Rapper im feinen Zwirn: Der Freitag am „Taubertal” zum Nachlesen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 13.08.2023 14:03

Rapper im feinen Zwirn: Der Freitag am „Taubertal” zum Nachlesen

Peter Fox und seine Band begeisterten beim Finale des ersten Eiswiesen-Tages. (Foto: Elke Walter)
Peter Fox und seine Band begeisterten beim Finale des ersten Eiswiesen-Tages. (Foto: Elke Walter)
Peter Fox und seine Band begeisterten beim Finale des ersten Eiswiesen-Tages. (Foto: Elke Walter)

Das Taubertal-Festival kam am Freitag auf der Eiswiese so richtig in Fahrt, nachdem es im Steinbruch eröffnet worden war. Beste Laune, fetzige Bands und optimales Wetter sorgten für ein glückliches Publikum.

Die ersten Bands spielten, zumindest auf der Sound-for-Nature-Bühne im hinteren Teil des Tales, bereits am Nachmittag. Langsam füllte sich das Festivalgelände. Die Sonne ließ einen angenehm warmen Tag erwarten; nur noch einige Matsch-Flächen erinnerten an die Regenfälle. Die Pfade führten um den Matsch herum, ansonsten hieß es Schuhe putzen.

Kleine Bühne nicht mehr im Schatten der Mainstage

Die ersten Konzerte der Finalisten des internationalen Band-Wettbewerbs „Emergenza“ fanden im Wechsel mit regulären Gruppen statt. Darunter war etwa die Band „Deine Cousine“ mit Ina Bredehorn als echter Powerfrau und Sängerin mit enormer Bühnenpräsenz. Ruhigere, aber nicht minder intensive Töne schlug „Betterov“ an. Die Band um den Songwriter Manuel Bittorf überzeugte mit einer gelungenen Performance.

Die etwas kleinere Bühne steht längst nicht mehr im Schatten der großen Mainstage, da es sich auch immer lohnt, hierher zu kommen und tolle Musik zu hören. Dass dazwischen auch absolute Newcomer spielen, fällt meist gar nicht auf. Musikfans müssen sich dennoch immer entscheiden, weil die Programme parallel laufen. Für die Lauffreudigen kein Problem, man wandert eben hin und her. Klar verpasst man auch den einen oder anderen Moment, belohnt wird man für die Wahl der anderen Bühne meist aber schon.

Die Events auf der Hauptbühne eröffnete am späten Nachmittag die 13-köpfige Brassband „Querbeat“. Satte Bläserlinien im variablen Hip-Hop-Sound, energiegeladen und kreativ serviert.

Die Rhythmen steckten an

Die Rhythmen steckten an, tanzende Fans brachten Leben auf die Fläche vor der Bühne. „Querbeat“ scheute sich auch nicht, mitsamt dem ganzen Instrumentarium runter von der Bühne, mitten ins Publikum zu gehen und dort zu spielen. Miteinander feiern, Musik machen, kurz eine Brass-Partyzone der besonderen Art. Auch sonst hielten die Musiker immer den Kontakt zum Publikum.

Viele ihrer Fans hatte auch die folgende Band, „Me First and the Gimme Gimmes“ mitgebracht. Ein ganz eigener Sound, den die punkgefärbten Pop- und Country-Coversongs, überwiegend aus den 1960er- und 1970er-Jahren, da entwickelten. Etwa Dolly Partons „Joline“ oder John Denvers „I’m Leaving on a Jetplane“, mit Spuren von Punk überzogen, einfach eine Wucht. Die Musiker, allesamt Mitglieder bekannter Punkbands, hatten mächtig Spaß, ihr ganz eigens Ding dabei zu machen.

Und schon stand gleich darauf auch der erste Headliner auf der Bühne. „Electric Callboy“ nennt sich die Band aus Castrop-Rauxel. Metal- und Trancecore-Sounds verbindet die Band mit Elementen der elektronischen Tanzmusik. Ein gelungener Mix, der voller Energie in die Beine geht. Zudem ließen die Musiker bei ihrer Bühnenshow fast nichts aus: Konfetti- und Luftschlangenkanonen oder auch pyrotechnische Effekte, gaben der Show eine ganz eigene Prägung, machten was her. Das zog sich durch den gesamten Auftritt, entwickelte aber in der untergehenden Sonne immer neue Facetten. Die Band schaffte es locker, die Massen vor der Bühne, viel Platz war nicht mehr, zum Jubeln zu bringen.

Peter Fox brachte gute Laune ins Publikum

Das Finale des ersten Eiswiesen-Tages gehörte einem alten Bekannten des Festivals. Der Dancehall- und Hip-Hop-Musiker Peter Fox machte mit seiner Band noch einmal so richtig Laune auf diese Musik. Rappen im feinen Anzug, angereichert mit Reggae-Spuren, bekommen die Songs der Band eine ganz eigene Färbung. Auch diese Formation hielt immer den Kontakt zum Publikum, machte nicht einfach nur ihr Ding auf der Bühne.

Peter Fox und seine Band, das sind alle Profis, aber immer schien es, als ob sie selbst viel Spaß hatten, und dies den Fans unbedingt auch weitergeben wollten.

Das hat auch prima funktioniert und rundete einen vielfältigen und abwechslungsreichen Taubertal-Tag ab – die beste Einladung, dem Festival weiter zu folgen.

Alle Bilder zum Taubertal-Festival 2023 finden Sie in unserer Bildergalerie.


Von Elke Walter
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