Drei Bewerberinnen und Bewerber waren schon bekannt, nun ist ein vierter hinzugekommen. Der Neustädter Ortsverband der Freien Wähler nominierte mit dem Unternesselbacher Harald Haag einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im März 2026.
Tu felix, Neustadt, du glückliches Neustadt: Im Gegensatz zu den meisten anderen Kommunen im Landkreis werden die Bürgerinnen und Bürger hier im kommenden Jahr bei der Bürgermeisterfrage wirklich die Wahl haben: Nach der SPD (Heike Gareis), der CSU (Alexander Müller) und Absichtserklärung der Linken (Andre Hufnagel) wurde am Donnerstagabend mit Harald Haag auch ein Kandidat für die Freien Wähler nominiert.
Der 52-jährige Harald Haag wurde in Bad Windsheim geboren, wuchs in Unternesselbach auf und ist dort bis zum heutigen Tag wohnhaft. Der geschiedene (aber wieder in festen Händen) Vater zweier Kinder ist selbstständiger Elektromeister, Mitglied, Gruppenführer und Atemschutzträger bei der Freiwilligen Feuerwehr seines Heimatdorfes, in weiteren Vereinen aktiv und wurde bei der Nominierungsversammlung in einem Neustädter Lokal von den acht anwesenden Stimmberechtigten mit sieben Ja-Stimmen bei einer Enthaltung gewählt.
Politisch ist Haag ein weitgehend unbeschriebenes Blatt, wobei er laut der Ortsvorsitzenden Kerstin Rauner aber schon seit 2001 den Neustädter Freien Wählern angehört. In seiner kurzen Vorstellungsrunde erzählte Haag, der mit Lederhose und weißem Hemd offensichtlich der Unternesselbacher Kerwa Tribut zollte, dass er zunächst eine kaufmännische Ausbildung beendet und im Anschluss zusätzlich die Lehre zum Elektriker absolviert hatte: „Und beim Handwerk bin ich dann auch hängen geblieben.”
13 Jahre sei er als Elektromeister in Nürnberg angestellt gewesen und habe dabei viel Führungserfahrung sammeln können. Anschließend habe er sich selbstständig gemacht und sei momentan sein eigener Herr. Als ehemaliger Angestellter und jetziger Selbstständiger kenne er „beide Seiten”, was ihm in einem politischen Amt zu Gute kommen werde. Im Übrigen gehe er davon aus, dass bei der nächsten Wahl „etliche Parteien” in den Neustädter Stadtrat einziehen werden, so dass er im Falle seiner Wahl seine Fähigkeit zu Kommunikation und Kompromiss nutzbringend einsetzen könne.
Im übrigen begreife er Kommunalpolitik als Dienstleistung und wolle demzufolge sein Handeln auch stets an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger ausrichten.
Die Leitung der Wahl hatte der langjährige Stadtrat Reinhard Wendel übernommen, begrüßt worden waren die Anwesenden von der Vorsitzenden der Neustädter Freien Wähler, Kerstin Rauner. Diese machte im Redaktionsgespräch im Anschluss an die Nominierung deutlich, dass sie zwar einen lebhaften, aber fairen Wahlkampf erwarte. Nachdem die anderen Gruppierungen „schon so vorgesprescht „ seien, habe man sich nun ebenfalls dazu entschieden, den eigenen Bürgermeisterbewerber frühzeitig zu präsentieren. Die Stadtratsliste der FWG werde allerdings erst im November oder Dezember aufgestellt - sie selbst habe sich „nochmal breitschlagen lassen” und werde wieder antreten. Dies gelte auch für Reinhard Wendel.
Dieser hatte im Anschluss an Haags Nominierung erklärte, die Ausbildung und die Lebenserfahrung machten diesen zu einem außerordentlich geeigneten Kandidaten, den „wir mit voller Kraft unterstützen werden”.