgebend. Bei manchen Exemplaren fehlt er jedoch. Da helfen dann nur die Lupe und Erfahrung. (Foto: Lenka Stepanek)
Der weiße Rand ist namensgebend. Bei manchen Exemplaren fehlt er jedoch. Da helfen dann nur die Lupe und Erfahrung. (Foto: Lenka Stepanek)

Die Scheinfelder Fledermaus-Aufzuchtstation verzeichnet die erste Weißrandfledermaus Nordbayerns. Das Biologenpaar Jana Stepanek und Dr. Wolf-Peter Friedrich staunte nicht schlecht, als eine befreundete Tierschützerin einen inzwischen genesenen Pflegling aus Niederwerrn bei Schweinfurt zu ihnen brachte.

Dieses nun als Werrner (mit zwei „r“) getaufte Männchen entpuppte sich als eine in unseren Breiten absolut seltene Weißrandfledermaus (Pipistrellus kuhlii). „Weißrandfledermäuse zählen mit ihren fünf bis zehn Gramm zu den kleinsten Fledermausarten und sind leicht mit der europaweit häufigen Zwergfledermaus zu verwechseln“, erklärt Stepanek.

Bisher nur Rufe mit Batdetektor geortet

Namensgebend ist der auf den ersten Blick auffallende weiße Saum am Flughautrand, der jedoch bei manchen Exemplaren fehlen kann. „In so einem Fall hilft zwecks Artbestimmung nur noch eine gute Lupe sowie ein geschulter Blick auf die Zähne“, weiß die Fledermaus-Expertin.

Fledermausforschern, die sich mit Rufanalysen von Fledermäusen beschäftigen, ist es zwar schon gelungen, die Rufe einzelner Weißrandfledermäuse mit einem Batdetektor in Aschaffenburg, Coburg und Nürnberg nachzuweisen, doch bis jetzt ging in Nordbayern diese Art zuvor noch nie ins Netz. „Somit ist Werrner der erste auch in der Hand bestätigte, nördlichste Nachweis für Bayern“, erläuterte Jana Stepanek.

Folge der Klima-Veränderung

Früher lediglich im Mittelmeerraum beheimatet, ist diese an Siedlungsräume gebundene, wärmeliebende Art auch in südbayerischen Städten wie München, Augsburg und Ingolstadt heimisch geworden und scheint sich nun im Zuge der Klima-Erwärmung durch wärmere Flusstäler auch peu à peu nach Norden auszubreiten. Auf diese Weise liefern Daten aus Fledermaus-Auffangstationen, in denen in erster Linie der Tierschutz (das Aufpäppeln und anschließende Auswildern von Einzeltieren) im Vordergrund steht, durch solche Zufallsfunde wie den kleinen Werrner ganz nebenbei wichtige Hinweise auf das Vorkommen und die Verbreitung von Fledermausarten und sind für das bayernweite Fledermaus-Monitoring und letztendlich den damit verbundenen Artenschutz von Bedeutung.

Gestrandete Fledermäuse können nach telefonischer Absprache (09162/928748) in der Scheinfelder Pflegestation unterkommen. Diese bietet bis zu 50 pflegebedürftigen Fledermäusen pro Jahr eine vorübergehende Herberge. Jana Stepanek und Dr. Wolf-Peter Friedrich kümmern sich seit über 20 Jahren in Scheinfeld um die Tiere, die – nach erfolgreicher Genesung – ausgewildert werden. Die nächste Fledermausstation befindet sich ansonsten in Fürth.

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