Musik und Politik: Früherer OB von Nürnberg in Wassertrüdingen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 19.02.2026 17:00

Musik und Politik: Früherer OB von Nürnberg in Wassertrüdingen

Im Gespräch (von links): Kabarettist und Entertainer Jochen Schaible, der den Abend in der Hesselberghalle moderierte, Wassertrüdingens Bürgermeister Stefan Ultsch sowie Ehrengast Dr. Ulrich Maly. (Foto: Markus Weinzierl)
Im Gespräch (von links): Kabarettist und Entertainer Jochen Schaible, der den Abend in der Hesselberghalle moderierte, Wassertrüdingens Bürgermeister Stefan Ultsch sowie Ehrengast Dr. Ulrich Maly. (Foto: Markus Weinzierl)
Im Gespräch (von links): Kabarettist und Entertainer Jochen Schaible, der den Abend in der Hesselberghalle moderierte, Wassertrüdingens Bürgermeister Stefan Ultsch sowie Ehrengast Dr. Ulrich Maly. (Foto: Markus Weinzierl)

Musik und Kabarett bildeten den roten Faden beim politischen Aschermittwoch der Wassertrüdinger SPD. Entertainer Jochen Schaible führte in der Hesselberghalle durch den Abend und hielt als Freund des fränkischen Humors die Besucherinnen und Besucher bei Laune. Als Ehrengast bat er den früheren Nürnberger OB Dr. Ulrich Maly aufs Podium.

Rund 300 Personen waren gekommen und nahmen an den großzügig aufgestellten Tischgarnituren Platz. Bei belegten Semmeln und Getränken verfolgte das Publikum das Programm auf der Bühne. Das dort aufgestellte Sofa erinnerte an die Fernsehsendung „Wetten, dass..?“, die bald ihr Comeback feiern soll – mit den Kaulitz-Brüdern und nicht mit Jochen Schaible. Ihm sei, so Schaible mit einem Augenzwinkern, der Job quasi vor der Nase weggeschnappt worden.

Ehrenmitglied des Deutschen Städtetages

Gewettet wurde in Wassertrüdingen freilich nicht. Unter dem Motto „Musik & Kabarett trifft Politik“ nahmen auf dem Sofa neben Schaible der amtierende Rathauschef und Bürgermeisterkandidat der SPD, Stefan Ultsch, sowie als Ehrengast der frühere Nürnberger OB Maly Platz. Dazu gesellten sich abwechselnd jeweils zwei bis drei Kandidierende der Ratsliste.

Während der Kandidatenvorstellung nahm Maly, der Ehrenmitglied des Deutschen Städtetages ist, zu unterschiedlichen Sachthemen Stellung. So hob er die Bedeutung einer Stadtentwicklung hervor, die alle Sinne der Menschen anspreche. Es sei wichtig, an der Attraktivität der Kommune zu arbeiten und bei den Menschen eine Identität zu schaffen, damit junge Leute nach der Ausbildung auch gerne wieder zurückkämen. Auch der sozial geförderte Wohnungsbau war Thema, für den Maly mit dem Verweis auf den neuen Koalitionsvertrag durchaus noch Realisierungschancen sah.

Mit dem Optimismus des Willens

In seiner Rede legte der Ehrengast den Parteien der politischen Mitte ans Herz, alles dafür zu tun, Stück für Stück das Urvertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Politik zurückzugewinnen und dem „Pessimismus des Verstandes den Optimismus des Willens“ entgegenzusetzen. Es brauche Mehrheitsfähigkeit sowie Problemlösungsfähigkeit, so Maly, der dafür plädierte, den Wert des Kompromisses wieder schätzen zu lernen. Es sei zudem wichtig, die Bürgerinnen und Bürger partizipieren zu lassen, bei der Stadtentwicklung beispielsweise durch Workshops.

Die Populisten bewirtschaften Wut und Angst in der Gesellschaft, betonte der Redner. Bei vielen Menschen sei eine „Veränderungsmüdigkeit” zu spüren, auch wenn den meisten klar sei, dass nicht alles so bleiben könne, wie es ist. Hier gelte es, das Vertrauen zurückzugewinnen. Natürlich könne es nicht nur Verheißung geben, sondern auch die eine oder andere Zumutung, mit der man die Bevölkerung konfrontieren müsse.

Musikalisches Potpourri

Zwischen den nachdenklichen Tönen servierte Jochen Schaible dem Publikum ein musikalisches Potpourri – von der Hommage an Franken über eine Persiflage auf unterschiedlichste Tanzstile bis hin zu Udo-Jürgens-Songs. Die offizielle Begrüßung der Gäste hatte der Vorsitzende der Wassertrüdinger SPD, Nils Kühne-Hellmessen, übernommen, der zugleich auch den Einsatz aller würdigte, die sich für den Abend engagiert hatten.

Bürgermeister Stefan Ultsch hob unter anderem die Bedeutung von bezahlbarem Wohnraum hervor. Er wolle am Projekt des sozial geförderten Wohnungsbaus dranbleiben. Für die Einladung Malys nach Wassertrüdingen hatte Ultsch an einen früheren Kontakt angeknüpft. Dieser geht auf die Zeit kurz vor der Eröffnung der Gartenschau zurück, als sich der Wassertrüdinger Bürgermeister auf Tour zu seinen Kolleginnen und Kollegen in den Kommunen in der Region begab, um für die Großveranstaltung zu werben.

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