Mit dem Wechsel in den Pfälzischen Sportschützenbund erhofft sich Hanna Bühlmeyer aus Frankenhofen (Gemeinde Wettringen im Landkreis Ansbach) neuen Schwung im Hinblick auf ihre Karriere in der Nationalmannschaft. Ihrem bayerischen Ligateam bleibt die 27-Jährige aber treu, auch wenn es da sportlich zuletzt die fast schon gewohnte Enttäuschung gab.
Als Vierter der Bundesliga Süd hatte sich der Bund München für das Endturnier um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert und flog wieder nach dem Viertelfinale raus.
Um die 3000 Besucher sorgten in der ratiopharm arena in Neu-Ulm für ausgezeichnete Stimmung, die die Münchner aber nur am ersten Tag genießen konnten. Ihr Pech war, auf einen bärenstarken Gegner in Hochform zu treffen. Der SV Wieckenberg aus der Nähe von Hannover, Bundesliga-Sieger der Nord-Gruppe und späterer Titelträger, schoss wie entfesselt und stellte den Münchnern mit 1990 Ringen, was einen formidabeln Schnitt von 398 bedeutet, eine unlösbare Aufgabe.
„Das ist eine ganz junge Mannschaft mit etlichen Kaderschützen. Uns war klar, dass es sehr schwer werden würde. Dennoch war die Enttäuschung hinterher groß“, berichtet Bühlmeyer, die nun zum vierten Mal im Viertelfinale ausschied.
Die Doktorandin an der Universität in Erlangen im Bereich physikalische Chemie zeigte trotz großer Nervosität einen ordentlichen Wettkampf. Die entscheidenden Ringe verlor sie gleich in der ersten Serie (zehn Schuss), die nur 97 Ringe ergaben. Danach steigerte sie sich (99, 100, 100), was insgesamt ordentliche 396 Ringe ergab. Ihre Gegnerin Kathrin Grabowski erzielte nur einen Ring mehr.
In den elf regulären Ligawettkämpfen kam Bühlmeyer auf einen Schnitt von 397,45 Ringen (so hoch wie nie zuvor, einmal gelangen optimale 400). Sie gehörte gemeinsam mit ihrem Partner Daniel Karg zu den Leistungsträgern im Münchner Team. „Die Stimmung beim Finale war extrem gut. Echt cool, wie unser Sport da präsentiert wurde“, sagt Bühlmeyer. Für sie und den Bund heißt es auf ein Neues im nächsten Jahr.
Zu Ende ist dagegen ihre Geduld mit dem Bayerischen Sportschützenbund. „Ich war unglücklich im Bayernkader“, berichtet Bühlmeyer. Es gab Differenzen unter anderem bezüglich der Trainingsgestaltung, ein Wechsel schien angezeigt, „schließlich spielt der Kopf bei uns ja eine entscheidende Rolle.“
Gelandet ist sie schließlich im Pfälzischen Sportschützenbund bei den Landestrainern Rüdiger Wirtz und Carsten Hees, die sie und Karg gleich in den Landeskader aufnahmen. Die wichtigen Olympischen Disziplinen bei Meisterschaften wird Bühlmeyer daher künftig für den neuen Verein Bodenheim, wenige Kilometer südlich von Mainz gelegen, schießen.
Das Wettkampfjahr bisher hielt aber nicht nur Enttäuschungen parat. Beim international besetzten Meytoncup im Januar mischte Bühlmeyer in der Frauenkonkurrenz ganz vorne mit.
Mit Ergebnissen deutlich über der Grenze von 630 Ringen schoss sie sich zweimal ins Finale. Einmal setzte sie sich gegen Konkurrentinnen unter anderen aus Argentinien und den USA durch und holte den Sieg, im anderen Wettkampf verpasste sie als Vierte nur knapp eine weitere Einzelmedaille.
Gemeinsam mit Karg schoss sich Bühlmeyer in Österreich zudem als Vorkampfsiegerin ins Finale des Mixed-Wettbewerbs, in dem das fränkische Duo der Paarung aus Bukarest um den ehemaligen Weltmeister Peter Sidi unterlag.
„Da habe ich wie befreit geschossen und bewiesen, dass ich international konkurrenzfähig bin“, sagt Bühlmeyer. Mit schönem Gruß, das darf man mitdenken, an den deutschen und bayerischen Verband.
Der nächste wichtige internationale Wettkampf ist der ISAS in Dortmund im März. Über gute Platzierungen bei Ranglisten und wichtigen Wettbewerben hofft die mehrfache Deutsche Meisterin, den Weg zurück in den Nationalkader zu finden.
DM-Finale, Meytoncup und ISAS, alles recht und gut, aber für das meiste Prickeln sorgt der Masters-Cup daheim in Wassertrüdingen. Den hat Bühlmeyer im Dezember als Favoritin gewonnen. „Ein gut gemachter Wettbewerb, bei dem mich wirklich jeder kennt, da bin ich immer extrem aufgeregt“.