Es geht strenggenommen um Verkehrssicherheit und Lärmschutz, inzwischen ist die Obi-Einmündung aber ein Politikum: Die Grünen möchten in diesem Zusammenhang die Ortstafeln in der Schalkhäuser Landstraße nach Westen versetzen.
Über diesen Antrag soll der Stadtrat bereits in seiner nächsten Sitzung am 30. Juli entscheiden. Sprich: Die Zeit drängt aus Sicht der Grünen-Volksvertreter. Sie sehen „eine gewisse Dringlichkeit”, nachdem laut ihrer Mitteilung im Umwelt- und Verkehrsausschuss Anfang Februar eine Maßnahme zur Verbesserung des Radverkehrs in der Schalkhäuser Landstraße beschlossen wurde, die Finanzierung offen ist und die Entscheidung darüber aussteht. „Die Maßnahme bedarf überplanmäßiger Mittel”, erklärt Co-Fraktionsvorsitzender Oliver Rühl. Im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss am 10. Juli war die Entscheidung in den Stadtrat am 30. Juli verwiesen worden.
In der Zwischenzeit hat die städtische Verwaltung an der als Unfallschwerpunkt ausgemachten neuralgischen Stelle allerdings Fakten geschaffen. An der Einmündung in die Straße „Am Reiterzentrum” wurden Vorfahrt-Gewähren-Schilder auf dem Gehweg mit Radfahrer frei platziert. Zudem ist die rote Fahrbahnmarkierung entfernt worden, die das Kreuzen von Radlern verdeutlichen sollte. Im Alltag hatte dieses Mittel freilich nicht überzeugend gegriffen. Immer wieder war es zu gefährlichen Situationen und Zusammenstößen zwischen motorisierten Verkehrsteilnehmern und Radfahrern gekommen.
Daher sah sich die Verwaltung, gestützt auf die Einschätzung der Verkehrsbehörde und der Unfallkommission, zum Handeln gezwungen und verwies dabei im Nachgang auf die Beseitigung einer „unmittelbaren Gefahrenstelle”. Ein Umstand, der den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) auf den Plan rief. „Ein Rückschritt in die Verkehrspolitik der 1970er Jahre”, kritisierte die Organisation und bemängelte vor allem die Vorgehensweise der Stadt. „Hier wurde der zweite Schritt vor dem ersten gemacht.”
Die Grünen enthalten sich derweil offiziell der Kritik und setzen auf einen pragmatischen wie kostengünstigen Vorschlag. Nach ihrer Idee soll die Ortstafel in der Schalkhäuser Landstraße nach Westen vor die Bushaltestelle „Am Kornfeld“ versetzt werden. Das erhöhe die Verkehrssicherheit und eröffne die Möglichkeit, die Geschwindigkeit in dem Bereich von bislang 60 auf 50 km/h zu reduzieren und die Regelungsmöglichkeiten für den sicheren Fuß- und Radverkehr zu erweitern. Nebenbei würde die Maßnahme den Lärmschutz für die Siedlung „Am Kornfeld“ verbessern.
Als Beispiel für eine derartige Regelung bringen die Grünen „eine ähnliche Situation” in Meinhardswinden ins Spiel. Dort ist die Ortstafel „Ansbach” an einer Stelle platziert, an der – wie in der Schalkhäuser Landstraße – keine geschlossene Bebauung vorliegt.