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Veröffentlicht am 15.09.2025 09:46

Infoabend in Ansbach: Welche Hilfe gibt es für pflegende Angehörige?

Pflegende Angehörige sind das Rückgrat der häuslichen Pflege. Die Mehrzahl der pflegebedürftigen Menschen wird zu Hause mit Unterstützung ambulanter Pflegedienste versorgt. Mit einem Infoabend im Landratsamt Ansbach soll der Fokus auf die pflegenden Angehörigen gerichtet werden.

Diese Pflege von Angehörigen nicht nur körperlich und emotional herausfordernd, sondern oft auch mit finanziellen und organisatorischen Belastungen verbunden. Meist sind es Frauen, die die Hauptlast und häufig Doppelbelastungen, durch Erwerbsarbeit und weitere familiäre Verantwortung tragen.

Initiiert von der AOK Bayern und unterstützt durch die Gesundheitsregion Plus Stadt und Landkreis Ansbach sind Angehörige von Pflegebedürftigen für Donnerstag, 18. September, ab 18 Uhr zu einer Vortragsveranstaltung in den Sitzungssaal des Landratsamtes Ansbach eingeladen.

Entschädigung für die Pflege

Im ersten Vortrag des Abends geht es um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Referentin Stefanie Frisch gibt Hinweise, wie pflegende Angehörige ihre eigenen Ressourcen stärken und neue Kraft schöpfen können.

Wichtig sind auch eine gute Orientierung im Gesundheitssystem und die Inanspruchnahme von Leistungen. Oft wissen Versicherte nicht, welche Leistungen es gibt und was genutzt werden kann, um Unterstützung zu bekommen. Damit beschäftigt sich der zweite Vortrag mit den Referenten Vera Täubel und Markus Blach von der Pflegeberatung der AOK.

Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich: bei der AOK Ansbach unter Telefon 0981/9092131. Pflegende Angehörige im Stadtgebiet Ansbach und in Teilen des Landkreises wurden bereits schriftlich eingeladen.

Kurzzeitpflegeplätze werden immer rarer

Die Pflege von Angehörigen ist eine herausfordernde Aufgabe. Und sie ist in den vergangenen Jahren in Stadt und Landkreis Ansbach eher noch schwieriger geworden. Die Pflegestützpunkte von Stadt und Landkreis klagen seit Jahren, dass es immer schwieriger wird, einen Kurzzeitpflegeplatz zu bekommen. Für die Heime war das nicht mehr so attraktiv, außerdem fehlte das Personal.

Aus diesem Grund hat auch ANregiomed die Kurzzeitpflege in Feuchtwangen aufgegeben. Sie wird nun von der Diakonie Feuchtwangen in den nächsten Wochen wiederbelebt, allerdings im deutlich geringeren Umfang.

Das kann beispielsweise nach einem Krankenhausaufenthalt ein großes Problem sein. Es passiert häufiger, dass Patienten nach der Behandlung noch nicht fit genug sind, um wieder selbständig ihren Alltag zu bewältigen. Weil es an einer Übergangsstation fehlt, bleibt dann nur die Aufnahme in einem Pflegeheim, wenn nicht Angehörige die Defizite auffangen können.

Die Lage ist angespannt

Durch die Fallpauschalen sind die Krankenhäuser gezwungen, die Patientinnen und Patienten möglichst schnell wieder zu entlassen. Behalten die Kliniken die Kranken länger, können sie die Belegung des Bettes nicht abrechnen. Hinzu kommt, dass der Personalmangel längst auch die Krankenhäuser erreicht hat.

Auch bei ambulanten Pflegediensten ist die Lage angespannt. In etlichen Bereichen im Landkreis gibt es nur einen Anbieter. Nimmt der nicht mehr auf, wird es ganz schwierig. Anrufe von Angehörigen auf der Suche nach einem Pflegedienst gehören zum Alltag in den Pflegestützpunkten.

Pflegedienste arbeiten nach einem Leistungskatalog. Geld gibt es fürs Waschen der Menschen, fürs Anziehen der Kompressionsstrümpfe oder fürs Wechseln eines Verbandes. Wofür keine Zeit bleibt sind Gespräche, Zuhören oder seelische Unterstützung. Das ist eine Aufgabe, die die Familien leisten.

Die Zahl der Menschen, die Hilfe brauchen, wird in der immer älter werdenden Bevölkerung weiter steigen. Was brauchen Pflegebedürftige? Was wollen Familien? (Symbolbild: Silvia Schäfer)
Die Zahl der Menschen, die Hilfe brauchen, wird in der immer älter werdenden Bevölkerung weiter steigen. Was brauchen Pflegebedürftige? Was wollen Familien? (Symbolbild: Silvia Schäfer)
Die Zahl der Menschen, die Hilfe brauchen, wird in der immer älter werdenden Bevölkerung weiter steigen. Was brauchen Pflegebedürftige? Was wollen Familien? (Symbolbild: Silvia Schäfer)
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