„Unsere Kinder brauchen einen sicheren Ort und stabile Beziehungen”, meint Kathrin Zehelein, Elternbeirätin am Förderzentrum St. Laurentius. Sie ist überzeugt, dass noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, um die Schule zu retten.
Nachdem sie zuerst gerüchteweise von der geplanten Schließung gehört hatte, kam am Donnerstag die offizielle Bestätigung per Elternbrief. In einem „knapp gehaltenen” Schreiben teilte der Träger Diakoneo mit, dass zum Schuljahresende im Förderzentrum St. Laurentius die Lichter ausgehen.
„Die Kommunikation ist eine Katastrophe”, beklagt sie. Der Elternbeirat sei nicht eingebunden, konsultiert oder gefragt worden. Dies sei „inakzeptabel”. Dabei werde das Ehrenamt bei Diakoneo angeblich „so hoch gehängt”. Vor diesem Hintergrund sei es eine „Farce”, dass am Samstag das Ehrenamts-Danke-Fest in Neuendettelsau gefeiert werde.
Die Erwartung der Eltern sei nun, dass nach Möglichkeiten gesucht wird, die Schule weiter zu betreiben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass schon alles versucht worden ist”, ist Zehelein überzeugt. So werde in Neuendettelsau eine neue Grundschule gebaut. Im alten Schulhaus sowie in der leer stehenden Pflegeschule könnte es beispielsweise Räume geben, meint Kathrin Zehelein. Es dränge sich der Verdacht auf, dass man die Schule bei Diakoneo nicht mehr haben wolle. Sollte dies der Fall sein, wäre dies „moralisch verwerflich”.
Als Mutter von zwei Kindern an der Schule hält Zehelein die Entscheidung auch für eine „pädagogische Katastrophe”. Die Arbeit an der Schule gelinge „extrem gut”. Die Familie sie extra deswegen nach Neuendettelsau gezogen. Die gewachsene Kompetenz sei nicht einfach übertragbar auf andere Schulen. Die Schließung bedeute für einige Kinder einen „Bruch in der Biografie”. Die aktuellen Achtklässler müssten für ein einziges Jahr die Schule wechseln.
Die Kinder seien aus einem guten Grund in dieser Schule, weil sie beispielsweise ADHS haben, Autisten oder traumatisiert seien – „fragile Menschen”, wie es Kathrin Zehelein ausdrückt. Die Schließung werde auf dem Rücken „eines der schwächeren Glieder unserer Gesellschaft” ausgetragen.
Keine Option ist für die Mutter eine Unterbringung an Regelschulen. Die Inklusion dort sei eine „Utopie”, die ohne entsprechende fachliche Betreuung nicht gelingen könne. Auch der Wechsel an Förderzentren mit dem Schwerpunkt geistige Behinderung sei nicht sinnvoll. Darum, auf welche Schule ein Kind kommt, werde in jedem Einzelfall hart gerungen. Deswegen könne es nicht sein, dass jetzt auf einmal eine beliebige Aufteilung erfolgt.