Heiligabend rückt langsam näher. Wer noch seine Wünsche ans Christkind der Werbegemeinschaft NEA-Aktiv schicken will, muss sich sputen. Nur noch bis Montag kann Post an die „himmlische Botin“ in den weißen Briefkasten geworfen werden, der in den Rathausarkaden hängt.
Seit vielen Jahren unterstützt Elisabeth Seeg-Probst das NEA-Aktiv Christkind – in diesem Jahr ist es Jule-Marie Wolf – dabei, die Briefe zu sichten und zu beantworten. „Dafür ist es aber dringend nötig, den Absender zu vermerken.“
So bedauert sie etwa, einer Familie nicht antworten zu können, in der neben den Kindern auch die Eltern und die Oma Wünsche geäußert hatten. Erwachsene hatten sich bisher noch nicht ans Christkind gewandt, sagt Seeg-Probst – bei der Premiere aber gleich mit durchaus bemerkenswerten Wünschen.
So würde es der Vater begrüßen, wenn er eine Aufbewahrungsbox für Armbanduhren bekommen würde, vor allem aber, wenn ihn seine Frau nicht mehr so anmeckern würde. Seine Gattin hätte gerne einen Zauberhaushalt mit magischen Gaben. Ob sich das verwirklichen lässt, vermochte selbst die Assistentin des Christkindes nicht zu sagen. „Das ist schon ein ganz spezieller Wunsch.“ Die Oma würde es begrüßen, wenn ihr Enkel bei ihr Urlaub macht. Und dieser schließlich würde sich über ein Lego-U-Boot und ein Raumschiff unter dem Christbaum freuen.
Beim Öffnen weiterer Umschläge stellte Seeg-Probst fest, dass Geschwister separat ihre Wunschzettel entwarfen oder von Mama oder Oma schreiben ließen. In solchen Fallen wird ein Weihnachtsgruß für alle in nur einem Brief erfolgen. So sparen sich das viel beschäftigte Neustädter Christkind und seine fleißige Helferin ganz viel Zeit.
Bei etlichen Mädchen stehen nach wie vor Babypuppen nebst Zubehör wie Puppenwagen, Bekleidung und Bettchen hoch im Kurs. Damit die „himmlische Botin“ genau weiß, was sie ordern soll, haben vor allem die kleinen Kinder eifrig Fotos von ihren Wünschen aus Prospekten ausgeschnitten und – mit vielen Stickern versehen – auf die Briefbögen geklebt. Die Umschläge waren zum Teil ebenfalls oft farbenfroh gestaltet, erzählt Seeg-Probst. „Das ist schön, denn auch das Christkind freut sich über bunte Post.“
Ein DIN-A-4 Bogen reichte für die Wünsche eines Jungen kaum aus. Damit sich das Christkind jedoch nicht ganz so schwer tut, hatte er seine sechs Favoriten ganz oben platziert und noch einmal eingekreist. Der Kleine scheint ein wahrer Zugfan zu sein. Personen-, Güter- und Schnellzug würde er nebst Zubehör gern daheim fahren lassen.
Sicher ist sicher, dachte auch Luise und adressierte ihren hübsch gestalteten Brief nicht nur ans Christkind, sondern gleich auch noch an den Weihnachtsmann. Sie scheint ebenfalls ein Bahnfan zu sein und hätte gern einen ferngesteuerten ICE. Für den kleinen Bruder wünscht sie sich einen Bagger nebst Traktor. Ein anderes Kind dachte ebenfalls an den kleinen Bruder – und zwar aus ganz praktischen Gründen. Da er so viel schreit, wäre ein Schnuller gut, damit er Ruhe gibt, schrieb sie
Welche Wünsche wurden noch geäußert? Popcornmaschine, Nagelstudio nebst Nageltrockner, Gesichtsmasken und Augenpads fanden sich ebenso wie Spiele, ein kleines Trampolin, Müll-, Feuerwehr- und Polizeiautos sowie Bagger und Roller mit blinkenden Leuchträdern. Nicht nur aus Neustadt, sondern auch aus Wilhelmsdorf, Baudenbach, Münchsteinach und Ipsheim sowie von außerhalb des Landkreises stammte die Post im Weihnachtsbriefkasten. Dieser ist noch bis Montag „befüllbar“. Bisher übrigens sei ein bisschen weniger Post als in den Vorjahren angekommen, aber das kann sich ja noch ändern.