Mini-Handball-WM der D-Jugend: TSV 2000 Rothenburg ist „Weltmeister” | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 26.01.2025 13:57

Mini-Handball-WM der D-Jugend: TSV 2000 Rothenburg ist „Weltmeister”

Diesen Handball in Kuchenform gab es vor dem Finalspiel gegen Erlangen als kleine oder große Stärkung. (Foto: Timo Wagner)
Diesen Handball in Kuchenform gab es vor dem Finalspiel gegen Erlangen als kleine oder große Stärkung. (Foto: Timo Wagner)
Diesen Handball in Kuchenform gab es vor dem Finalspiel gegen Erlangen als kleine oder große Stärkung. (Foto: Timo Wagner)

Wie fühlt sich das eigentlich an, Weltmeister zu sein? Die meisten Menschen können das nicht beantworten, die Handballer der D-Jugend des TSV 2000 schon. Finn Brehm (12) fasst das so zusammen: „Mini-WM. Und wir haben gewonnen. Das ist krass! Wenn man überlegt: Wir sind die beste Mannschaft aus Bayern.“

Die anderen Jungs finden auch noch eine ganze Reihe an passenden Adjektiven im Gespräch mit der Redaktion: „aufregend“, „cool“, „spannend“ und einfach „sehr gut“.

Den Sieg am vergangenen Sonntag in München-Riem bei der Mini-Handball-WM, einem bayernweiten D-Jugend-Turnier, haben sie sich verdient. Sie zeigten tolle Spiele, die Nervosität der ersten Minuten im Viertelfinale gegen den VfL Günzburg hatten sie nach wenigen Minuten voll und ganz abgeschüttelt.

Schwitzanfälle und harte Hotelbetten

In dieser Phase war Mick de Angelis ganz entscheidend. Er warf Tor um Tor. Sein Mitspieler Max Wack (12) sagt dazu: „Der hat das Viertelfinale fast alleine entschieden. Der war da super.“ Mick de Angelis (12) selbst kommentiert das so: „Ich habe mir gedacht, ich muss am Anfang direkt reingehen, dass wir direkt mit vielen Toren reinkommen.“

Die D-Jugend-Jungs sind auf ihre Leistung zu Recht stolz, raushängen lassen sie das allesamt aber überhaupt nicht. Im Gespräch sind sie überlegt, reflektiert, zitieren immer wieder ihren Trainer Jürgen Brehm – zum Beispiel: „Jetzt nicht überheblich oder so sein, einfach weiterspielen“ –, sprechen über Aufregung und Schwitzanfälle in der Nacht vorm Finale (oder auch einem zu harten Hotelbett).

So sagt zum Beispiel Felix Kersten (13), dass er vor dem Viertelfinale „echt Muffe hatte, dass da bessere Gegner kommen“. Aber: „Als wir das erste Spiel gewonnen hatten, ging’s schon.“ Sein Teamkollege Josch Krüger (12) meint ganz entspannt zum Finaltag: „Ich dachte, wir schauen mal was geht. Aber ich hatte immer im Hinterkopf: Das gewinnen wir.“

Rund 40 Fans begleiteten die Rothenburger

Piet Wagner (12) erklärt: „Jeder hat sich für jeden motiviert. Am Anfang habe ich mal hoch auf die Tribüne geschaut und es waren ja viele von unseren Fans dabei. Das hat einem auch nochmal Mut und Motivation gegeben.“ Rund 40 Fans waren nach München mitgefahren.

Den Glauben an den Weltmeistertitel hatten einige der Jungs zwar nicht von Anfang an, spätestens dann aber mit dem hart erkämpften Halbfinal-Sieg gegen den HSC Coburg. „Da hat man echt gesehen, dass unsere Mannschaft gut zusammenhält und das doch noch hingekriegt hat“, meinen Tim Geyer (11) und Felix Kersten.

Das Finale war dann schnell entschieden – zu stark waren die Rothenburger, sie dominierten den HC Erlangen. Als der Schlusspfiff kam und die Weltmeister feststanden, war das für Mick Meyer (11) „schon ein cooles Gefühl. Auch zu wissen, dass wir jetzt gerade quasi das beste Team aus Bayern sind“. Eine Minute vor Spielschluss sind alle von der Bank aufgestanden, haben „Oh, wie ist das schön“ gesungen und sind mit dem Abpfiff aufs Spielfeld gerannt.

Zum Glück spielte die Gesundheit mit

Torwart Paul Küstner (12) war vor allem auch froh, dass er rechtzeitig gesund geworden war. Die Woche vorher konnte er nicht ins Training. Über seine eigene Leistung sagt er: „Ich hätte mir gewünscht, dass ich ein bisschen mehr aus dem Spiel raus gehalten hätte.“ Und ergänzt mit einem Grinsen: „Ich würde aber behaupten: Ich habe gehalten, wenn der gute Moment da war.“

Die Jungs verstehen sich auch außerhalb der Halle sehr gut. David Wüllner (12) erzählt: „Wir sind fast alle in derselben Klasse.“ Sie treffen sich auch abseits des Trainings, nach Spielen gehen sie manchmal Pizza essen. Dass jemand das Team wechseln würde, um vielleicht höherklassig zu spielen, das glauben die Jungs nicht. Für Leo Präger (11) ist es so: „Wir gewinnen viel und ich glaube, wir sind jetzt sehr gut zusammen. Da hat, glaube ich, keiner das Gefühl, dass er gehen will. Das wäre auch ein großer Schritt. Ich glaube, wir können als Team noch Jahre zusammenbleiben.“

Genau das hoffen die beiden Weltmeister-Trainer Jürgen Brehm und Steffen Ehrlinger. Denn die ersten Angebote sind natürlich schon in die Rothenburger Halle geflattert. Nervös sind sie deswegen nicht; sagen aber auch ganz klar: „Die Jungs sind jetzt natürlich auf dem Präsentierteller gewesen. Sie sind jetzt bekannt.“ Angst, dass einer der Jungs geht, hat Torwart-Trainer Steffen Ehrlinger nicht. „Die Jungs wissen mittlerweile, was sie erreichen können, wenn sie zusammenbleiben.“

Schon die D-Jugend 2019 erreichte den Sieg im Turnier

Ob sie dachten, dass ihre Jungs Weltmeister werden – so wie vor ihnen schon die Rothenburger D-Jugend aus dem Jahr 2019? Jürgen Brehm hätte es „ehrlichweise nicht gedacht“. Eher unter die ersten Vier.

Was jetzt nach so einem Weltmeister-Titel noch kommen kann? Die Antworten kommen von den Jungs ganz schnell: In der Bezirksoberliga alle Spiele gewinnen und Meister werden, das internationale Beach-Handballturnier in Cavallino (Italien) in den Osterferien gewinnen und bald mit Harz und dem nächst᠆größeren Handball spielen.

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