Es sind zwei Termine, die sich musikaffine Nachtschwärmer und die Freunde schwarzen Humors im Kalender rot anstreichen werden: Das Derblecken zu Josefi und die Kneipenjagd im April werfen bereits jetzt ihre Schatten voraus.
Florian Brendel hat mit seinem kleinen Team gerade mal wieder alle Hände voll zu tun. Der Geschäftsführer der Kammerevents und Gastronomie GmbH, die beide Events veranstaltet, hat gerade erst das Weihnachtsgeschäft hinter sich gebracht, ehe nun die Vorstellungen und Pläne für die beiden nächsten Großveranstaltungen konkreter werden und in die Umsetzung gehen.
Festgelegt sind bereits jetzt die Termine: Das Derblecken wird nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr auch diesmal als Doppel-Veranstaltung am 19. und 20. März in den Kammerspielen stattfinden. Ebenfalls auf dem Konzept des Vorjahres kann die Kneipenjagd aufbauen, die am 20. April die Partygemeinde in die Lokalitäten der Innenstadt lockt.
In der Nachbesprechung mit den Wirten hatte sich gezeigt, dass der 2023 erstmals früh im Jahr gewählte Zeitpunkt deutlich besser angenommen wurde als der lange Zeit feststehende Termin der Kneipenjagd im November.
Vor allem die deutlich günstigeren Wetteraussichten sprechen laut Brendel dafür. Etwa 3500 Besucher bei der ersten Auflage nach der pandemiebedingten Zwangspause stützen diese Auffassung.
Wir brechen das musikalische Konzept diesmal etwas auf.
Modifiziert wird dagegen das bislang bevorzugte musikalische Schema. Es wird weniger erwartbar: War das Gros der Bands und Musiker bei den 23 Austragungen seit 1998 stets den meisten Nachtschwärmern bekannt, werden bei der diesjährigen Austragung etliche neue Acts mit von der Partie sein. Für das Booking – sprich die Buchung und Besetzung der Interpreten – ist der ehemalige Kammer-Gesellschafter Martin „Flippo“ Riedel zuständig.
Es soll aber auch diesmal für jeden Musikgeschmack etwas dabei sein. Von rockigen Klängen der 80er Jahre bis hin zu Techno. „Wir brechen das musikalische Konzept diesmal etwas auf“, sagt Florian Brendel. Er weiß um diesen schmalen Grat, Altbewährtes durch etwas Neues zu ersetzen. Dennoch sieht Brendel darin einen zusätzlichen Anreiz, an der Jagd durch die mindestens 16 Kneipen im Stadtgebiet teilzunehmen.
Ob es diesmal womöglich eine Location mehr wird, ist noch offen. Anfragen gibt es, bestätigt Brendel, aber das sei eben eine Frage der Finanzierbarkeit. „Es funktioniert nur dank der Unterstützung vieler treuer Sponsoren“, erklärt der Geschäftsführer der Kammerevents. Käme ein Spielort hinzu, ließe das die Kosten steigen, weil eine Band mehr und zusätzliches Sicherheitspersonal bezahlt werden müssten. Demgegenüber aber „kommen nicht automatisch 500 Menschen mehr“, erklärt Florian Brendel.
Im Gegensatz zum Vorjahr wird die Partygemeinde ihren Hunger nicht beim Streetfood-Festival stillen können. In der Nachbetrachtung stellte es sich als Manko heraus, dass die Shuttle-Busse nicht durch das Zentrum fahren konnten, weshalb nun wieder der Martin-Luther-Platz als zentraler Haltepunkt angesteuert werden kann.
Karten sind ab 15. März zu haben, wobei sich der im Vorjahr erstmals angebotene Online-Ticketkauf bewährt hat und deshalb beibehalten wird.
Begehrt werden die Eintrittskarten auch für das Derblecken zu Josefi sein. Nach dem bis auf den letzten Platz ausgebuchten Traumstart von Multi-Künstler Thorsten Siebenhaar als bissiger Kommentator des Stadtgeschehens wird an der Doppel-Veranstaltung an zwei hintereinander folgenden Tagen festgehalten. „Ich kann nur den Hut ziehen, Thorsten hat das sensationell gemacht“, findet Brendel. Ob Siebenhaar erneut als Hausmeister Schorsch reüssiert? „Er macht, was er will“, sagt Brendel augenzwinkernd.