Das von Moderator Armin Bestelmeyer angekündigte bunte Programm des Weihnachtskonzerts der Stadtkapelle Dinkelsbühl war nicht nur bunt, sondern darüber hinaus schwungvoll, emotional und teilweise mitreißend.
Die über 50 Musikerinnen und Musiker zeigten unter der souveränen Leitung von Musikdirektor Johannes Krauß nahezu die gesamte Bandbreite ihres beachtlichen Könnens.
Das Gebet für Blasorchester bildete den Auftakt vor einer klingenden Weihnachtsgeschichte: Die Teile „Preludio-Jubilate“, „Vom Himmel hoch“ und „Nun singet und seid froh“ der „Großen Weihnachtspartita“ von Alfred Bösendorfer füllten die voll besetzte Paulskirche klanglich restlos aus.
Bei „Mountain Wind“ von Martin Scharnagl erschienen mit etwas Phantasie vor dem inneren Auge verschneite Berge und urige Hütten. Die musikalisch reizvolle Komposition setzte Emotionen frei. Bei der Darbietung von „Christmas Fantasy“ von Jan de Haan konnte man den Plätzchenduft fast riechen und die Kerzen auf dem Adventskranz flackern sehen.
Traditionelle Lieder wie „Es ist ein Ros’ entsprungen“, „Ich steh an deiner Krippen hier“ und „In excelsis deo“ wurden sauber intoniert.
Mit Michael Jacksons „Heal the World“ griff das Ensemble die Schreckensmeldungen des Jahres 2024 auf. Bei der Vielzahl von Krisenherden und tobenden Kriegen im Osten sollte die Welt dringend besser werden, als sie jetzt ist, und zwar – so heißt es im Text – „für mich und für dich und die gesamte Menschheit“.
Das großartige Medley bekannter Weihnachtssongs „All you want for Christmas“ von Peter Kleine Schaars beinhaltete zum Abschluss des einstündigen Musikgenusses nicht das von manchem erwartete „Last Christmas“, sondern ließ den Nummer-1-Hit von Wham! aus und wünschte in der Hoffnung auf eine gute Zeit zunächst wie Mariah Carey „All I want for Christmas is you“ und dann „Merry Christmas Everyone“ und „Driving Home for Christmas“.
Bei dem eingeplanten Zusatzlied „O du fröhliche“ sang das Publikum in der St.-Pauls-Kirche mit, ehe nach langanhaltendem Beifall mit der weiteren echten Zugabe von „Stille Nacht, heilige Nacht“ die Zuhörerinnen und Zuhörer schließlich in den zwar frostigen, aber friedlich-ruhigen Weihnachtsabend entlassen wurden.