Viel Zeit, Geld und Mühen hat die Gemeinde Gutenstetten ins Kolb-Areal gesteckt, um es vom hässlichen Entlein zum Schmuckstück zu entwickeln. Das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Nun bereitet allerdings der Saal des Anwesens Probleme – denn die Akustik ist für Kulturveranstaltungen keineswegs ideal.
Der Männergesangverein Gutenstetten hat dort sein neues Probenlokal gefunden, wofür die Sänger sehr dankbar sind. „Dennoch hat sich im laufenden Probenbetrieb des Jahres 2022 herausgestellt, dass die Akustik im Saal nicht optimal ist“, schreibt der Vorsitzende und Chorleiter Konrad Faust an den Gemeinderat. Die Feststellung: Der Saal ist aufgrund seiner Höhe sowie der großen und blanken Wandflächen „sehr hellhörig“. Außerdem fehlen schallschluckende Elemente.
„Einerseits ist dieser Umstand, was das Üben von Liedern angeht, teilweise vorteilhaft, andererseits ergeben sich Probleme bei der normalen Konversation, da alle Wände im Raum alle Geräusche eins zu eins reflektieren“, schreibt Faust weiter ans Ratsgremium.
Der Geräuschpegel schaukele sich dadurch sehr stark hoch, „was nach unserer Meinung mit professioneller Begutachtung und Überarbeitung der Situation gelöst werden muss“, so der Männergesangverein weiter. Die Unterseiten der Tische und Stühle wurden in einem ersten Schritt bereits mit entsprechendem Akustikschaumstoff beklebt, was allerdings nicht den gewünschten Effekt erzielt hat. Das hatten dem Chorleiter auch bereits andere Nutzer des Raums so bestätigt. Der MGV Gutenstetten stellte deshalb – „im Sinne aller Nutzer“ – den Antrag, die Akustik im Kolb-Saal mit Hilfe eines Profis zu verbessern.
In der jüngsten Ratssitzung stand besagter Antrag auf der Tagesordnung. Überrascht war davon niemand. „Die Akustik ist schlecht“, befand auch Klaus Nirsberger. Eigentlich hätte ein Holzboden verlegt werden müssen, der dämpft, kommentierte Heiko Boden. Gerhard Knöchlein erwiderte: „Das Problem ist der hohe Raum.“ Diese Höhe mache allerdings den Charme des Saals aus, betonte Ursula Pfäfflin Nefian, die sich klar gegen eine Zwischendecke oder Ähnliches aussprach.
Er habe vorab Kontakt zum Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) in Ansbach gehabt, sagte Gutenstettens Bürgermeister Gerhard Eichner. ALE-Vertreter Joachim Reindler habe ihn dazu ermutigt, die nötigen Schritte einzuleiten und empfohlen, die Maßnahme beim Förderprogramm „Regionalbudget“ für das Jahr 2024 anzumelden. Die Umsetzung soll dann in enger Absprache mit dem ALE erfolgen.
Da die Lösung laut Eichner „kein Larifari“ sein soll, wird sich der Bürgermeister jetzt erkundigen und einen Experten mit ins Boot holen. „Wenn etwas spruchreif ist, landet es wieder auf dem Tisch des Gemeinderates.“ So verblieb man.