Fast sieben Jahre sind vergangen, in denen es keinen offiziellen Besuch mehr von Neustädtern in der Partnerstadt Lipik in Kroatien gegeben hat. Durch Corona und eingeschränkte finanzielle Mittel konnten vom Partnerschaftsverein Lipik-Komitee seit dem letzten Besuch keine Reisen mehr nach Lipik organisiert werden.
Zwischenzeitlich gab es immerhin aber Besuche von Freunden aus der kroatischen Partnerstadt – organisiert von der Stadt Lipik und Bürgermeister Vinko Kasana – zur Neustädter Kirchweih, so dass nun der dringende Wunsch bestand, dass auch die Neustädter wieder an die Adria fahren sollten, so Walter Billmann vom Lipik-Komitee.
Nun bot sich in diesem Jahr durch die Einladung zum traditionellen „Blumenfest“ ein willkommener Anlass, um mit einer kleinen neunköpfigen Delegation unter der Führung von Bürgermeister Klaus Meier tatsächlich nach Lipik zu reisen.
Nach zehnstündiger Fahrt wurden die Neustädter am zweiten Freitag im Mai abends herzlich in Lipik vom Bürgermeister Kasana und einigen „alten“ Freunden in der Partnerstadt empfangen.
Gleich am ersten Abend zeigte sich die große Freude über den Besuch der Neustädter. Die zeitweilig aufgetauchte Befürchtung, dass die Freundschaft zwischen Lipik und Neustadt allmählich einschlafen könnte, wurde durch ein vielfältiges Besuchsprogramm, welches die Partner vorbereitet hatten, deutlich widerlegt.
Gleich am nächsten Tag konnten die Neustädter das neue hochmoderne und kreativ gestaltete Informationszentrum zum Thema „Das gute Wasser“ als Motto für die Kurstadt Lipik besuchen. „Lipik – Grada dobro Woda“ – das neue Marketing Konzept für die Stadt mit Kurzentrum und Rekreationsanlagen informiert in anschaulichen Multivisionsmedien über den Ursprung und die Herkunft des jodhaltigen Mineral- und Heilwassers in Lipik sowie über die Geschichte des Kur- und Heilbads.
Ein weiteres Highlight war dann die Kutschfahrt mit Lipizzanern zum nagelneuen Gestüt. 76 Lipizzaner-Pferde, davon 23 Hengste, bilden die Grundlage der neuen Lipizzanerzucht. Die Neustädter konnten neben den modernen Stallanlagen auch gleich das erste neugeborene Lipizzanerfohlen bewundern. Die wertvollen Pferde sind weit über Lipik hinaus weltweit bekannt und werden an Reitschulen und Privatpersonen verkauft. Auch in der Wiener Hofreitschule finden sich Lipizzaner aus Lipik neben Pferden aus dem Ursprungsort der Rasse in Lipica in Slowenien.
Mit dem Bus ging es von Lipik dann nach Kutjevo, einem bekannten Weinbauzentrum in der fruchtbaren pannonischen Hochebene. Von dort stammen die international prämierten Qualitätsweine wie zum Beispiel der „Graŝevina“ („Grauburgunder“) und verschiedene Merlot-Sorten. Diese konnten die Neustädter dann auch in zwei verschiedenen Weingütern probieren. Das hochmoderne Weingut Galić präsentierte seine Qualitätsweine ebenso wie ein ganz traditionell arbeitendes Weingut.
Höhepunkt der Reise bildete dann am Sonntag der Besuch des „Blumenfestes“. Bei sommerlichen Temperaturen und herrlichem Sonnenschein gaben die Vielfalt an wundervollen Blumenpräsentationen sowie kreativ gestaltete Blumenarrangements ein buntes und lebendiges Bild für die Besucher ab. Diese konnten an vielen Buden diverse Sorten Med (Honig), Kulen (Paprikasalami) und andere kulinarische Köstlichkeiten sowie typische slawonische Kunstobjekte erstehen.
Bei der Eröffnung des Festes begrüßte Bürgermeister Kasana neben der Źupana – einer Landrätin – auch die Gäste aus Neustadt.
Traditionelle slawonische Tänze und Tampourica-Gruppen, Tanzformationen von Kindern präsentierten den Hunderten von Besuchern die kulturelle Vielfalt in Kroatien. Im Festzelt durften die Neustädter dann noch die Musikanten der Lipiker Musikschule unter der Leitung von Danijel Raijkovic genießen, die ihnen von vielen Besuchen in Neustadt her gut bekannt sind.
Bevor die Neustädter am Montag die Heimreise antraten, verabschiedeten sie sich im Rathaus von Lipik vom Bürgermeister Kasana, seinen Mitarbeiterinnen in der Verwaltung sowie von Antun Haramija, Antun Baric und Kornelija Skondro vom dortigen Freundschaftsverein mit einigen Geschenken und bedankten sich für die überragende Gastfreundschaft. In der Hoffnung auf einen baldigen Gegenbesuch sprach Bürgermeister Klaus Meier die Einladung zur Neustädter Kirchweih und zum Heimatfest in diesem Jahr aus.