Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim: Das plant die Kulturinitiative | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 22.02.2026 10:00

Landesgartenschau 2027 in Bad Windsheim: Das plant die Kulturinitiative

Zum Kern der Bad Windsheimer Kulturinitiative gehören (von links): Karl-Heinz Riedel, Armin Höhn, Gerhard Rießbeck, Levent Özdil, Janette Witt und Sabine Detsch.  (Foto: Anna Franck)
Zum Kern der Bad Windsheimer Kulturinitiative gehören (von links): Karl-Heinz Riedel, Armin Höhn, Gerhard Rießbeck, Levent Özdil, Janette Witt und Sabine Detsch. (Foto: Anna Franck)
Zum Kern der Bad Windsheimer Kulturinitiative gehören (von links): Karl-Heinz Riedel, Armin Höhn, Gerhard Rießbeck, Levent Özdil, Janette Witt und Sabine Detsch. (Foto: Anna Franck)

Die Bad Windsheimer Kulturinitiative nimmt wieder Fahrt auf. Bei der Landesgartenschau (LGS) im Jahr 2027 will sie sich einbringen. Der Plan: einen künstlerischen Pfad gestalten, der in die Altstadt führt. Um die Ideen umsetzen zu können, hofft man auf einen Zuschuss in Höhe von 70.000 Euro.

Gegründet worden war die Kulturinitiative im Jahr 2020, die Corona-Pandemie bremste den Enthusiasmus allerdings schnell aus. Am gemeinsamen Ziel hat sich nichts geändert. „Wir finden es wichtig, die Bad Windsheimer Kultur zu bündeln und in der Stadt sichtbar zu machen. Die LGS ist der richtige Anlass, um das zu zeigen”, erklärt Maler Gerhard Rießbeck. Zum Kern der Initiative gehören neben ihm auch Karl-Heinz Riedel, Armin Höhn, Levent Özdil, Janette Witt und Sabine Detsch.

„Wir hatten den Eindruck, dass das Kulturprogramm der Schau noch etwas unausgegoren erscheint”, so Rießbeck. Bei einer Infoveranstaltung war beispielsweise die Idee präsentiert worden, überdimensionale Badelatschen auf dem Gelände zu platzieren. Die Kulturinitiative sah Potenzial für mehr. Gemeinsam erarbeitete man ein Konzept. Das übergeordnete Ziel: Die LGS soll eine Auswirkung auf Bad Windsheims Innenstadt haben. Kultur wiederum ermöglicht es, Elemente zu platzieren, die die Menschen außerhalb des LGS-Areals durch die Stadt führen. Und natürlich besteht auch die Hoffnung, dass gewisse Strukturen über die LGS hinaus Bestand haben.

Stationen entlang einer Route

Unter dem Titel „Spür:Sinn” ist in Kooperation mit dem Freundeskreis der Bad Windsheimer Schau ein „kulturelles Begleitprojekt” zur LGS entstanden. Konkret: ein Kulturpfad, der eine Verbindung vom LGS-Gelände durch die Altstadt bis zum Fränkischen Freilandmuseum herstellt. Entlang der Route entstehen Stationen, die zum Verweilen, Nachdenken und Austauschen einladen. Die Themen Nachhaltigkeit oder Ökologie sollen auf sinnliche Weise in die Kernstadt gebracht werden. Bestehende Potenziale haben sich dafür verbunden – Kunst, Natur, Stadtgeschichte, aber auch gesellschaftliche Themen sollen zu einem ganzheitlichen Erlebnisraum werden.

Dieses Konzept trug man an die LGS-Verantwortlichen heran und rannte bei ihnen offene Türen ein, wofür die Kulturschaffenden dankbar sind. „Es hat sich alles schnell und gut gefügt”, freut sich Sabine Detsch, Vorsitzende des Fördervereins Klosterchor & historische Stadtbibliothek. Selbstverständlich sei das nicht. Schließlich sei oft gesagt worden, dass die Schau nun mal im Norden der Stadt stattfinde und nicht in der Altstadt.

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Doch was verbirgt sich konkret hinter dem Konzept? Da ist zunächst Janette Witt zu nennen, Leiterin des Museums Kirche in Franken. Sie plant unabhängig davon für 2027 eine Jahresausstellung zum Thema „Heilung” in der Spitalkirche. Nicht nur historische Exponate sollen gezeigt werden, sondern auch eine zeitgenössische Kunstinstallation von Benjamin Zuber, die sich mindestens durch das Erdgeschoss der Kirche zieht.

Kirchenbänke entlang des Pfades

Das Museum will sich aber auch außerhalb der Kirche bei der LGS einbringen – und zwar beim Projekt „Spür:Sinn”. Künstler Zuber ist auch hier mit im Boot: Alte, ausrangierte Kirchenbänke, die mit einem Gestänge samt Halteschlaufen oder Steckdosen – ähnlich wie bei Krankenbetten – versehen sind, sollen an verschiedenen Orten platziert werden. Eine soll im LGS-Gelände stehen, eine an der Spitalkirche und eine beim Freilandmuseum. Wie viele es am Ende werden, ist noch offen.

Schauspieler Levent Özdil bringt mit seinem Theater in der Stadt ein Wandeltheaterstück zum Naturforscher Georg Wilhelm Steller ein. Vom südlichen Kurpark soll über den Bahnhof, durch die Johanniterstraße, den Marktplatz hinauf und bis zum Alten Bauhof gewandelt werden. Wohl im Juni und Juli 2027, soll das Stück an den Wochenenden aufgeführt werden.

Diplom-Designer Armin Höhn hat unter dem Titel „Wort_Brüche” Begriffe gesucht, die auf fünf bis sechs große Text-Banner gedruckt werden, an unterschiedlichen Orten aufgehängt werden und zum Nachdenken anregen sollen. Zum Beispiel: Zu_Hausung am Steinhaus am Marktplatz oder Um_Lebung bei der alten Kastanie im Kurpark. Der Unterstrich wirke als Gedankenpause. Geschichten rund um die Gebäude und Orte stehen dabei in einem Bezug zu ihnen. Fahnen mit „Wort_Brüchen” oder Digitaldrucken sollen zudem an Masten Platz finden. QR-Codes sollen weitere Infos liefern.

Hoffnung auf Zuschuss

Der Klosterchor soll als Ausstellungsraum dienen, ebenso Gerhard Rießbecks Atelier im ehemaligen Kino. Im südlichen Kurpark und in der Innenstadt sollen Skulpturen, Installationen oder auch ein Kunst-Kiosk nahe der Roland-Statue Einzug halten. Menschen könnten somit durch Kunstwerke in die Stadt begleitet werden, erklärt Rießbeck. Sechs Künstlerinnen und Künstler hat er dafür gewinnen können. Dabei ist beispielsweise Christian Rösner, der zwei Wochen lang vor Ort eine monumentale Holzskulptur erstellen wird. Ein riesiges Vogelhäuschen baut Rießbeck selbst.

Für die Umsetzung benötigt die Kulturinitiative einen Zuschuss. Sie selbst agiert zwar ehrenamtlich, beispielsweise die sich einbringenden Künstler müssen aber bezahlt werden. Ein Zuschuss Antrag über 70.000 Euro wurde in Kooperation mit dem Freundeskreis bereits bei der Regierung von Mittelfranken gestellt. Grundlage für den Antrag sei unter anderem Barrierefreiheit gewesen. Zudem müssen Eigenmittel aufgebracht werden. Der Freundeskreis unterstützt die Initiative auch wirtschaftlich, so Detsch. Beispielsweise fließt der Erlös des Benefizkonzertes des Heeresmusikkorps Veitshöchheim, das am Dienstag, 17. März, um 19.30 Uhr im KKC stattfindet, in die Umsetzung des Konzeptes.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
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