Markt Erlbach: Schon wieder fährt die Zenngrundbahn nicht nach Fahrplan | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 27.10.2025 12:56

Markt Erlbach: Schon wieder fährt die Zenngrundbahn nicht nach Fahrplan

An der Zenngrundbahn zwischen Markt Erlbach und Siegelsdorf (RB 12) werden Bahnübergänge erneuert. <br>Bagger, Schotter, Schwellen und anderes Material liegen bereit. Doch dadurch sollen die Einschränkungen im Zugverkehr angeblich nichts zu tun haben. (Foto: Heinz Wraneschitz )
An der Zenngrundbahn zwischen Markt Erlbach und Siegelsdorf (RB 12) werden Bahnübergänge erneuert.
Bagger, Schotter, Schwellen und anderes Material liegen bereit. Doch dadurch sollen die Einschränkungen im Zugverkehr angeblich nichts zu tun haben. (Foto: Heinz Wraneschitz )
An der Zenngrundbahn zwischen Markt Erlbach und Siegelsdorf (RB 12) werden Bahnübergänge erneuert.
Bagger, Schotter, Schwellen und anderes Material liegen bereit. Doch dadurch sollen die Einschränkungen im Zugverkehr angeblich nichts zu tun haben. (Foto: Heinz Wraneschitz )

„Das wusste ich bisher nicht.“ Wilhermsdorfs Bürgermeister Uwe Emmert (CSU) ist sichtlich überrascht über die Frage unserer Redaktion: Wie empfindet er denn die bis zum 13. Dezember von der Deutschen Bahn angekündigte Veränderung des Fahrplans der Zenngrundbahn RB 12 zwischen Nürnberg/Fürth und Markt Erlbach?

„Ich bin sehr enttäuscht von der Informationspolitik und der Kommunikation der Bahn. Wenigstens die Rathäuser sollten doch vorher informiert werden“, macht Emmert seinem Ärger Luft. Und als er dann den im Internet zu findenden DB-Plan „Fahrplanänderungen – Zugausfälle Ersatzverkehr 10. Oktober bis 13. Dezember“ öffnet mit dem roten Aufdruck „Bitte beachten Sie zusätzlich den Handzettel mit Gültigkeit bis 12.10.“, wird seine Verärgerung noch größer: „Das kann man doch keinem Nicht-Bahnfachmann zumuten.“ Gerade Ältere dürften damit Probleme haben.

Denn einmal sind Ersatzbusse zwischen Fürth und Siegelsdorf unterwegs, ein andermal sollen die Fahrgäste zwischen Nürnberg und Siegelsdorf die S-Bahn S6 Richtung Neustadt/Aisch nutzen. Dies gilt aber wiederum nur an bestimmten Tagen. Von einer Sprecherin der Bahn heißt es auf Nachfrage nur: „Bis zum 13. Dezember fallen Züge der Relation Fürth–Markt Erlbach zwischen Fürth und Siegelsdorf aus. Für Reisende geht es mit dem Bus von Fürth nach Siegelsdorf, und dann weiter mit dem Zug Richtung Markt Erlbach.“ Und: „Die DB entschuldigt sich bei allen Reisenden für die Unannehmlichkeit und bittet um Verständnis.“

Zwischen Nürnberg und Würzburg, hier bei Emskirchen, herrscht regelmäßig dichter Zugverkehr. Jetzt ist es auf der Bahnstrecke noch enger geworden. (Archivbild: Johannes Hirschlach)
Zwischen Nürnberg und Würzburg, hier bei Emskirchen, herrscht regelmäßig dichter Zugverkehr. Jetzt ist es auf der Bahnstrecke noch enger geworden. (Archivbild: Johannes Hirschlach)

Zu viele Züge von Nürnberg nach Würzburg: Warum die Strecke gerade verstopft ist

Verspätungen wegen hohem Zugaufkommen: Die Bahn meldet rund um Neustadt/Aisch immer wieder Stau auf der Strecke. Das Problem dürfte noch länger andauern.

Das Verständnis stößt an Grenzen

Doch das Verständnis stößt inzwischen bei vielen an Grenzen. Denn schon im Juli war eine Woche lang der „Schienenersatzverkehr SEV“ unterwegs. Und zuletzt – ausgerechnet in der Zeit der Fürther Kirchweih – war der RB12-Fahrplan gar massiv ausgedünnt: Oft war lediglich ein zweistündiger Takt eingeplant. Und wer von den nur zwischen Markt Erlbach und Siegelsdorf pendelnden Zügen in den SEV umsteigen musste, erlebte oft ein „weißblaues Wunder“.

Denn offenbar ist selbst die Kommunikation zwischen den Fahrzeuglenkern auf der Schiene und der Straße nicht vorhanden: Kam der Zug mit zehn Minuten Verspätung an, war oft der SEV-Bus schon losgefahren. Und die Kärwafans mussten dann fast 45 Minuten lang im überfüllten weißblauen Linienbus 126 über Ober-, Untermichelbach, Rothenberg, Ritzmannshof, Atzenhof bis zum Rathaus Fürth aushalten. Nicht nur deshalb wollen nun einige Nutzer und Nutzerinnen ihr Deutschlandticket kündigen und wieder aufs Auto umsteigen, ist zu hören.

Wenn nicht einmal der Anschluss wartet

„Nicht eingehaltene oder verpasste Anschlüsse bei Schienenersatzverkehren gehören zu den häufigsten Beschwerden bei Baumaßnahmen. Meines Wissens gibt es in der Regel Anweisungen, wie lange maximal auf Anschlüsse gewartet werden kann. Zumindest beim Bus. Aber große Puffer haben die Fahrpläne oft nicht. Denn der Umlauf muss auch hinterher eingehalten werden“, heißt es auf Nachfrage vom Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN).

Und selbst der VGN wird augenscheinlich von der Bahn nicht mit Informationen gefüttert. „Wir werden letztlich über das Ergebnis der Planungen informiert, also nach Abschluss der Planungen. Das ist für Zwecke der Fahrgastinformation auf vgn.de oder in der Fahrplanauskunft“, schreibt VGN-Sprecher Manfred Rupp. Und zum eingeschränkten Betrieb der RB12 während der Fürther Kirchweih meint er: „Unterhalb der Ebene Oktoberfest oder Gäubodenfest, eventuell Bergkirchweih dürfte man (bei der Bahn, Anm. d. Red.) keine Veranstaltungen auf dem Schirm haben.“

Bremsen jetzt Baustellen aus?

Zumal bei den Fahrgästen aktuell die Angst umgeht, es könnte noch schlimmer kommen mit dem eingeschränkten Verkehr auf der RB12. Denn an einigen Stellen zwischen Siegelsdorf und Markt Erlbach stehen deutlich sichtbar DB-Bagger, sind Schwellen aufgestapelt oder Container aufgestellt. Doch die Bahnsprecherin versucht, zu beruhigen: „Bis Jahresende sind keine Maßnahmen an den Bahnübergängen geplant. Es finden jedoch Instandhaltungs- und Erneuerungsarbeiten in der Nacht statt, so dass sich für Reisende keine Einschränkungen aus den Maßnahmen ergeben.“

Doch die Fahrgäste fragen sich: Warum sind die Arbeiten überhaupt nötig? Denn genau vor einem Jahr war die ganze Strecke zwischen Markt Erlbach und Siegelsdorf vier Wochen lang wegen Gleisbauarbeiten komplett dicht. Mit mindestens genauso viel Ärger wie aktuell. Der wird im Übrigen vor allem durch Umleiterverkehre der gesperrten Strecke Würzburg–Treuchtlingen ausgelöst. Hinzu kommen Bauarbeiten im Fürther Hauptbahnhof.


Von HEINZ WRANESCHITZ
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