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Veröffentlicht am 10.08.2026 14:06

Heizen und Kühlen mit einem Gerät: Wann diese Lösung lohnt

Die Luft-Luft-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme, um damit die Raumluft zu erwärmen. Sie kann aber auch Räume kühlen. (Foto: Daniel Maurer/dpa-tmn)
Die Luft-Luft-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme, um damit die Raumluft zu erwärmen. Sie kann aber auch Räume kühlen. (Foto: Daniel Maurer/dpa-tmn)
Die Luft-Luft-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme, um damit die Raumluft zu erwärmen. Sie kann aber auch Räume kühlen. (Foto: Daniel Maurer/dpa-tmn)

Kühlen oder Heizen je nach Bedarf: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann beides. Zudem ist sie im Vergleich mit einer herkömmlichen Wärmepumpe günstiger in der Anschaffung und weniger aufwendig zu installieren. Darauf weist das Informationsprogramm Zukunft Altbau hin. Allerdings macht so ein Gerät nicht in jeder Wohnung Sinn.

Wie funktionieren Luft-Luft-Wärmepumpen?

Simpel ausgedrückt: Sollen sie kühlen, entziehen Luft-Luft-Wärmepumpen der Raumluft Wärme und geben diese an die Außenluft ab. In der Folge sinkt die Temperatur in der Wohnung. Dreht man den Prozess um, wird eine Heizung daraus. Dann wird der Außenluft Wärme entzogen, die die Raumluft erwärmt. Es findet aber kein Luftaustausch und damit keine Lüftung statt. 

Auch Split-Klimaanlagen genannt, gibt es das Gerät als Single-Split- oder Multi-Split-Anlage. Je nachdem mit einer Außen- und einer Inneneinheit oder zwei bis fünf Inneneinheiten pro Außeneinheit. Heizkörper und Rohleitungen sind nicht nötig, aber ein elektrischer Anschluss, ein Kondensatablauf und eine Kältemittelleitung, die das Innen und Außen verbindet.

Wo lohnen sich Luft-Luft-Wärmepumpen?

Mit rund 3.000 Euro pro Raum sind die Klimageräte meist deutlich günstiger als andere Wärmepumpen-Typen. Installieren muss ein Fachbetrieb, auch das ist aber in Vergleich einfacher. Pluspunkt ist die Kombi aus Heizen und Kühlen. Und Menschen mit Allergien profitieren von den Staub- und Partikelfiltern der Inneneinheit.

Nutzt man eine Luft-Luft-Wärmepumpe nicht als Ergänzung zu einer Heizung, sondern als alleiniges Heizsystem, lohnt das vor allem in unregelmäßig oder wenig genutzten Wohnungen, heißt es vom Informationsprogramm. Gut geeignet seien auch kleinere Wohnungen, weil dafür eine Außeneinheit ausreiche. Gerade wo sonst ein wassergeführtes Heizsystem nachgerüstet werden müsste, kann laut „Zukunft Altbau“ ein Klimagerät insgesamt günstiger sein.

Was zu bedenken ist

Warmwasser decken diese Geräte nicht ab - dafür muss man also eine separate Lösung finden. Auch die kastenförmige Außeneinheit gefällt manchen Hauseigentümern nicht. Im Innenraum können der entstehende Luftzug und die Strömungsgeräusche stören. Hier sollte man auf möglichst niedrige Angaben zur Lautstärke in Dezibel (dB) achten, rät das Team Energieberatung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) auf seiner Webseite.

Größere Wohnungen oder Häuser sind nach Ansicht der Zukunft-Altbau-Experten allerdings eher ungeeignet für Luft-Luft-Wärmepumpen, und auch in unsanierten Bestandsgebäuden sollte man nicht ausschließlich darauf setzen. Die vzbv-Energieberatung empfiehlt, Luft-Luft-Wärmepumpen überhaupt nur in gut gedämmten Objekten einzusetzen.

Kosten überschlagen

Anschaffung und Einbau sind auch eine Kostenfrage. Die Energieberater rechnen mit einer Gesamtinvestition zwischen 5.000 und 10.000 Euro, verweisen auf ihrer Webseite aber auch auf mögliche Förderprogramme. Hinzu kommen die laufenden Betriebskosten für Wartung und vor allem Stromverbrauch.

Dieser hängt von der sogenannten Jahresarbeitszahl (JAZ) und der Nutzung ab. Die vzbv-Experten nennen als Beispiel eine JAZ von 3,5 und einen Heizbedarf von 10.000 kWh. Pro Jahr wären das ein Stromverbrauch von 2.857 kWh und bei einem Kilowattstundenpreis von 30 Cent 857 Euro Stromkosten.

© dpa-infocom, dpa:260810-930-509159/1


Von dpa
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