Hochwasserschutz für die Altstadt: In Ansbach beginnt ein Großbauprojekt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 15.10.2025 17:40

Hochwasserschutz für die Altstadt: In Ansbach beginnt ein Großbauprojekt

Die Zeit des Planes ist vorbei: Am Dienstag, 21. Oktober, starten die Arbeiten für den Hochwasserschutz der Ansbacher Altstadt. Im ersten Abschnitt geht es vor allem um ein Schöpfwerk und eine 220 Meter lange Mauer. Während des Baus kommt es zu Einschränkungen für den Straßenverkehr.

Mit dem Baubeginn startet ein Projekt, das eine zwölfjährige Vorlaufzeit hat. Denn nach den Worten des städtischen Rechtsreferenten Udo Kleinlein stammt der erste Vorentwurf aus dem Jahr 2013. Eine Vereinbarung zwischen dem Freistaat und der Stadt folgte 2015. Seit 2017 laufen die Planungen. Am 21. Oktober „geht es tatsächlich los mit dem ersten Abschnitt”, sagte Kleinlein weiter.

Eines von vier Schöpfwerken

Im Kern geht es bei dem Projekt darum, die Ansbacher Altstadt vor einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ 100) zu schützen. Dafür werden von der Voggenmühle über den Kasernendamm und Rezatparkplatz bis zur Residenz insgesamt vier Schöpfwerke und eine über einen Kilometer lange Schutzmauer gebaut. Bei der Dimensionierung ist auch ein Aufschlag in Höhe von 15 Prozent eingepreist, um den Folgen des Klimawandels gerecht zu werden.

Im ersten Bauabschnitt konzentriert sich das Wasserwirtschaftsamt auf den Bereich von der Voggenmühle bis zum Kasernendamm, wie Projektleiter Jürgen Scharvogel erklärte. Zum einen wird ein rund 220 Meter langer Teil der Hochwasserschutzmauer in diesem Bereich gebaut. Zum anderen wird hier das größte der vier eingeplanten Schöpfwerke errichtet. Das Bauwerk hat eine Fläche von zehn mal zehn Metern und eine Höhe von fünf Metern.

Sichtbar wird das Bauwerk nicht sein, weil es unterirdisch eingebaut wird. Die Schöpfwerke dienen künftig dazu, Niederschlagswasser und das aus der Kanalisation ankommende Mischwasser über Pumpen kontrolliert in die Rezat abzuleiten. Erschwert wird der Bau, weil auf der Fläche an der Kreuzung von Kasernendamm und Würzburger Straße auch die Kanalentwässerung der Altstadt verläuft. Über einen Bypass muss das Mischwasser also um die Baugrube herumgeleitet werden, wie Scharvogel ausführte.

Der zweite Bauabschnitt beginnt im Juli 2026

Geplant ist, dass der erste Bauabschnitt bis Ende 2026 abgeschlossen sein soll. Im Juli 2026 soll dann auch schon der zweite Abschnitt starten, der vom Kasernendamm bis zur Residenz verläuft. Mit dem Abschluss des Projektes rechnet Scharvogel derzeit im Sommer beziehungsweise Herbst 2028.

Wo gebaut wird, kommen fast zwangsläufig auch Einschränkungen auf den Verkehr zu. Das ist auch in diesem Fall so. Zum einen wird Tempo 30 am Kasernendamm angeordnet, wie Georg Meinicke, Leiter des Amtes für Ordnung und Sicherheit, berichtete. Zudem müssen der Kasernendamm und die Würzburger Straße einseitig gesperrt werden. Über eine Baustellenampel ist ihm zufolge aber gesichert, dass beide Straßen in beide Fahrtrichtungen befahrbar bleiben.

Die Zufahrt zum Rezatparkplatz bleibt von den Sperrungen unberührt. Anders sieht es beim Geh- und Radweg zwischen Kasernendamm und Baufeld aus. Dieser wird gesperrt, weil er als Baustellenstraße dienen muss. Dies ist notwendig, weil die vorhandene Grünfläche zwar eigentlich viel Platz bietet, aber tabu für die Bauarbeiten ist, weil sie unter Naturschutz steht.

Ein Teil der Schutzmauer steht bereits

Am Dienstag fällt also der offizielle Startschuss für den ersten Bauabschnitt. Die Verantwortlichen waren in den vergangenen Monaten auch fernab von Planungen und Absprachen nicht untätig. Im Februar zum Beispiel wurden die Vorbereitungen für den ersten Bauabschnitt getätigt. Im Gebiet entlang der Würzburger Straße und im Bereich des Kasernendammes wurden Rodungsarbeiten durchgeführt.

Einige Bäume, Sträucher und Hecken mussten entfernt werden, um Platz für die Bauschritte im ersten Abschnitt zu schaffen. Um diesen Verlust auszugleichen, sind Ersatzplanungen im Bereich des Bürgerparks und in der Nähe der Aumühle vorgesehen.

Bereits im Jahr 2023 wurde zwischen dem Theatersteg und der Residenz eine etwa 35 Meter lange Hochwasserschutzwand eingebaut. Dieser Vorgriff war nötig, weil das Staatliche Bauamt Ansbach zu dieser Zeit den Parkplatz hinter der Residenz sanieren wollte – inklusive neuer Deckschicht. Wäre die Schutzmauer erst danach gebaut worden, wäre sehr wahrscheinlich das neu gestaltete Areal durch schweres Baugerät in Mitleidenschaft gezogen worden.

Während auf der Grünfläche die Maßnahmen zum Hochwasserschutz umgesetzt werden, wird der Verkehr rund um die Kreuzung des Kasernendammes mit der Würzburger Straße eingeschränkt. (Foto: Florian Schwab)
Während auf der Grünfläche die Maßnahmen zum Hochwasserschutz umgesetzt werden, wird der Verkehr rund um die Kreuzung des Kasernendammes mit der Würzburger Straße eingeschränkt. (Foto: Florian Schwab)
Während auf der Grünfläche die Maßnahmen zum Hochwasserschutz umgesetzt werden, wird der Verkehr rund um die Kreuzung des Kasernendammes mit der Würzburger Straße eingeschränkt. (Foto: Florian Schwab)

Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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