Polizei durchsucht Weiher in Heilsbronn: Wo ist die Tatwaffe eines Messerangriffs? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 24.03.2025 12:09, aktualisiert am 24.03.2025 17:37

Polizei durchsucht Weiher in Heilsbronn: Wo ist die Tatwaffe eines Messerangriffs?

Die Polizei durchsuchte am Montagfrüh den Schönauer Weiher. Er liegt in Heilsbronn zwischen der Neuendettelsauer Straße und der St.-Gundekar-Straße, wo ein 40-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden war. (Foto: Evi Lemberger)
Die Polizei durchsuchte am Montagfrüh den Schönauer Weiher. Er liegt in Heilsbronn zwischen der Neuendettelsauer Straße und der St.-Gundekar-Straße, wo ein 40-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden war. (Foto: Evi Lemberger)
Die Polizei durchsuchte am Montagfrüh den Schönauer Weiher. Er liegt in Heilsbronn zwischen der Neuendettelsauer Straße und der St.-Gundekar-Straße, wo ein 40-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden war. (Foto: Evi Lemberger)

Ein Polizeiaufgebot hat am Montagmorgen in Heilsbronn (Landkreis Ansbach) ein kleines Gewässer im Stadtgebiet abgesucht. Sie suchten die Tatwaffe. Der Verdächtige hat seine Beteiligung inzwischen zugegeben.

Ein FLZ-Leser hatte am Montagmorgen an der Neuendettelsauer Straße mehrere Polizeifahrzeuge registriert. Ein Vertreter der Sonderkommission „Gundekar” bestätigte vor Ort, dass der Einsatz in Zusammenhang mit einem Messerangriff in der St.-Gundekar-Straße steht, die sich am 6. Februar ereignet hatte . Der Tatort liegt nur wenige Hundert Meter von dem Gewässer entfernt. Es werde nach dem Tatmesser gesucht.

Der Einsatz an dem Weiher sei sehr kurzfristig angesetzt worden, hieß es vor Ort. Die Staatsanwaltschaft Ansbach bestätigte die Angaben.

Soko „Gundekar” sucht weiter nach zweitem Tatverdächtigen

Bei dem Angriff im Februar war ein 40-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden. Nach dem Täter wurde mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Mit Erfolg: Am 28. Februar nahm die britische Polizei einen 25-jährigen Tatverdächtigen in Manchester fest.

Anschließend bewilligte der für Auslieferungsverfahren zuständige Westminster Magistrates‘ Court in London auf Ersuchen der Staatsanwaltschaft Ansbach die Auslieferung. Am Mittwoch, 19. März, brachten Beamte des bayerischen Landeskriminalamts den Beschuldigten aus England auf dem Luftweg in die Bundesrepublik. Am Donnerstag wurde er der Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Ansbach vorgeführt. Diese hielt den Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung aufrecht.

Verdächtiger räumt Beteiligung ein

„Der Beschuldigte räumte zwischenzeitlich seine Tatbeteiligung ein und machte weitere Angaben”, erklärte Jonas Heinzlmeier, der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ansbach. Der 25-Jährige habe auch Angaben zu einem zweiten Tatverdächtigen gemacht. Dieser sei identifiziert und wird ebenfalls per Haftbefehl gesucht, so der Oberstaatsanwalt. Sein Aufenthaltsort sei derzeit unbekannt. Beide seien erst kurz vor der Tat aus Baden-Württemberg nach Heilsbronn gekommen. Die Polizei geht davon aus, dass sie ihr Opfer gekannt haben, hatte es zuvor geheißen.

Auch zu einer von der Polizei vermuteten Beziehung zwischen den Tätern und dem Opfer habe der Verhaftete Auskunft gegeben, so die Staatsanwaltschaft. Genaueres teilte sie noch nicht mit. Der Täter sei türkischer Staatsbürger, sein Opfer Deutscher.

Die Auslieferung zeigt, dass die Zusammenarbeit der Justizbehörden auch nach dem Austritt von Großbritannien aus der Europäischen Union funktioniert. Anstelle eines europäischen Haftbefehls können deutsche Gerichte nun eine Fahndung auch im Ausland anordnen, wenn ein nationaler Haftbefehl bereits vorliegt und es Hinweise gibt, dass sich gesuchte Personen im Ausland befinden könnten.


Von Ulrike Ganter und Manfred Blendinger
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