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Veröffentlicht am 24.01.2026 15:53

Rückbau in Zeitlupe - Dampferzeuger verlassen Reaktorgebäude

Ein Dampferzeuger wird mithilfe eines Schwerlastkrans aus dem Reaktorgebäude gehoben und auf zwei Träger für den Weitertransport montiert. (Foto: Daniel Vogl/dpa)
Ein Dampferzeuger wird mithilfe eines Schwerlastkrans aus dem Reaktorgebäude gehoben und auf zwei Träger für den Weitertransport montiert. (Foto: Daniel Vogl/dpa)
Ein Dampferzeuger wird mithilfe eines Schwerlastkrans aus dem Reaktorgebäude gehoben und auf zwei Träger für den Weitertransport montiert. (Foto: Daniel Vogl/dpa)

Der Rückbau des ehemaligen Atomkraftwerkes Grafenrheinfeld in Unterfranken schreitet voran. Stück für Stück werden derzeit im Zeitlupentempo die sogenannten Dampferzeuger aus dem Reaktorgebäude geholt. Vier Stück sind es insgesamt - und weil sie radioaktiv kontaminiert sein können, ist Vorsicht angesagt.

Ein Dampferzeuger machte einst aus Reaktorwärme sauberen Dampf für die Stromproduktion – war also ein ganz entscheidendes Teil für Atomstrom.

Atomausstieg nach Fukushima

Das AKW südlich von Schweinfurt war bis zu seiner Abschaltung das älteste noch aktive Atomkraftwerk in Deutschland. Nach der verheerenden Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 schwenkte Deutschland um auf einen Anti-Atom-Kurs. Acht vorwiegend ältere AKWs mussten noch im Sommer 2011 endgültig vom Netz. 

Nach gut sechs Jahrzehnten Atomenergie in Deutschland wurden im April 2023 dann die drei letzten Kernkraftwerke abgeschaltet. Die Endlager-Frage ist weiter ungelöst. 27.000 Kubikmeter hoch radioaktiver Müll gehören zur Bilanz von mehr als 60 Jahren Atomkraft in Deutschland. 

Kühltürme seit 2024 Geschichte

Die erste Kettenreaktion im AKW Grafenrheinfeld wurde Ende 1981 angestoßen. Bis 2015 war die Anlage im Dienst. Seither wird das AKW zurückgebaut. Die zwei mächtigen Kühltürme wurden im August 2024 gesprengt.

Die Dampferzeuger des AKW sind je 21 Meter lang, haben einen Durchmesser von 4 bis 5 Metern und wiegen je 365 Tonnen. Sie sehen aus wie eine Rakete. Die Löcher aller vier Dampferzeuger sind laut dem Betreiber Preussenelektra verschweißt und die Außenhülle versiegelt, damit nichts Radioaktives austreten kann.

Per Schiff nach Schweden

Nach Angaben des Anlagenbetreibers wird es drei bis vier Wochen dauern, bis alle Dampferzeuger aus dem Reaktorgebäude geholt sind. Anschließend bleiben sie noch etwa ein Jahr auf dem AKW-Gelände stehen, bis sie wahrscheinlich im April 2027 per Schiff über den Main und andere Wasserstraßen nach Schweden gebracht werden. Dort nimmt sie eine Spezialfirma auseinander und schickt die radioaktiven Teile zurück nach Deutschland.

© dpa-infocom, dpa:260124-930-591233/1


Von dpa
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