Mit Rosetten dekorierte Feierabendziegel, Firstziegel mit Tierfiguren, schwere Gotikziegel und rautenförmige Dachplatten aus Beton sind einige der Besonderheiten des Dachziegelarchivs des Freilandmuseums in Bad Windsheim. Anlässlich des Handwerker- und Techniktags am Sonntag, 12. April, steht es Interessierten offen.
Mehr als 1000 Exponate zählt das Dachziegelarchiv, das nach wie vor ergänzt wird – zuletzt etwa mit beschrifteten sogenannten Krempern und Firstziegeln aus dem nördlichen Unterfranken, die der Bamberger Dachdeckermeister Edgar Ströhlein zusammengetragen hat.
Der Handwerker- und Techniktag ist traditionell einer der wenigen Anlässe, zu welchen das Archiv frei zugänglich ist. Bereits ab 11 Uhr sind verschiedene Fahrzeugraritäten des Museums in Aktion zu erleben, darunter der Steinbrecher, die Feldbahn und der Derrickkran.
Währenddessen können Besucherinnen und Besucher die Museumshandwerker bei verschiedenen Arbeiten im Gelände erleben. So werden unter anderem Dreschflegel hergestellt und auch die Herstellung von sogenanntem Sumpfkalk wird demonstriert, wenn Kalk mit Wasser abgelöscht wird.
Nicht nur die Experten sind in der Baugruppe Altmühlfranken beim Dachdecken mit Kalkplatten zugange, an einer Mitmachstation können sich auch Besucherinnen und Besucher an einem Modelldach mit den schweren Legschieferplatten versuchen. Die Ziegelei bietet einen weiteren Schwerpunkt für den Museumsnachwuchs, dort können Ziegel angefertigt werden.
Bei der offenen Führung ab 11 Uhr stehen vierrädrige Raritäten im Mittelpunkt: „Bindemäher und Biberschwänze“. Ebenfalls am Sonntag, 12. April, findet im Freilandmuseum der Tag der bayerischen Freilichtmuseen statt. In allen Freilichtmuseen im Freistaat steht dann das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt.