Internationales Work-Camp in Bad Windsheim: Arbeit am Wallgraben | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 19.08.2025 17:14

Internationales Work-Camp in Bad Windsheim: Arbeit am Wallgraben

Die Teilnehmer des internationalen Work-Camps sind noch bis Ende August in Bad Windsheim und pflegen einen der Wallgärten zwischen Spitalwall und Westring. (Foto: Nina Daebel)
Die Teilnehmer des internationalen Work-Camps sind noch bis Ende August in Bad Windsheim und pflegen einen der Wallgärten zwischen Spitalwall und Westring. (Foto: Nina Daebel)
Die Teilnehmer des internationalen Work-Camps sind noch bis Ende August in Bad Windsheim und pflegen einen der Wallgärten zwischen Spitalwall und Westring. (Foto: Nina Daebel)

Bereits zum dritten Mal wird in Bad Windsheim ein internationales Work-Camp mit jungen Menschen veranstaltet. Sie sind aus verschiedenen Regionen der Welt angereist – aus Korea, Mexiko, Spanien und Frankreich. Bis Ende August werden sie im Wallgraben arbeiten und damit den Grundstein für einen dort entstehenden Bürgertreff legen.

Seit nunmehr einer Woche sind die insgesamt 16 jungen Männer und Frauen mit Schneidwerkzeugen aller Art in einem der Wallgärten zwischen Spitalwall und Westring am Werkeln. Ihnen zur Seite steht ein Team der Stadtgärtnerei und des städtischen Bauhofs.

Bürgermeister Jürgen Heckel freut sich sehr über das gemeinsame Engagement und darüber, dass ein Anfang auf dem Weg hin zum Bürgertreff im Wallgraben gemacht wird. Denn hier soll in den nächsten zwei Jahren eine besondere Oase der Begegnung entstehen, finanziell unterstützt durch die Städtebauförderung.

Wo das Gras wuchert und sich der Efeu rankt

Bis es soweit ist, gibt es aber noch viel zu tun. Die Teilnehmer des Work-Camps haben jetzt erst einmal damit begonnen, Struktur in die Fläche zu bringen, die der Stadt gehört. Sie haben das wuchernde Gras geschnitten und sich anschließend langsam weiter durchs Gebüsch gearbeitet. Denn die Natur hat sich auf dem Grundstück lange ungehindert ausbreiten können – und sie hat sich auch das kleine Haus, das auf dem Areal steht, ein Stück weit erobert. Efeu rankt an der Eingangstür entlang, übers Schlüsselloch und den Giebel hinauf.

Das Gebäude soll ebenfalls aus seinem Dornröschenschlaf geweckt und wieder nutzbar gemacht werden. Bürgermeister Heckel schwärmte bei einem Vor-Ort-Termin von dem Gelände und von dem, was darauf entstehen soll. In diesem Zusammenhang warnte er allerdings davor, zu glauben, dass das Projekt innerhalb von zwei Wochen umgesetzt sei. Der Einsatz der 16 jungen Menschen aus aller Welt sei ein Anfang. „Denn wer nicht anfängt, kann auch nicht ans Ziel kommen.”

Und das Ziel sei, den Bürgertreff in diesem Wallgarten bis zur Landesgartenschau in Bad Windsheim im Jahr 2027 fertig zu stellen. Dann soll er ein „Musterbeispiel” dafür sein, was in den Wallgräben möglich ist. Es soll das Potenzial dieses grünen Kleinodes gezeigt werden. Und es soll von den Bad Windsheimer Bürgern aktiv genutzt werden.

Im europäischen Schullandheim untergebracht

So ist geplant, voraussichtlich Ende 2026 Hochbeete auf dem Areal zu platzieren. Für die könnten Patenschaften übernommen werden, so Heckel. Oder aber sie werden von den Bürgern selbst gepflegt. Wie genau das Konzept dafür aussehen soll und welche Vereine hier möglicherweise noch mit ins Boot geholt werden könnten, ist aber bislang offen.

Fest steht indes, wie die Hochbeete aussehen werden, die auf dem Gelände geschaffen werden sollen. Denn die gibt es schon – sie waren von den Teilnehmern des Work-Camps gebaut worden, die im vergangenen Jahr nach Bad Windsheim gereist waren. Sie hatten damals insgesamt 25 Blumenkästen gebaut und mit dem Logo der Landesgartenschau bemalt. Die Kästen waren später an verschiedenen Plätzen innerhalb der Stadt aufgestellt worden.

Organisiert wird das Workcamp in Bad Windsheim über den Verein „Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten” (IGB). Die Camp-Teilnehmer sind, wie bereits ihre Vorgänger, im europäischen Schullandheim untergebracht. Die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Einrichtung lobte Bürgermeister Heckel ausdrücklich. Sandra Schäfer, seit nunmehr anderthalb Jahren die Vorsitzende des Schullandheimwerks Mittelfranken, war zur Begrüßung der jungen Menschen aus aller Welt ebenfalls in den Wallgarten gekommen. Sie würdigte den europäischen Gedanken, der hinter dem Camp steht und betonte, dass man solche Projekte gerne unterstütze.

Zusammenführung verschiedener Kulturen

Der europäische Gedanke liegt auch Bürgermeister Heckel am Herzen. „Ich bin ein Fan des internationalen Work-Camps und von der Idee, die dahintersteckt.” Es sei ein Projekt der Zusammenführung verschiedener Kulturen. Dabei würden „Freundschaften und Seilschaften fürs Leben” entstehen.

Als Dank für ihr Engagement in Bad Windsheim überreichte Heckel den Teilnehmern eine Dauerkarte für das Freibad und Freikarten für einen Besuch im Fränkischen Freilandmuseum. Außerdem gab es Essens- und Getränkegutscheine für die Kirchweih. Der Bürgermeister hofft nun, dass die jungen Menschen aus aller Welt auch beim Kerwa-Festumzug durch die Stadt am Freitag, 29. August, mitlaufen werden.

Dafür brauchen sie als Gruppe allerdings noch ein passendes Schild, das dann einer von ihnen vorweg tragen darf. Das soll mithilfe der Mitarbeiter der Stadtgärtnerei und des städtischen Bauhofs erstellt werden. Tobias Schmidt, Leiter der Stadtgärtnerei, und seine Kollegin Elisabeth Edusei, sowie Johannes Popp, Leiter des Bauhofs, und sein Kollege Oliver Knaack werden die jungen Menschen dabei unterstützen.

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