Im Leutershäuser Stadtteil Frommetsfelden (Landkreis Ansbach) sollen demnächst bis zu 225.000 Legehennen gehalten werden. Ein bestehender Betrieb will von der Zucht von Puten auf Hühner umstellen. Grund ist, dass dort vor eineinhalb Jahren 15.000 Puten wegen des Verdachtes des Ausbruchs der Geflügelpest getötet werden mussten.
Der Betreiber will stattdessen nun Legehennen halten, weil bei Hühnern die Gefahr einer Tierseuche geringer sei, hieß es im Stadtrat von Leutershausen. Das Gremium stimmte der für diese Nutzungsänderung nötigen Änderung des Bebauungsplanes zu und fasste mehrheitlich einen Aufstellungsbeschluss. Die Kosten für das Verfahren müsse, so Bürgermeister Markus Liebich, der Antragsteller tragen.
Der Rathauschef machte deutlich, dass keine baulichen Veränderungen erfolgen sollen. Die bestehenden Stallgebäude würden lediglich umgenutzt. Dies sei eine genehmigungspflichtige Umnutzung im Sinne der Bauordnung, so der Bürgermeister weiter.
Für das Vorhaben gebe es keine Privilegierung. Deshalb seien die Aufstellung eines vorhabensbezogenen Bebauungsplanes und eine Änderung des Flächennutzungsplanes nötig, weil es sich um eine gewerbliche und nicht um eine landwirtschaftliche Tierhaltung handle. Ein Kriterium für Landwirtschaft ist, dass das Futter für die Tiere überwiegend auf den zum Betrieb gehörenden Flächen erzeugt wird.
Stadträtin Renate Götzenberger (ALL) berichtete von einem großen Diskussionsbedarf der Bevölkerung in Frommetsfelden und wies darauf hin, dass mit dieser Änderung einer der größten Legehennen-Ställe Bayerns in Frommetsfelden stehen werde. Sie stellte die grundsätzliche Frage, wo es mit der Landwirtschaft hingehen solle und ob die Gesellschaft Massentierhaltung in diesem Umfang wolle.
Stadtrat Thomas Härpfer (CSU) wies darauf hin, dass bisher bis zu 60.000 Puten in den Ställen gehalten wurden. Durch den Wechsel werde sich die Immission sogar verringern.
Der Betreiber des Betriebes in Frommetsfelden, Christoph Ballenberger, führte im Stadtrat aus, dass es bei der Haltung der Legehennen zweimal pro Woche zu Lkw-Verkehr kommen werde, wenn die Eier abgeholt werden. Außerdem sagte er, dass nur 160.000 Legehennen gehalten werden sollen. Für neun Hennen sei ein Quadratmeter Stallfläche nötig. Die Hennen sollen in Bodenhaltung auf mehreren Ebenen in den bestehenden Gebäuden untergebracht werden.
Markus Liebich wies den Betreiber darauf hin, dass er bei seinen Planungen die Ortsgemeinschaft zu wenig mitgenommen und informiert habe. Er riet Ballenberger eindringlich, zeitnah eine Informationsveranstaltung zu organisieren und seine Pläne zu erläutern.