Lil Wayne, Moneybagg Yo, Luciano und Haftbefehl – mit solch bekannten Vertretern der Hip-Hop-Szene arbeitet Max Wonnenberg aus Neuendettelsau zusammen. Der 23-Jährige ist Musikproduzent. Unter seinem Künstlernamen „Rizzo” kreiert er Melodien und Beats für Künstlerinnen und Künstler weltweit.
Die Wurzeln seiner musikalischen Laufbahn liegen im Windsbacher Knabenchor. „Der Chor hat mich sehr geprägt”, erzählt Wonneberg im Gespräch mit der FLZ. Immerhin war er sieben Jahre lang Mitglied der Windsbacher. Hier lernte er unter anderem das Klavierspielen.
Vor sieben, acht Jahren zeigte ihm ein Freund, wie Musik produziert wird, wie Melodien und Beats komponiert werden. In der Coronazeit begann er schließlich, seine eigenen Werke an Labels und andere Produzenten zu schicken. So erweiterten sich seine Kontakte. Denn „in der Musikindustrie kommt es zu 60 Prozent auf die Kontakte und nur zu 40 Prozent auf das Künstlerische an”, erklärt er.
Künstlerinnen und Künstler produzieren pro Jahr rund 1000 Lieder, erzählt er, doch nur die wenigsten davon werden veröffentlicht. „Man muss Glück haben, dass da ein Song von einem selbst dabei ist.”
Der 23-Jährige hatte Glück. Heute wurden seine Musikproduktionen in den USA bereits mit Platin ausgezeichnet, in Italien zweifach, in Frankreich sogar vierfach.
Als einen seiner größten Erfolge nennt er den Titel „Now or Neva”, den Mike WiLL Made-It mit Moneybagg Yo und YTB Fatt produziert hat. Hier war Rizzo als Co-Produzent beteiligt. Das Stück war in der Saison 2023/24 einer der offiziellen Songs der NBA. Seine Musik hat es also bis in die größte und bekannteste Basketballliga der Welt geschafft.
Auch in einem Werbespot für ein Getränk mit der National Football League (NFL) waren Rizzos Beats bereits zu hören – in dem Stück „Stadiums” der Musiker SAINt JHN und London on da Track. „Das war richtig krass für mich”, sagt Wonnenberg.
„Man muss für Musik auch nicht nach Berlin ziehen.”
„Wenn Ideen im Kopf sind, muss ich das direkt umsetzen”, sagt der 23-Jährige. Daher hat er auch seinen Laptop fast immer dabei. Denn Musik kann man heutzutage weitestgehend digital produzieren, es ist nicht immer ein teuer ausgestattetes Musikstudio nötig. „Man muss für Musik auch nicht nach Berlin oder so ziehen”, erklärt er – auch wenn er gelegentlich schon in einem Studio in der Hauptstadt produziert. „Ich liebe es, ländlich zu leben – hier habe ich mehr Inspiration.”
Das Motto von Wonnenberg: „Hard work pays off” – harte Arbeit zahlt sich aus. Er erzählt, dass er jeden zweiten Tag bis zu sieben Melodien an rund 400 Personen schickt. Doch hauptberuflich arbeitet der Neuendettelsauer weiterhin als Kaufmann für Groß- und Außenhandelsmanagement. Die Musik macht er bisher also nur nebenher. Sein Traum ist es jedoch, ausschließlich als Produzent arbeiten, davon leben zu können – und trotzdem in der Region zu bleiben.