Für den einen sind sie die Ratten der Lüfte, andere Menschen erfreuen sich hingegen an Tauben, die in Städten längst fester Bestandteil sind. Auch in Herrieden. Mit dem Antrag, ein Fütterungsverbot für den Kernbereich zu erlassen, scheiterte die Verwaltung krachend.
Ziel des Vorstoßes war es, die vom Taubenkot herrührende „Verschmutzung in der Altstadt einzudämmen”, wie es in der Vorlage im Ausschuss für Umwelt, Energie und Landwirtschaft hieß. Es seien in den zurückliegenden Monaten etliche Beschwerden über die Fütterung von wildlebenden Tauben eingegangen, begründete die Verwaltung den Antrag. Die Tiere hätten sich inzwischen an die regelmäßigen Fütterungen gewöhnt – entstanden ist daraus eine Überpopulation, merkte die Verwaltung kritisch an.
Bislang beschränkte sich die Taubenbekämpfung darauf, die Eier aus dem Nest zu entfernen und durch Imitate aus Kunststoff zu ersetzen. Dieses „Taubenprojekt” wird vom Bund Naturschutz (BN) begleitet und von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Stadt umgesetzt. Ziel ist „eine tierfreundliche Reduzierung” der Population. Das funktioniere sehr ordentlich, Luft nach oben gebe es aber dennoch, berichtete eine BN-Mitarbeiterin.
Derweil seien aber die „Sorgen und Forderungen von Hausbesitzern” wegen des ausufernden Taubenbestandes nicht von der Hand zu weisen, meinte Bürgermeisterin Dorina Jechnerer und schilderte den Status quo. Es gebe Menschen, die die Vögel gezielt füttern würden. „Wir suchen das Gespräch. Eine Handhabe dagegen haben wir nicht.”
In der Aussprache zeigte sich allerdings schnell, dass es für die angedachte Regelung über den Geldbeutel keine Mehrheit findet. Gaby Rauch (FW) befürchtete ein „gegenseitiges Anschwärzen”, Grünen-Stadträtin Franziska Wurzinger regte stattdessen eine regelmäßige Sensibilisierung der Bevölkerung zu diesem Thema an. Allgemeiner Tenor: eindämmen ja, bestrafen nein. Weshalb der Verwaltungsvorschlag vom Gremium inklusive Bürgermeisterin einstimmig abgelehnt wurde.