Die Lage um das Theater Ansbach sowie die andauernde Schließung des Großen Hauses bleiben brandaktuell. Heribert Schmidt, Vorsitzender der Theatergenossenschaft, hat nun beim Theater-Stammtisch des Fördervereins ein wenig Licht ins Dunkel gebracht. Er hat einen Beginn der Bauarbeiten und eine Verkleinerung des Ensembles angekündigt.
Nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt sei es das Ziel, im nächsten Jahr die erforderlichen Arbeiten auszuschreiben, erklärte Schmidt. Aufgrund der voraussichtlichen Kostenhöhe müsse dies europaweit geschehen, was zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet. Läuft es nach Plan, könnte im Herbst 2025 mit dem Umbau begonnen werden, berichtete Schmidt. Voraussetzung ist, dass der Stadtrat die erforderlichen Mittel im Haushalt bereit stellt. Denn das Budgetrecht liegt bei den Stadträten.
Klar sei mittlerweile, dass nicht mehr der Brandschutz das große Thema sei, sondern die problematische Be- und Entlüftung des Raumes, festgestellt durch einen externen Gutachter, führte der Genossenschaftsvorsitzende aus. Der Bauplan sei wohl nicht korrekt umgesetzt worden. Eine ordentliche Bauabnahme habe es nicht gegeben, was heute den Beteiligten auf die Füße falle.
Selbst wenn alles läuft wie geplant, rechnen der Genossenschaftsvorsitzende und seine Stellvertreterin Nadine Maurer, die ebenfalls zum Stammtisch gekommen war, nach gegenwärtigem Stand nicht damit, dass der große Theatersaal 2026 bereits wieder bespielbar sein wird. Fehlende Ersatzspielstätten für ein größeres Publikum – auf der kleinen Bühne und hinterm Eisernen wird ja weiter gespielt – erschwerten die Lage des Theaters zusätzlich, da das Haus so auch durch die fehlenden Einnahmen in eine finanzielle Schieflage käme.
Mit voller Unterstützung der Stadt sei nicht zu rechnen, lautete die Einschätzung Schmidts. Eine – zumindest vorübergehende – Reduzierung des festen fünfköpfigen Ensembles um zwei Stellen sei daher zwingend. Bei Bedarf könnten aber weiterhin Gastspieler engagiert werden. Hierfür stehen zwei Stellen zur Verfügung.
Erste „Nichtverlängerungsgespräche“ mit den Betroffen gebe es bereits, so Schmidt. Hintergrund: Es ist am Theater üblich, dass die Schauspieler Zeitverträge haben. Es wird also niemand entlassen, nur nicht verlängert. Die geplante Reduzierung wird sich erst im kommenden Jahr auswirken. Für die Zeit nach einem Umbau hofft Schmidt, dass die Genossenschaft das Ensemble wieder auf die volle Stärke hochfahren kann. Er selbst wird dann allerdings nicht mehr Vorsitzender der Genossenschaft sein. Er scheidet bei den Wahlen im Herbst aus.
Die Themenpalette beim Stammtisch drehte sich nahezu ausschließlich um den gegenwärtigen Informationsstand sowie darum, wie es mit dem Theater weitergehen soll, wie der zeitliche Rahmen aussehen oder auch wann überhaupt wieder im Großen Haus gespielt werden kann. Das seien Themen, die die Bürgerinnen und Bürger Ansbachs beschäftigten und worauf es kaum offizielle Antworten gebe, beklagte Wolfgang Neumann, der Vorsitzende des Fördervereins „Freunde des Theaters Ansbach – Kultur am Schloss“. Er hatte bereits eingangs die Theatermacher entschuldigt, die wegen der anstehenden Premieren mit den letzten Proben beschäftigt seien.
Heinz Kreiselmeyer wiederholte seine Klage, dass die Bitte um Aufklärung nicht mit der abwertenden Bezeichnung als „Stammtischparolen“ abgetan werden dürfe. Es sei nicht korrekt, dass die Stadt da abtauche. Die Genossenschaftsvorstände Heribert Schmidt und Nadine Maurer bemühten sich redlich, Licht ins Dunkel zu bringen, betonten aber, dass sie natürlich nicht für die Stadt sprechen könnten. Diese ist aber Eigentümerin des Borkholder-Hauses und somit für die Instandsetzung zuständig.
Auch er hätte vieles erst vor Kurzem erfahren, sagte der Vorsitzende mit Blick auf den Informationsfluss durch die Stadt. Wie dann die Struktur des Kulturbetriebs aussehen könnte, da gingen die Meinungen ziemlich auseinander, sie lägen zwischen Ensembletheater und Bespieltheater, vielleicht sogar einer Mischform. Da sei aber noch alles offen und erfordere viele weitere Gespräche. „An einer Existenzberechtigung des Theaters“, so Schmidt, „besteht derzeit aber kein Zweifel.“