Die München Klinik Harlaching zieht in diesen Tagen mitsamt Patienten und technischem Gerät im laufenden Betrieb in ihren Neubau. Das ist eine logistische Herausforderung, wie das Krankenhaus betont. An diesem Dienstag und Mittwoch werden allein etwa 300 Patientinnen und Patienten in ihre neuen Zimmer verlegt – ein Gutteil von ihnen liegend in ihrem Bett.
Doch damit ist es nicht getan: Allein 3.500 Umzugskartons wurden im Vorfeld an die Beschäftigten ausgegeben, schildert Projektkoordinatorin Lena Friedrich. Dazu kommen zahlreiche größere medizinische Geräte und Mobiliar. 340 Ärztinnen und Ärzte sowie 870 Beschäftigte aus Pflege und Funktionsdienst müssen sich zudem an einen neuen Einsatzort gewöhnen – und damit nicht nur an neue Wege, sondern auch an neue Abläufe.
Harlaching ist ein Krankenhaus der höchsten Versorgungsstufe, wo auch Patienten mit seltenen Krankheiten oder schwersten Verletzungen betreut werden. In dem Neubau sind künftig alle Bereiche unter einem Dach vereint, von der Schlaganfallbehandlung über Notfallmedizin zur Unfallchirurgie, von der Geburtshilfe bis zur Palliativmedizin. Den Umzug bei laufendem Betrieb haben die Teams in diversen Simulationstrainings geübt, denn auch die Versorgung Schwerverletzter oder ein Not-Kaiserschnitt im Kreißsaal sollen sichergestellt sein.
Der rund 255 Millionen Euro teure Neubau der bestehenden Klinik im Münchner Süden wurde seit 2020 errichtet. Dafür wurden unter anderem fast 3.000 Türen verbaut und knapp tausend Kilometer Starkstromkabel verlegt. Es ist den Angaben zufolge heuer die einzige Inbetriebnahme eines komplett neuen Krankenhauses in Bayern; das Vorhaben wird zu den bedeutendsten Gesundheitsprojekten in Deutschland gezählt.
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