Nach 2018 und 2023 will Katharina Schulze auch 2028 die bayerischen Grünen als Spitzenkandidatin in die Landtagswahl führen. Anders als bei den früheren Wahlen könnte Schulze zumindest rechtlich dann auch Ministerpräsidentin werden, da sie das vorgeschriebene Mindestalter hat. „Ich bin bereit. Ich habe jetzt die formale Hürde übersprungen und bin über 40“, sagte sie den „Nürnberger Nachrichten“. Letztlich müsse das aber ihre Partei entscheiden.
Die bayerische Verfassung schreibt vor, dass der Ministerpräsident oder die Ministerpräsidentin das 40. Lebensjahr vollendet haben muss. Inzwischen ist Schulze 41 Jahre alt.
Alles andere als eine Spitzenkandidatur von Schulze bei der nächsten Landtagswahl wäre eine faustdicke Überraschung. Das letzte Wort hat aber die Parteibasis - auf einem Parteitag müsste Schulze offiziell zur Spitzenkandidatin gewählt werden. Parteiintern ist Schulze unumstritten, gleichwohl werfen Kritiker ihr bisweilen eine „One-Woman-Show“ vor.
Seit Jahren ist im Landesverband alles auf die zweifache Mutter Schulze zugeschnitten, sie ist das Gesicht und die Stimme der bayerischen Grünen, auch über die Grenzen des Freistaates hinaus. Diese Bekanntheit soll sich auch im anstehenden Wahlkampf auszahlen. 2018 und 2023 waren die Grünen noch mit Doppelspitzen in die Wahlen gezogen - neben Schulze war dies der inzwischen amtierende Landtagsvizepräsident Ludwig Hartmann.
Im Landesverband gibt es aktuell niemanden, der ihr ihre Führungsrolle streitig macht. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass intern ihre nun angestrebte dritte Spitzenkandidatur als „letzte Chance“ gesehen wird, die Grünen aus der Opposition herauszuführen.
In Umfragen liegen die Grünen mit Werten um die 13 Prozent weit abgeschlagen hinter der regierenden CSU. Nachdem sich die CSU seit der Wahl 2018 auf eine Koalition mit den Freien Wählern festgelegt hat, wäre eine Regierungsbeteiligung nach 2028 eine echte Überraschung.
CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich inhaltlich wie persönlich kein schwarz-grünes Bündnis wünscht - gerade auch sein Verhältnis zu Schulze ist alles andere als einfach. Zuletzt hatte es aus der CSU heraus aber auch kritische Stimmen zur Dauerfestlegung auf die Freien Wähler gegeben, da diese der CSU bei früheren Wahlen auch schmerzhafte Niederlagen bereitet haben.
Für Schulze ist die Wahl in jedem Fall eine große Herausforderung. Anders als etwa noch 2018 - damals fuhren die Grünen auch dank des bundesweiten Rückenwindes für Themen wie Klimaschutz ihr bisheriges Rekordergebnis mit 17,6 Prozent ein - bläst ihnen inzwischen vielerorts Gegenwind entgegen.
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