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Veröffentlicht am 14.07.2023 15:55

In Rothenburg machen Kinder einen Audioguide für Kinder

Die Kinder sprechen den Audioguide ein: Tontechniker Gerhard Schäfer, Kunstlehrerin Claudia Hädicke und die Projektbegleiterin der „Art Residency“, Gesine Kleinwächter, mit drei Schülerinnen (von links). (Foto: Pauline Held)
Die Kinder sprechen den Audioguide ein: Tontechniker Gerhard Schäfer, Kunstlehrerin Claudia Hädicke und die Projektbegleiterin der „Art Residency“, Gesine Kleinwächter, mit drei Schülerinnen (von links). (Foto: Pauline Held)
Die Kinder sprechen den Audioguide ein: Tontechniker Gerhard Schäfer, Kunstlehrerin Claudia Hädicke und die Projektbegleiterin der „Art Residency“, Gesine Kleinwächter, mit drei Schülerinnen (von links). (Foto: Pauline Held)

„Kinder sehen die Welt einfach anders“, betont Claudia Hädicke. Sie ist Kunstlehrerin an der Montessorischule. Aktuell arbeitet sie mit ihren Schülerinnen und Schülern an einem Audioguide, in dem sie sich den Skulpturen im Wildbad spielerisch und kindgerecht nähern wollen.

Ein Vormittag im Musikraum der Montessorischule: Hier wird heute nicht gesungen oder musiziert, hier wird aufgenommen. Mit Mikrofon, Tonangel, Kopfhörer und Mischpult, wie in einem Tonstudio. Gerhard Schäfer, Tontechniker, ist mit seinem Equipment angereist, um die Erzählungen der Schülerinnen und Schüler aufzunehmen. Über die hell leuchtenden Wörter, die im Wald beim Wildbad hängen. Oder die Figuren, neben der Treppe zum Pavillon.

Später wird der Tontechniker ihre Schilderungen zusammenschneiden, an manchen Stellen den Lautstärkepegel anpassen und Störgeräusche reduzieren. Bis der Audioguide zu den Kunstobjekten im Wildbad schließlich fertig ist.

Darin schildern die Mädchen und Jungen ihre Perspektive auf die Skulpturen im Wildbad – angereichert mit spannenden Fakten von Gesine Kleinwächter. Die Kunsthistorikerin aus Würzburg hat schon viele Kinderführungen gegeben, auch im Wildbad. Als Projektbegleiterin der „Art Residency“ ist sie bestens mit den Objekten vertraut. Sie weiß, was die Kinder anspricht und welche Fragen sie an die Kunst haben.

Gemeinsam mit Claudia Hädicke hat sie den Audioguide von Kindern für Kinder entwickelt. „Wir wollen ein niederschwelliges Angebot schaffen und die Kinder dort abholen, wo sie stehen“, sagt sie über das Schulprojekt.

QR-Codes an sechs Skulpturen

Ab Oktober soll dann an sechs Skulpturen ein Schild mit einem QR-Code hängen. Kinder können ihn mit ihrem Smartphone scannen und den Ausführungen der Schülerinnen und Schüler lauschen. „Uns macht das Projekt viel Spaß“, sagen vier Schülerinnen, nachdem sie im Musikraum ihren Text eingesprochen haben. Insgesamt beteiligen sich 20 Fünft- und Sechstklässler an dem Projekt.

Den ersten Schritt machten sie im März: Gesine Kleinwächter führte sie durch den Skulpturenpark des Wildbades. Die Kinder stellten viele Fragen. Zurück in der Schule hielten sie ihre Eindrücke auf Plakaten fest. Claudia Hädicke schickte diese an Gesine Kleinwächter. Inspiriert von den Eindrücken der Kinder, schrieb sie zu jeder Skulptur eine kurze Geschichte. „Nun wusste ich: Was ist Kindern wichtig, worauf achten sie und welche Fragen haben sie“, erklärt Gesine Kleinwächter. Ihre Texte gestaltete sie spielerisch: „Es kommen Schätzfragen darin vor und kleine Aufgaben. Die Kinder sprechen das zuhörende Kind direkt an.“

Währenddessen übten die Fünft- und Sechstklässler das Sprechen vor einem Mikrofon. „Sie setzen sich eigenständig mit den Objekten auseinander und präsentieren selbstbewusst ihr erworbenes Wissen“, sagt Hädicke. „Das Projekt entspricht zu 100 Prozent der Montessori-Pädagogik.“

Einen Einweihungstermin für das Projekt gibt es auch schon: Am 8. Oktober wollen die Schülerinnen und Schüler den Audioguide ihren Familien präsentieren, bei einem großen Fest im Park des Wildbades.


Von Pauline Held
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