Ein Bewässerungskonzept wünscht sich der Ipsheimer Weinbauverein für die Weinberge. Förderfähig ist ein solches nur, wenn die Gemeinde die Antragstellung, Abwicklung und Finanzierung übernimmt. In der Sitzung des Gemeinderats wurde über das Vorhaben kontrovers diskutiert.
Der Weinbauverein will ein solches Konzept, um den zunehmenden Problemen mit der Trockenheit gerecht zu werden. Es wäre zu 75 Prozent förderfähig. Die anfallenden Kosten werden auf rund 80.000 Euro geschätzt. Dem zu Grunde liegen Zahlen anderer Gebiete einer ähnlichen Größe.
Die Krux: Förderfähig ist das Konzept nur für Kommunen, weshalb der Markt Ipsheim die Fäden in der Hand halten muss. Rund 20.000 Euro müsste die Gemeinde, deren finanzieller Spielraum ohnehin auf Kante genäht ist, also am Ende übernehmen. Ursprünglich überlegt worden sei, dass der Verein das Geld im Anschluss zurückzahlt. Das sehen die Förderbedingungen allerdings nicht vor.
Vor liegt bereits eine Bachelorarbeit einer Studentin aus Triesdorf, die sich mit der Bewässerung in den Ipsheimer Weinbergen beschäftigt. Berechnungen und Modelle sind darin zu finden. Bei einem Termin im April stellte sie ihre Ergebnisse vor.
Für die Umsetzung des Konzepts im Anschluss sind übrigens keine Fördermittel in Aussicht gestellt. Das hatte ein Austausch über das Wasserwirtschaftsamt Ansbach mit der Regierung von Mittelfranken Anfang November ergeben. Für aktuell geförderte Bewässerungsanlagen wurden teils Pilotförderungen aus Bundes- und Landesmitteln gewährt. Für Iphofen wurde beispielsweise einer Förderung des bayerischen Umweltministeriums mit 50 Prozent stattgegeben. Sicher rechnen könne man mit einer solchen aber nicht, betonte Ipsheims Geschäftsleiter Sebastian Breideband. Bürgermeister Stefan Schmidt habe gegenüber dem Weinbauverein schon klargestellt, dass die Kommune bei der Umsetzung nicht finanziell helfen kann.
Für eine mögliche Förderung des Konzeptes musste der Markt nun bis 28. November einen Antrag auf Aufnahme in die Förderliste für 2026 beim Ansbacher Wasserwirtschaftsamt stellen. Ob man dann auch zum Zuge kommt, ist allerdings nicht gesetzt. Eine Beantragung wäre grundsätzlich auch in einem nachfolgenden Jahr möglich. Vor dieser Frist wurde das Thema in der Sitzung des Gemeinderates diskutiert, bei der auch der Vorstand des Weinbauvereins anwesend war.
Alle Rätinnen und Räte fanden das Projekt grundsätzlich begrüßenswert, auch weil der Weinbau eine große Bedeutung für die Kommune hat. Doch auch Bedenken wurden laut. Jürgen Trump mahnte die knappe Haushaltslage der Gemeinde an.
Mehrere Mitglieder des Gremiums fragten sich, wie die Bereitschaft unter den Winzerinnen und Winzern aussehe, sich bei der Umsetzung zu beteiligen. Das Interesse liege bei 80 Prozent, das hatte eine Abfrage ergeben, erklärte Stefan Eber, Gemeinderat und Weinbauverein-Vorsitzender. Thomas Düll, ebenfalls vom Weinbauverein, der Rederecht erhielt, betonte, dass die Gruppierung das Geld für das Konzept zur Verfügung gestellt hätte, „aber wir durften es ja nicht. Das zeigt ja, dass das Interesse groß ist“.
Rätin Laura Popp, selbst Winzerin, sah das Vorhaben „ziemlich kritisch“. Man würde eine stattliche Summe ausgeben, „was man erstmal allen Ipsheimern erklären müsste, die keinen Weinberg haben“. Ob das Konzept dann am Ende in Ipsheim auch in die Tat umgesetzt wird, stellte Popp infrage. Man bewege man sich da durchaus im Millionenbereich, was umgerechnet auf den Hektar immernoch eine stattliche Summe ausmache, hieß es in der Sitzung. „Kleine Winzer können sich das in der aktuellen Lage gar nicht leisten“, meinte Popp. Für sie war die Umsetzung nicht realistisch.
Jochen Prinzkosky betonte, dass man mit dem Konzept Winzerinnen und Winzer unterstützen würde, die Einnahmen erwirtschaften – wie jedes andere Unternehmen auch, die „keine Konzepte von der Gemeinde finanziert bekommen“.
Die Diskussion an sich fand Prinzkosky zur jetzigen Zeit wichtig. „Momentan ist ja noch alles gut. Wenn irgendwann ohne Bewässerung wirklich nichts mehr geht, könnte das ja das Ende des Weinbergs bedeuten.“ Zwar könne man darüber streiten, ob der Antrag nicht lieber ein bisschen früher auf die Tagesordnung hätte kommen sollen.
Fix war für Prinzkosky allerdings: Die Faktoren, die interessant wären, werde man zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfahren, so Prinzkosky. Dazu zählte er, wie viel die Umsetzung kosten würde und wie viele Winzer sich am Ende tatsächlich beteiligen.
„Entweder wir gehen den Weg oder nicht. Das ist eine Grundsatzentscheidung“, fand Bürgermeister Schmidt. Eine Vertagung des Punktes – manche Räte sprachen sich dafür aus, um noch mehr Bedenkzeit zu haben und dann im nächsten Jahr zu entscheiden – sah Schmidt nur dann als sinnig an, wenn wesentliche Informationen nachgereicht werden könnten, die die Entscheidung beeinflussen würden. „Fakt ist aber: Die Infos, die wir wollen, bringt das Konzept.“
Am Ende entschied sich das Gremium gegen die Stimmen von Laura Popp, Simon Hertlein und Gerhard Treuheit dafür, die Erstellung eines Konzeptes zu unterstützen. Wohl bis April 2026 erhält man die Information, ob das Vorhaben in die Förderliste für kommendes Jahr aufgenommen wurde. Anschließend kann ein Zuwendungsantrag gestellt werden und man erhält einen Zuwendungsbescheid. Dieser wiederum ist Voraussetzung für die Beauftragung eines Büros.