Kölner Dom kostet bald 12 Euro Eintritt - aber nicht immer | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 02.06.2026 11:28, aktualisiert am 02.06.2026 13:39

Kölner Dom kostet bald 12 Euro Eintritt - aber nicht immer

Die Finanzierung des Kölner Doms ist immer wieder Thema. (Archivbild) (Foto: Oliver Berg/dpa)
Die Finanzierung des Kölner Doms ist immer wieder Thema. (Archivbild) (Foto: Oliver Berg/dpa)
Die Finanzierung des Kölner Doms ist immer wieder Thema. (Archivbild) (Foto: Oliver Berg/dpa)

Nach kontroversen Debatten ist die Entscheidung von vielen lange gespannt erwartet worden, jetzt steht fest: Der Kölner Dom wird für Besucher ab dem 1. Juli zwölf Euro Eintritt kosten. Damit sollen die gestiegenen Kosten für Pflege, Schutz und den laufenden Betrieb des Doms gedeckt werden, wie das Domkapitel auf einer Pressekonferenz mitteilte, während der es pünktlich zur Verkündung des Preises stark zu regnen begann. 

Es gibt allerdings auch einige Ausnahmen. So soll der Dom - Weltkulturerbe mit über 600 Jahren Bauzeit - jährlich an bestimmten Tagen kostenfrei für alle sein: vom 6. Januar (Fest der Heiligen Drei Könige) bis zum darauffolgenden Sonntag, am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) sowie zur Dreikönigswallfahrt Ende September. Zudem soll der Dom für Gottesdienstbesucher, Betende sowie Mitglieder des Zentral-Dombau-Vereins demnach kostenfrei bleiben. 

Besichtigung oder Beten: Wie kontrolliert man das? 

Doch wie wird zwischen Touristen, die nur zur Besichtigung kommen, und Menschen, die zum Beten kommen, unterschieden? Das Domkapitel erklärte, dass man zwei verschiedene Eingänge anbieten werde: Über den Nordeingang beim Hauptbahnhof können Menschen nach wie vor einen kleinen Bereich des Doms gratis zum Beten betreten. 

Für den westlichen Haupteingang brauche man das Ticket, mit dem man den gesamten Dom besichtigen kann. Ob Menschen am Nordeingang tatsächlich beten wollen, werde man allerdings nicht überprüfen, teilte das Domkapitel mit. Man werde keine Gesinnungsprüfung durchführen, sondern vertraue den Menschen. 

Ob das nicht ausgenutzt werden kann? „Ja, die Gefahr besteht“, sagte Dompropst Guido Assmann. Ihm zufolge machen Touristen etwa 99 Prozent der Dom-Besucher aus. 

„Wir haben die öffentliche Diskussion der vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt“, sagte Assmann. „Neben kritischen Stimmen haben uns auch zahlreiche verständnisvolle Rückmeldungen erreicht, die deutlich machen: Vielen Menschen ist bewusst, dass der Erhalt und Unterhalt des Doms eine verlässliche und nachhaltige Finanzierung benötigen.“ Prominente Befürworter des Eintrittspreises sind etwa Maler Gerhard Richter oder TV-Moderator Guido Cantz. 

Man gehe davon aus, „dass die neue Regelung den Alltag im Dom spürbar beruhigen wird“, so Assmann. „Die Besichtigungsgebühr kann dazu beitragen, den Dom wieder stärker als Gotteshaus und sakralen Raum erfahrbar zu machen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in einigen Jahren erkennen werden, dass sowohl der langfristige Erhalt der Kathedrale als auch ihre spirituelle Prägung von diesem Schritt profitiert haben.“ 

Bislang war der große Innenraum des Doms stets kostenlos zugänglich, Eintritt wurde aber bereits für die Schatzkammer oder auch den Aufstieg zur Aussichtsplattform verlangt (acht Euro). Das Domkapitel teilte nun aber mit, dass seit 2019 sechs Jahre in Folge Minus gemacht worden sei. Über viele Jahre habe man das noch mit Rücklagen auffangen können. „Wir sind in die Situation gekommen, dass die Reserven des Kölner Doms auf absehbare Zeit aufgebraucht sind“, erklärte Domrendant Clemens van de Ven. 

Kinder bis 13 Jahre zahlen nichts 

Die Tickets für den Dom können nun online sowie an einem Ticketschalter am Roncalliplatz 2 erworben werden. Ausgenommen von den neuen Ticketpreisen sind Kinder bis 13 Jahre. Das gelte auch für die Turmbesteigung sowie die Schatzkammer, für die sie vorher zahlen mussten. Auch für Menschen mit Schwerbehinderung gelte die neue Gebühr nicht. Ermäßigungen (halber Preis) gelten für Schüler und deren Begleitpersonen, Studierende, Auszubildende sowie Menschen mit Sozialpässen in Nordrhein-Westfalen. 

Die Einführung der Eintrittsgebühr wurde bereits Anfang März angekündigt und hatte in Köln eine heftige Debatte ausgelöst. Befürworter verweisen darauf, dass andere Kathedralen wie der Mailänder Dom oder die Londoner St. Paul's-Kathedrale ebenfalls Eintritt kosten. Das ist teilweise richtig. So kostet ein Erwachsenen-Ticket für die St. Paul's-Kathedrale in London 27 Pfund (31 Euro), für die Westminster Abbey gar 31 Pfund (35 Euro). Für ein Standardticket für die Sagrada Familia in der spanischen Metropole Barcelona muss man 26 Euro auf den Tisch legen. 

Auch in Deutschland gibt es Kirchen, die Eintritt nehmen: Für eine Besichtigung des Berliner Doms zahlt man 15 Euro, für die Sebaldus Kirche in Nürnberg 5 Euro. 

Notre-Dame und Petersdom ohne Gebühr zugänglich 

Es gibt allerdings auch prominente Gegenbeispiele. Der Besuch von Notre-Dame in Paris ist kostenlos, obwohl die Kathedrale nach dem verheerenden Feuer von 2019 für Hunderte Millionen Euro restauriert werden musste. Ebenso ist der Besuch des Petersdoms in Rom kostenlos. Gegner der neuen Gebühr in Köln befürchten, dass der Dom seine Funktion als für alle zugängliches Herz der Stadt einbüßen wird, wenn der Besuch nicht mehr kostenfrei ist. 

Auch Prominente wie Hape Kerkeling, Alice Schwarzer oder Karl Lauterbach sprachen sich gegen einen Eintrittspreis aus. Die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner, die heute den Zentral-Dombau-Verein leitet, hatte vor der Bekanntgabe des Preises betont, es sei wichtig, dass der Eintritt unter zehn Euro bleibe. Nun sind es zwölf.

© dpa-infocom, dpa:260602-930-161651/3


Von dpa
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