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Veröffentlicht am 30.09.2024 11:00

Obacht: Jetzt sind die Igelkinder in Gärten und Parks unterwegs

Die noch unerfahrenen Igelkinder geraten auf ihren Streifzügen durch die Umgebung häufig in gefährliche Situationen: etwa durch Begegnungen mit Autos oder Gartengeräten. (Foto: Martina Gehret)
Die noch unerfahrenen Igelkinder geraten auf ihren Streifzügen durch die Umgebung häufig in gefährliche Situationen: etwa durch Begegnungen mit Autos oder Gartengeräten. (Foto: Martina Gehret)
Die noch unerfahrenen Igelkinder geraten auf ihren Streifzügen durch die Umgebung häufig in gefährliche Situationen: etwa durch Begegnungen mit Autos oder Gartengeräten. (Foto: Martina Gehret)

Igelkinder sind in Westmittelfranken wieder überall in Parks und Gärten unterwegs. Meist im August geboren, gehen sie auf erste Streifzüge ohne ihre Mutter. Die Jungtiere sind noch unerfahren und geraten häufiger in gefährliche Situationen als erwachsene Tiere. Zum Schutz des Nachwuchses ist Vorsicht geboten.

Die Ansbacher Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) gibt Tipps, wie man den Igelkindern helfen kann. Nach durchschnittlich 35 Tagen Tragzeit bringen die Muttertiere vier bis sechs Igelkinder zur Welt. Die meisten im August, viele auch noch im September. Junge Igel sind Nesthocker, ihre Augen und Ohren sind nach der Geburt noch zwei Wochen lang geschlossen.

Bis ungefähr zum 24. Lebenstag bleiben sie ausschließlich im Nest und werden dort gesäugt, nach drei Wochen bekommen sie Milchzähnchen. Dann verlassen sie erstmals ihren Geburtsort und erkunden die nähere Umgebung: Jetzt müssen sie lernen, was essbar ist und was nicht, und zwar ohne Igelmutter.

Umgebung des Nestes erkunden

„Während der Aufzucht haben Igelmütter riesigen Hunger und suchen in einem viel weiteren Umkreis nach Futter als ihre Sprösslinge. Die Igelkinder werden also – je nach Alter – eine gewisse Zeit alleine gelassen. Spätestens in der Morgendämmerung trifft sich die Igelfamilie dann wieder im Nest“, erklärt Günter Ries von der BN-Kreisgruppe Ansbach.

40 Tage lang werden die Jungtiere gesäugt. Erst nach sechs Wochen trennt sich der Familienverband und die Mutter geht wieder eigene Wege. Je nach Wetter und Selbstständigkeit bleiben die Geschwister noch einige Zeit zusammen – dann gehen auch sie getrennte Wege und müssen sich allein zurechtfinden. Doch woran erkennt man, dass ein Igelkind Hilfe braucht?

„Tagsüber kriechen Igelsäuglinge nur aus dem Nest, wenn die Mutter nicht da ist. Etwa wenn sie nach ihrem nächtlichen Beutezug nicht zurückkehrt und sie längere Zeit nicht gesäugt wurden – nur dann brauchen sie Hilfe“, so Günter Ries.

Mähroboter als tödliche Gefahr

Nachts allein unterwegs zu sein ist für gesunde Jungigel normal. Deshalb sind Gartenbesitzer gefragt, ihren Garten igelfreundlich zu gestalten und Gefahrenquellen zu entschärfen. „Bitte keinesfalls mit Motorsensen unter Hecken mähen, ohne diese vorher zu kontrollieren. Und ganz wichtig: Mähroboter nur tagsüber arbeiten lassen oder besser noch ganz darauf verzichten. Ihre Sensoren erkennen nur ausgewachsene Igel.

Wenn sich die Kleinen zusammenrollen, werden sie überfahren und häufig verstümmelt oder getötet“, weiß Vorstandsvorsitzender Paul Beitzer. „Und auch Kellerschächte können für Igelkinder zur Falle werden. Daher: Bitte abdecken.“

Autofahrer sollen wachsam sein

Auch Autofahrer sollten wachsam sein, da viele Igel auf der Straße unterwegs sind. „Die zunehmende Verdichtung des städtischen Lebensraums und die Undurchlässigkeit vieler Gartenzäune zwingt die Igel auf die Straße“, so Paul Beitzer. Der Bund Naturschutz rät deshalb dazu, Igeldurchgänge von einem Garten zum nächsten anzulegen.

Oder besser gleich ein mindestens ein zehn mal zehn Zentimeter großes Loch in den Gartenzaun zu schneiden. Igel mögen naturnahe Gärten mit heimischen Blühpflanzen, alten Obstbäumen und dichten Hecken. Beliebte Jagdgebiete sind Stauden- und Kräuterbeete sowie Grünflächen mit Wildblumen.

Den Tag verbringen die nachtaktiven Insektenfresser aber lieber in einem sicheren Versteck. Das können Laub-, Holz- oder Steinhaufen mit Hohlräumen sein. Gerne werden auch zugängliche Komposthaufen genutzt.

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