Von nachlassendem Interesse ist keine Spur: Bürgermeister Christoph Schmoll präsentierte dem Gemeinderat einen erfreulichen Jahresbericht 2022 der Gemeindebücherei. Besonders bemerkenswert dabei: Die Ausleihzahlen sind im Vergleich zu 2021 um fast 25.000 Ausleihen gestiegen.
„Der Bericht fällt aus unserer Sicht äußerst positiv aus“, sagte Schmoll im Rahmen der Sitzung. Für das Jahr 2021, das von Corona geprägt war, verzeichnete die Gemeindebücherei noch 41.189 Ausleihen. Im vergangenen Jahr waren es dann ihm zufolge 65.995 Bücher und andere Medien, die die Neuendettelsauer ausgeliehen hatten. Damit habe man das Niveau der Jahre vor der Pandemie erreicht und teilweise sogar übertroffen, heißt es in der Sitzungsvorlage für die Gemeinderäte.
Ebenfalls positiv ist aus Sicht des Bürgermeisters, dass die Zahl der aktiven Leser gestiegen ist, von 849 in 2021 auf 974 in 2022. 192 aktive Leser davon sind maximal zwölf Jahre alt, 182 dagegen sind mindestens 60 oder älter. Von einem nachlassenden Interesse an der Bücherei, wie dies in vielen anderen bayerischen Kommunen der Fall ist, könne in Neuendettelsau keine Rede sein, heißt es in der Sitzungsvorlage weiter. Die Verwaltung bezieht sich dabei auf einen entsprechenden Bericht des Landesfachstelle Bibliotheksverband.
Was einen anderen Trend betrifft, spiegelt sich die Entwicklung dagegen auch in Neuendettelsau wieder. „Alles, was elektronisch ist, ist hipp“, sagte Bürgermeister Schmoll. Sprich: Die Zahl der Menschen, die sich zum Beispiel E-Books ausleiht, nimmt ebenfalls zu. Eine immer größere Rolle spielen zudem Non-Book-Angebote. Dazu zählen zum Beispiel Hörbücher, Brettspiele oder auch Spiele für Spielekonsolen.
Der Erfolg kam freilich nicht von alleine. Das Team der Gemeindebücherei hat viel Arbeit investiert, um das Interesse der Neuendettelsauer für die Bücherei zu erhöhen. So gibt es seit Februar 2022 ist eine Internetseite der Bücherei online, auf der sich alle Informationen kompakt und leicht zugänglich an einem Ort befinden. Mit der Homepage „konnte ein weiterer Schritt in die digitale Welt gemacht werden und vor allem die Nähe zu (jungen) Lesern ausgeweitet werden“, heißt es dazu im Jahresbericht.
Bei Kindern und Jugendlichen erfreut sich außerdem der Bestand an Comics und Mangas, also Comicbücher aus Japan, einer immer größeren Beliebtheit. Das Segment sei mittlerweile ein Selbstläufer im Angebot der Bücherei, hieß es.
Was dem Bücherei-Team zudem geholfen hat, ist die Tatsache, dass im vergangenen Jahr wieder Veranstaltungen angeboten werden konnten. Als Beispiele werden im Jahresbericht unter anderem verschiedene Autorenlesungen, ein Literaturkreis und der Sommerferien-Leseclub genannt.