Zwei Kuscheltiere sitzen inmitten eines großen Kreises aus Schultüten: der orangefarbene Piri und sein kleiner weißer Freund, der Mutfuchs. Um sie herum: die Klasse 1c der Toppler-Grundschule. Die beiden Kuscheltiere sollen den neuen Schulkindern den Einstieg in den Schulalltag erleichtern.
„Der Mutfuchs kommt zu Dir, wenn Du Mut oder jemanden zum Kuscheln braucht”, stellt Ann-Kathrin Malessa das Tierchen vor. „Denn vieles ist ja am Anfang noch unbekannt”. Die Klassenlehrerin der 1c hat ihre Schützlinge gleich am Morgen in der Turnhalle empfangen, wo sie sich gemeinsam mit Eltern, Geschwistern und zusätzlichen Begleiterinnen und Begleitern versammelt haben.
Nicht nur die 1c hat sich dort getroffen, sondern alle 82 Kinder der vier ersten Klassen der Toppler-Grundschule. Insgesamt besuchen aktuell 353 Schülerinnen und Schüler die Grundschule. 21 sind es in der 1c, jede und jeden von ihnen hat Ann-Kathrin Malessa in der Turnhalle mit Handschlag persönlich begrüßt. Ein klein wenig Aufregung konnte sie den Neulingen damit schon nehmen.
Aber es ist noch genügend davon übrig, als es nach der Begrüßung durch die Schulleiterin Iris Thürauf und einem Lied der Klasse 4a ins gemeinsame Klassenzimmer geht. Teils schwer bepackt mit Schultüten, manche größer als das Kind selbst, stiefelt die Gruppe die Treppe nach oben.
Kurze Zeit später liegen die bunten Tüten im Kreis, die Schülerinnen und Schüler sitzen drumherum. In ihren Augen spiegeln sich ganz unterschiedliche Gefühle: In manchen blitzt die Neugierde, andere sehen ein wenig ängstlich aus, sogar ein Tränchen muss unterdrückt werden.
Doch Ann-Kathrin Malessa hat schnell die Aufmerksamkeit aller geweckt: „Du bist jetzt ein Erstklässler”, sagt sie. Und: „Du gehörst jetzt zu den Großen”. Schon weicht ein Teil der Angst einer ordentlichen Portion Stolz.
In den kommenden Jahren wird der Alltag der Kinder von Schule, Hausaufgaben und Lernen geprägt sein. Was sie genau erwartet? Wie sich jede und jeder entwickeln wird? „Das ist wirklich spannend”, sagt Malessa. „Noch ist es ein loser Haufen, aber nach und nach finden die Kinder als Klasse zusammen.”
Den Grundstein legt sie gleich am ersten Schultag: Wer kennt wen? Wie heißen die Jungen und Mädchen? Wer hat welche Hobbys? Das gilt es erst einmal herauszufinden. Und danach? Stehen natürlich die Schultüten im Mittelpunkt.
Einhörner, Katzen, Spiderman, Unterwasserwelten oder das Weltall: Von den liebevoll gestalteten Tüten lassen sich schon die ersten Vorlieben und Leidenschaften der Kinder ablesen.
Auch eine allererste Hausaufgabe gibt es: Ann-Kathrin Malessa teilt dafür ein Arbeitsblatt aus. Darauf sind die Umrisse einer Schultüte gezeichnet. „Die malst Du so aus, wie Deine Schultüte aussieht”, erklärt sie. Und drumherum sollen die Kinder alles malen, was in der Tüte steckt.
„Wie genau muss das sein?”, kommt eine vorsichtige Nachfrage. „So gut Du kannst, gib Dir einfach Mühe”. „Das mache ich”, kommt die erleichterte Antwort. „Ich kann nämlich nicht gut malen.”
Auch die Eltern bekommen eine Hausaufgabe: Sie sollen Wünsche für ihr Kind auf ein Arbeitsblatt schreiben. Das wird dann in deren Blättermappe eingeklebt. Als Motivation für das gesamte erste Schuljahr.